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Lausanne entdecken – und dabei Deutsch lernen!

Lausanne ist eigentlich keine sehr grosse Stadt. Sie hat ja “nur” 133 000 Einwohner. Sie wirkt aber viel grösser: durch ihre Geographie von Ouchy bis Sauvabelin, durch ihre Architektur und durch ihre internationalen Bewohner. Deshalb sind viele Besucher oder Neuankömmlinge überrascht, wenn sie hören, wie viele Einwohner die Stadt hat. “Ach”, sagen sie erstaunt, “ich dachte, Lausanne ist grösser!”

Weil die Quartiere der Stadt so vielfältig sind, gibt es viel zu entdecken. Auch wenn man schon länger hier wohnt, kann man immer wieder etwas Neues finden: Eine idyllische kleine Strasse. Eine versteckte Treppe. Ein Park, den man noch nie gesehen hat. Alles, was man dazu braucht, ist ein bisschen Zeit und Neugier – und bequeme Schuhe.

Doch wo soll man anfangen? Welchen Weg soll man gehen? Das Tourismusbüro von Lausanne bietet viel Inspiration auf seiner Webseite. Viele Informationen und Angebote gibt es auch auf Deutsch. Ideal, um gleichzeitig seine Sprachkenntnisse und Ortskenntnisse zu verbessern! Zum Beispiel mit dem Audioguide auf Deutsch. Man kann ihn gratis herunterladen und dann mit dem mp3-Player auf Entdeckungsreise gehen. Es gibt drei verschiedene Touren zur Auswahl: “Natur in der Stadt”, “Altstadt und moderne City” und “Hinunter zum Genfersee”. Viel Spass!

Gehen Sie manchmal auf Entdeckungsreise in Lausanne? Welche sind Ihre Lieblingsorte? Wir freuen uns auf Kommentare!

Audioguide Lausanne, auf Deutsch

Spaziergänge in Lausanne 

Worterklärungen

  • entdecken – Christoph Kolumbus hat Amerika entdeckt.
  • eigentlich – tatsächlich, wirklich
  • Einwohner, Bewohner m. – Leute, die dort wohnen.
  • es wirkt anders – man denkt, es ist anders, als es ist
  • Neuankömmling m. – jemand, der neu ist in der Stadt
  • erstaunt = überrascht
  • vielfältig – es gibt viele verschiedene Sachen
  • versteckt – man findet es nicht leicht
  • brauchen – man muss es haben
  • Neugier f. – man will etwas wissen
  • bieten – ein Supermarkt bietet viele Produkte
  • Angebot n. – viele Produkte = ein grosses Angebot
  • Sprachkenntnisse f., pl. – die Sprachen, die man kennt
  • Ortskenntnisse f., pl. – wenn man eine Stadt gut kennt, hat man gute …
  • herunterladen – im Internet kann man PDFs, Fotos oder mp3s herunterladen
  • Entdeckungsreise f. – Christoph Kolumbus hat auf seiner Entdeckungsreise Amerika entdeckt.
  • Lieblingsort m. – ein Ort, wo man gerne ist und immer wieder hingeht, z.B. ein Café oder ein Park

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Prominente am Genfersee (II) – Nana Mouskouri

Als ich noch ahnungslos und klein war,
da fragte ich: “Mutter, was wird geschehen?
Werde ich schön sein? Werde ich reich?”
Sie sprach: “Wir werden sehen!

Was sein soll, wird sein.
Was immer geschieht, geschieht,
weil keiner die Zukunft sieht.
Que sera, sera.”

Nana Mouskouri – “Que sera sera”

Als Nana Mouskouri ein kleines Mädchen war, lebte sie mit ihren Eltern und ihrer Schwester Jenny in Athen. Die ganze Familie hat immer gerne und viel gesungen. Nana und Jenny waren so talentiert, dass beide auf das Konservatorium gegangen sind. Aber trotzdem hat Nana damals sicher nicht gedacht, dass sie später eine  berühmte Sängerin werden wird.

Am Konservatorium studierte Nana Mouskouri Klavier und klassischen Gesang. Sie wollte aber keine Opernsängerin werden. Jazz und Chansons waren ihre Leidenschaft. Deshalb ging Nana Anfang der 1960er Jahre nach Paris. Das war die richtige Entscheidung. Paris war der Durchbruch für ihre Karriere. Die Stadt inspirierte auch Nanas Stil: schwarze Brille, schwarze glatte Haare, schwarze Kleidung.

Nana Mouskouri singt ihre Lieder in mehreren Sprachen, was ein weiteres Geheimnis ihres Erfolges ist. Sie hat über 250 Millionen CDs verkauft und ist deshalb die erfolgreichste Sängerin nach Madonna. Aber Nana kann mehr als nur singen: sie kandidierte für Griechenland im europäischen Parlament und war UNICEF-Botschafterin.

Nana Mouskouri lebt seit über 40 Jahren in der Nähe von Genf am Genfersee.

