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Wie erhöhe ich meine Motivation zum Lernen?

Irene Tsikonis, Espace Allemand

Irene Tsikonis, Espace Allemand

Ein Gespräch mit Irene Tsikonis, Ausbilderin mit eidg. Fachausweis

Motivation ist essentiell für unseren Erfolg: bei der Arbeit, beim Sport und auch beim Lernen einer Sprache. Leider ist die Motivation nach ein paar Wochen nicht mehr so hoch wie zu Beginn des Sprachkurses.

Was kann ich tun, um mich wieder neu zum Lernen zu motivieren?

Da gibt es viele Tricks und Tipps!
Für einen kurzfristigen Motivationsschub – z.B. um die 15 neuen Wörter auf die Kärtchen zu schreiben, oder den Lückentext fertig zu machen – können Schokolade oder eine Kaffeepause als Belohnung ganz nützlich sein.

Wer sich langfristig motivieren will, soll sich die Wichtigkeit und den Sinn vor Augen führen. Warum hatte ich mich (damals) entschieden das zu lernen? Was bringt es mir später? Stellen Sie sich ganz konkret vor, was sie mit dem Wissen machen werden. Wenn Sie Deutsch lernen, stellen Sie sich ganz konkret eine Situation vor: Sie sprechen mit ihrem Chef über etwas Wichtiges und können ganz gut sagen, was Ihre Meinung ist. Der Chef respektiert Sie und ist von Ihrer Meinung (und Deutschkenntnissen) beeindruckt. Träumen Sie ruhig ein bisschen!

Positiver Stress oder Herausforderungen können auch motivieren. Langeweile beim Lernen ist sehr schlecht. Setzen Sie sich Ziele, die Sie herausfordern und die einen direkten Bezug zu Ihrem Fernziel haben: Die E-Mail an den Kollegen in Zürich auf Deutsch schreiben. Einen Ausflug nach Luzern planen und dort mit der Kioskfrau, mit dem Billettkontrolleur (fragen Sie ihn, wann der Zug ankommt, auch wenn Sie es schon wissen!) und mit dem Kellner im Restaurant Deutsch sprechen.

Das A und O beim Fremdsprachen lernen ist der Wortschatz. Aber Vokabeln lernen ist oft monoton. Wie kann ich mich motivieren, trotzdem regelmässig Vokabeln zu lernen?

Regelmässig ist ein gutes Stichwort. Lernen soll geplant sein. Jeden zweiten Tag immer zur gleichen Uhrzeit eine halbe Stunde einplanen für Deutsch wäre ideal.

Damit es nicht langweilig wird: Variieren Sie die Übungen. 

Wenn Sie im Deutschkurs keine „interessanten“ Hausaufgaben bekommen haben, machen Sie lieber etwas anderes, anstatt nichts! Sie müssen zum 50. Mal einen Lückentext mit Verben ausfüllen? Anstatt den Lückentext auszufüllen, schreiben Sie selber einen Text mit den gleichen Verben! Wenn ein Text zu schwierig ist, schreiben Sie einfach Sätze. Ihre Lehrerin wird begeistert sein! 

Wenn Sie gern mit Kärtchen lernen, können Sie abwechselnd mit Kärtchen im Internet auf www.Quizlet.com lernen und mit Ihren Papierkärtchen. So wird es Ihnen bestimmt nicht langweilig!

Foto: Yvain Genevay / Le Matin

Foto: Yvain Genevay / Le Matin

Sie unterrichten seit 11 Jahren Deutsch. Was sind Ihre Top 3 Motivations-Strategien für Ihre Schüler?

1. Sinnvolle und realitätsnahe Ziele setzen und so zu Erfolgserlebnissen kommen

2. Abwechslung

3. Planvoll vorgehen: Regelmässig in den Kurs gehen und regelmässig zu Hause Hausaufgaben machen.

Was motiviert Sie persönlich am meisten?

Für mich ist wichtig, dass ich das Erlernte sofort gebrauchen kann. Ich bin eine praktische Person. Ich möchte immer etwas machen, handeln, aktiv sein und involviert sein. Das verschafft mir Erfolgserlebnisse und spornt mich an.

Lob und eine entspannte Atmosphäre helfen mir regelmässig zu lernen, auch dann, wenn ich gerade nicht so grosse Lust dazu habe.

Worterklärungen:

  • kurzfristig – für eine kurze Zeit
  • Motivationsschub m. – neue Motivation
  • Belohnung f. – Ich habe letzte Woche in der Metro ein Portemonnaie gefunden und es zur Polizei gebracht. Von der Besitzerin des Portemonnaies bekam ich gestern eine Belohnung von 50 Franken!
  • langfristig – für eine lange Zeit
  • Wichtigkeit f., Sinn m. – Die Firma, für die ich arbeite, hat viele Kunden in Deutschland. Ich muss oft geschäftlich nach Deutschland reisen. Es ist wichtig und sinnvoll, dass ich Deutsch lerne.
  • beeindruckt sein – etwas sehr gut finden
  • Herausforderung f. – eine schwierige Aufgabe
  • Langeweile f. – Monotonie, keine Motivation
  • regelmässig – jeden Tag zur gleichen Zeit, jeden Mittwoch, jeden 1. Samstag im Monat etc.
  • Erfolgserlebnis n. – Gestern war ich in Bern und habe nur Deutsch gesprochen: im Restaurant, am Bahnhof und in der Buchhandlung. Alle haben mich sofort verstanden und ich selbst musste nur einmal nachfragen. Das war ein echtes Erfolgserlebnis!
  • Abwechslung f. – Variation
  • anspornen – motivieren
  • Lob n. – Kompliment
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Job oder Beruf?