Worterklärungen:

  • ahnungslos – naiv
  • geschehen – passieren
  • studieren, studierte (Prät.) – lernen. Studenten studieren an einer Universität.
  • klassischer Gesang m. – Gesang zu klassischer Musik, z.B. in der Oper.
  • etwas werden wollen – einen Beruf haben wollen
  • Opernsängerin f. – Sängerin an der Oper.
  • Leidenschaft f. – Passion f.
  • gehen, ging, gegangen
  • der Durchbruch für die Karriere – plötzlich grossen Erfolg haben
  • das Geheimnis ihres Erfolges – warum jemand erfolgreich ist
  • Erfolg m. – Succès m.
  • erfolgreich sein – etwas sehr gut machen, und alle finden es gut
  • über – hier: mehr als

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Kunst unter freiem Himmel

Lausanne hat viele Facetten. Es ist die Hauptstadt des Kantons Waadt. Es ist die Stadt der Olympischen Spiele. Lausanne ist aber auch die Stadt der Parks. Von den vielen Parks in Lausanne ist einer schöner als der andere. Einer der schönsten, vielleicht der schönste Park in der Stadt ist Mon Repos. Dort gibt es Volieren mit exotischen Vögeln, romantische Pavillons und eine Grotte mit einem Wasserfall. Das alles sind schon gute Gründe, den Park zu besuchen.
Doch diesen Sommer gibt es siebenundzwanzig weitere Gründe, in Mon Repos spazieren zu gehen. Von April bis Oktober kann man dort Skulpturen von Schweizer Künstlern bewundern. Die meisten Kunstwerke findet man sofort: Neunzehn silberne Kanus aus Wellblech scheinen auf der Wiese zu schwimmen in Richtung Rue Bellefontaine, auf dem Weg in den Genfersee.

Einige Kunstwerke sieht man erst auf den zweiten Blick. Ein Tipp: öfter mal nach oben schauen!

Moderne Kunst ist nicht leicht zu verstehen. Manchmal ist es schwierig zu erkennen, was ein Kunstwerk ist und was nicht.

–       „Mir tun die Füsse weh. Lass uns auf die Bank setzen und ausruhen.“

–       „Aber das ist doch keine Bank, das ist eine Skulptur!“

–       „Siehst du die beiden roten Pferde hinter der Voliere? Das sind ja schöne Skulpturen!“

–       „Aber nein, das sind doch keine Skulpturen, das sind Schaukelpferde für Kinder!“

Moderne Kunst muss nicht schön sein. Sie will vor allem nachdenklich machen, wie die vielseitige Ausstellung in Mon Repos zeigt. Eines ist klar: diesen Sommer wird es im Park sicher nicht langweilig.

Aux Yeux de Tous. Skulpturen im Park Mon Repos. 2. April – 2. Oktober 2011

www.visartevaud.ch

Worterklärungen:

  • Grund, Gründe m. – Motiv, Motivation
  • Wasserfall m. – Die berühmtesten Wasserfälle der Welt sind die Niagara-Fälle in den USA
  • Kunstwerk m. – Bild, Skulptur, Installation, Sinfonie …
  • bewundern – etwas / jemanden sehr gut finden, ganz toll finden
  • die meisten – fast alle
  • scheinen + Infinitiv – aussehen wie / aussehen, als ob …
  • einige – ein paar, nicht so viele
  • öfter mal – oft, mehrmals
  • erkennen – sehen, verstehen
  • die beiden – zwei
  • Schaukelpferd n. – Kinder setzen sich darauf und schaukeln
  • nachdenklich – man denkt über etwas nach
  • vielseitig – viele Seiten, viele Aspekte
  • diesen Sommer – in diesem Sommer

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Lernen in der Raumstation

Wenige Kilometer ausserhalb von Lausanne hat die Zukunft schon begonnen. Auf dem Campus der EPFL wurde letztes Jahr ein neues Gebäude eröffnet, welches so futuristisch wirkt wie eine Raumstation auf dem Mond. Das Rolex Learning Center hebt sich von allen anderen Gebäuden auf dem Campus ab. Es ist riesig. Es hat Wände aus Glas und Kurven wie eine Achterbahn. Es ist eine Landschaft inmitten der Landschaft.

Kein Wunder: Die Schweizer Landschaft mit ihren Bergen und Tälern und die Stadt Lausanne mit ihren steilen Gassen und Passerellen waren Inspiration für die japanischen Architekten, die das Learning Center entworfen haben. Das Gebäude ist offen und weitläufig. Die wenigen Trennwände, die es gibt, sind transparent. Diese Offenheit soll die Kommunikation zwischen den Studenten fördern.

Die Architekten und Ingenieure haben gute Arbeit geleistet. Die Studenten lieben das unkonventionelle Gebäude. Selbst an den Wochenenden ist es gut besucht. Man lernt alleine oder in Gruppen, an einem der zahlreichen Tische oder in einem der geschlossenen Arbeitsräume aus Glas. Wem vom vielen Lernen der Kopf raucht, kann sich entweder für eine Pause in die Cafeteria setzen, oder er kann es sich auf einem der bunten Sitzkissen bequem machen, die fast überall herumliegen.