„Was sind Sie von Beruf?“ oder „Was machen Sie beruflich?“ Sie haben diese Frage sicher schon oft gehört und oft auch selbst gestellt. Denn wenn wir jemanden kennenlernen, fragen wir zuerst nach seinem oder ihrem Namen – und dann nach seinem oder ihrem Beruf.

Der Beruf sagt viel über eine Person. Das, was wir machen, ist Teil unserer Identität. Wir verbringen einen Grossteil unserer Zeit auf der Arbeit. Unsere Arbeit ist sinnvoll: Wir helfen mit, dass es unserer Firma gutgeht. Vielleicht helfen wir mit unserer Arbeit auch direkt anderen Menschen, z.B. als Lehrer oder als Krankenschwester.

Vielleicht haben wir auch „nur“ einen Job, der uns nicht viel Spass macht. Vielleicht finden wir sinnlos, was wir tun. Wir verdienen damit Geld und können davon leben. Auch das ist sinnvoll – aber wir haben wenig Motivation für unsere Arbeit.

Foto: PO3 Stephen Gonzalez, flickr creative commons

Foto: PO3 Stephen Gonzalez, flickr creative commons

Einige Menschen wissen schon als Kinder, was sie werden wollen. Andere wissen es auch dann noch nicht, wenn sie schon erwachsen sind. Sie arbeiten in verschiedenen Jobs, um herauszufinden, was am besten zu ihnen passt. Vielleicht haben sie auch einfach zu viele verschiedene Interessen und Talente für einen einzigen Beruf!

Der Schweizer Journalist Mathias Morgenthaler macht seit vielen Jahren Interviews mit Menschen, für die Ihre Arbeit eine „Berufung“ ist. Diese Menschen lieben das, was sie tun und sind ganz sicher, dass ihre Arbeit perfekt für sie ist: Sie sind in ihrem Element, wie ein Fisch im Wasser.

Inspiration für die nächste Deutschstunde: Was ist Ihr Traumberuf? Arbeiten Sie schon in diesem Beruf? Was ist Ihnen wichtig bei der Arbeit (sinnvolle Arbeit, gutes Team und Kollegen, Geld…)? Diskutieren Sie in der Deutschstunde, oder schreiben Sie uns auch gerne einen Kommentar.

Worterklärungen:

  • Beruf m. – unsere Arbeit, Profession
  • Grossteil – ein grosser Teil
  • sinnvoll ≠ sinnlos
  • Krankenschwester f. – Im CHUV arbeiten viele Krankenschwestern und Krankenpfleger.
  • was man werden will = in welchem Beruf man arbeiten will
  • einzig – nur eines

 

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Motivation ist alles!

Wenn wir motiviert sind, läuft die Arbeit gut. Wenn die Motivation fehlt, fällt die Arbeit schwer und wir sind nicht sehr produktiv.

So ging es mir heute. Ich hatte schon einen Blog angefangen zu schreiben. Aber das Thema (Raucherzonen auf Schweizer Bahnhöfen) hat mich überhaupt nicht motiviert. Und wenn mich das Thema nicht motiviert, wie soll ich dann unsere Leser motivieren?

Ich dachte an die Leser aus der Schweiz, die das Thema schon in- und auswendig kennen. Sie sehen den Blog und rollen mit den Augen:

“Oh nein, nicht schon wieder! Ist der Rauch auf den Bahnsteigen nicht schon schlimm genug? Muss ich jetzt auch noch in der Deutschstunde darüber diskutieren?”

Oder sie denken:

“Sollen die Raucher auf dem Bahnsteig doch rauchen. Ich stelle mich einfach woanders hin.”

Ich dachte an die Bahnhöfe in Deutschland, wo es Raucherzonen gibt. Dort gibt es keine Diskussion mehr. Aber man muss sich auch woanders hinstellen, wenn man den Rauch nicht einatmen will.

Ich dachte an den Rauch, und daran, dass ich überhaupt keine Motivation habe, über den Rauch nachzudenken.

Dann versuchte ich, etwas zu finden, was mich motiviert. Das war:

  • ein Stück dunkle Schokolade
  • eine Tasse Kaffee
  • Blumen umpflanzen im Garten

Als ich mit der Arbeit im Garten fertig war, hatte ich wieder neue Motivation zum Schreiben – und wenn Sie bis hierher gelesen haben, hatten Sie offensichtlich die Motivation zum Lesen!

Was motiviert Sie? Morgens beim Aufstehen, auf der Arbeit, oder beim Deutschlernen? Diskutieren Sie in der Deutschstunde, oder schreiben Sie uns einen Kommentar. 

Und wenn Ihnen die Motivation fehlt: ein Stück Schokolade oder ein bisschen frische Luft helfen bestimmt.

Worterklärungen:

  • Raucherzone f. – Hier dürfen Raucher Zigaretten rauchen.
  • etwas läuft gut – es ist leicht, es ist einfach
  • etwas fällt schwer – es ist schwierig
  • gehen, ging, gegangen – Heute geht es mir gut. Gestern ging es mir schlecht.
  • in- und auswendig kennen – etwas ganz genau kennen.
  • Bahnsteig m. – Im Bahnhof steht man auf dem Bahnsteig und wartet, bis der Zug kommt.
  • schlimm – sehr schlecht
  • woanders – an einen anderen Ort
  • an etwas denken – über etwas nachdenken
  • umpflanzen – Der Blumentopf ist zu klein. Ich muss die Pflanze in einen grösseren Topf pflanzen.
  • offensichtlich – Es ist logisch, es ist klar.

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