Auch Besucher sind von dem Gebäude begeistert. Die Kinder kugeln die Hügel hinunter und denken: wenn ich gross bin, werde ich hier studieren! Die Erwachsenen wandern die Hügel hinauf und denken: wenn ich noch einmal jung sein könnte, würde ich hier studieren! Alle sind sich einig: Das Lernen in der Zukunft macht Spass.

Rolex Learning Center, EPFL, täglich geöffnet von 7.00 Uhr bis 24.00 Uhr

Worterklärungen:

  • Raumstation f. – z.B. russische Raumstation „Mir“, internationale Raumstation „ISS”
  • Gebäude n. – Haus
  • eröffnen – zum ersten Mal für alle öffnen (Supermarkt, Gebäude)
  • wirken – aussehen
  • sich abheben – sich abgrenzen, sich unterscheiden von
  • riesig – sehr gross
  • Achterbahn f. – Bahn in Form einer „8“, Karussell z.B. im Europapark
  • inmitten – in der Mitte von
  • kein Wunder – keine Überraschung
  • steil – die Strasse „Petit-Chêne“ am Bahnhof von Lausanne ist sehr …
  • Gasse f. – kleine Strasse
  • entwerfen – konstruieren
  • weitläufig – weit, gross, grosszügig
  • Trennwand f. – Wand, die einen Raum in zwei Teile trennt
  • fördern – anregen, verstärken
  • leisten – arbeiten
  • zahlreich – viel
  • Arbeitsraum m. – Raum zum Arbeiten
  • der Kopf raucht – Lernen ist anstrengend und macht müde
  • bunt – verschiedene Farben
  • Sitzkissen n. – grosses Kissen auf dem Boden
  • bequem – komfortabel, gemütlich
  • begeistert sein – etwas sehr gut finden
  • kugeln – rollen
  • sich einig sein – die gleiche Meinung haben

Video: http://www.youtube.com/watch?v=lWXBAVFnurI

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Traumjob mit Tradition

Nachtschicht über den Dächern von Lausanne

Wer gerne abends in Lausanne ausgeht, hat ihn sicher schon gehört: den Turmwächter der Kathedrale. Jede Nacht ruft er zwischen 22 Uhr und 2 Uhr zur vollen Stunde die Zeit aus.

Dieser Beruf hat eine lange Tradition. In der Lausanner Kathedrale gibt es seit 1405 einen Turmwächter. Weil er von seinem Arbeitsplatz die Stadt gut überblicken kann, war früher seine wichtigste Aufgabe das Entdecken von Bränden. Heute ist das nicht mehr nötig, weil jeder mit seinem Handy schnell die Feuerwehr anrufen kann. Deshalb konzentriert sich der Turmwächter inzwischen nur noch auf seine anderen Aufgaben: das Ausrufen der Zeit, das Läuten der Glocke und den Kontakt mit Besuchern auf dem Turm.

Doch die Arbeit ist nicht so leicht, wie sie sich anhört. Um an seinen Arbeitsplatz zu kommen, muss er Nacht für Nacht 160 Stufen hinauf steigen. Neben einer kräftigen Stimme braucht der Turmwächter deshalb eine hohe körperliche Fitness. Er muss schwindelfrei sein und jede Nacht mit wenigen Stunden Schlaf auskommen. Manchmal kann es sogar gefährlich werden auf dem Turm. Der aktuelle Turmwächter Renato Häusler berichtet von Stürmen und Gewittern, bei denen er sich gut festhalten musste, um nicht abzustürzen.

Trotzdem ist die Stelle als Turmwächter heiss begehrt. Als die Stadt Lausanne 2002 einen neuen Turmwächter suchte, meldeten sich 58 Interessierte. Renato Häusler ist glücklich, dass er die Stelle bekommen hat. Ihm gefällt besonders, dass er bei seiner Arbeit zwischen Vergangenheit und Gegenwart vermitteln kann. Er hofft, den Beruf noch lange auszuüben.

Worterklärungen:

  •  Nachtschicht f. – Arbeitszeit in der Nacht
  • Turmwächter m. –  traditioneller Beruf
  • zur vollen Stunde – 8.00 Uhr, 9.00 Uhr, 10.00 Uhr …
  • entdecken, das Entdecken – finden
  • Brand, Brände m. – Feuer
  • läuten, das Läuten – am Sonntagmorgen läuten in der Kirche die Glocken
  • schwindelfrei sein – keine Angst vor der Höhe, z.B. auf einem Turm, einem Balkon
  • mit wenig auskommen – nicht viel brauchen
  • abstürzen – fallen
  • heiss begehrt sein – jeder will es haben
  • Stelle – Arbeitsplatz
  • vermitteln – in Kontakt bringen
  • ausüben – machen, tun

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