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Tischmanieren – Nicht nur beim Geschäftsessen ein Plus

20 nach 4

Kennen Sie die „20 nach 4“- Position? Oder sagt Ihnen die „20 nach 8“-Position etwas? Nein, es geht hier nicht um Uhrzeiten. Das ist auch kein Code für Geheimagenten – aber einer für Kellner in einem Restaurant.

Denn wenn Sie als Gast mit dem Essen fertig sind, legen Sie das Besteck rechts unten auf den Teller, wie bei einer Uhr, die „20 nach 4“ anzeigt. Dann weiss das Personal, dass es Ihren Teller abräumen kann.

20 nach 8

Wenn Sie nur eine Pause machen während des Essens, legen Sie die Gabel links unten auf den Teller und das Messer rechts unten, wie bei einer Uhr, die „20 nach 8“ anzeigt. Benutztes Besteck gehört auf den Teller – man darf es nicht mehr zurück auf den Tisch legen.

Spätestens beim Geschäftsessen mit dem Chef oder mit Geschäftspartnern sollte man Tischmanieren beherrschen. Denn auch sie zählen für den Erfolg einer Verhandlung – nicht nur der CV und die berufliche Leistung.

Tischmanieren lernt man am besten schon als Kind zu Hause. In der Schweiz legen Eltern grossen Wert auf gute Manieren beim Essen. Doch auch hier gibt es einen „Röstigraben“ zwischen der Deutschschweiz und der Romandie, wie eine Studie von Coop aus dem Jahr 2010 (ab Seite 26) zeigt – und die Romands sind strenger als die Deutschschweizer:

  • in 80 % der Haushalte beginnen alle gleichzeitig mit dem Essen
  • in 63 % der Haushalte müssen die Kinder essen, was auf den Tisch kommt (Romandie 78 %, Deutschschweiz 58 %)
  • in 53 % der Haushalte müssen die Kinder am Tisch sitzen bleiben, bis alle fertig sind
  • in 28 % der Haushalte bekommen die Kinder nur dann Dessert, wenn sie den Teller leer gegessen haben (Romandie 36 %, Deutschschweiz 26 %)
  • in 23 % der Haushalte müssen die Kinder den Teller leer essen (Romandie 35 %, Deutschschweiz 19 %)

Vielleicht orientieren sich die anderen Haushalte an russischen Tischmanieren: In Russland ist es höflich, einen Rest auf dem Teller zu lassen. Denn das bedeutet: „Es hat geschmeckt und es war genug.“

Worterklärungen:

  • Besteck n. – Messer, Gabel, Löffel…
  • den Tisch abräumen ≠ den Tisch decken
  • benutzt – man hat etwas damit gemacht
  • gehören, gehört – „Wem gehört die blaue Jacke?“ – „Sie gehört Peter.“
  • beherrschen – etwas sehr gut können
  • Verhandlung f. – „Was kostet das?“ – „50 Franken.“ – „Ich zahle nicht mehr als 35.“ – „Ich kann es ihnen nicht für weniger als 45 verkaufen.“ – „40.“ – „Ok.“
  • Leistung f. – das, was man gearbeitet hat. In der Schule ist eine gute Note eine gute Leistung.
  • Wert legen auf – Ich fahre im Zug 1. Klasse. Ich lege Wert auf Komfort und Platz.
  • streng = strikt
  • Haushalt m. – Personen, die in einer Wohnung oder einem Haus leben. Es gibt Single-Haushalte, Familien-Haushalte…
  • höflich – Er ist höflich. Er hat gute Manieren.
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Mit guten Manieren zum Erfolg

Die Berufswelt von heute ist globalisiert. Wir haben viel mit internationalen Geschäftspartnern zu tun. Um erfolgreich Geschäfte zu machen, muss man klug verhandeln – und dazu gehören auch gute Manieren oder die richtige Etikette.

Aber gute Manieren sind nicht überall gleich! Zwischen den Ländern gibt es zum Teil grosse Unterschiede. Deshalb ist es wichtig, die Manieren einer anderen Kultur genauso zu lernen wie ihre Sprache.

Deutsche kommunizieren sehr direkt. Schweizer finden das unhöflich oder sogar arrogant. Denn in der (Deutsch-)Schweiz legt man viel Wert auf Höflichkeit: Man bittet und dankt oft, und wenn man etwas möchte, formuliert man eine Frage mit dem Konjunktiv.

Schweizer Chef zu seiner Sekretärin: „Könnten Sie bitte Herrn XY anrufen und einen Termin vereinbaren für nächste Woche?“

Deutscher Chef zu seiner Sekretärin: „Rufen Sie Herrn XY an und vereinbaren Sie einen Termin für nächste Woche!“

Wenn man seine Geschäftspartner schon ein bisschen kennt, ist es in Deutschland normal, „Tschüss“ zu sagen. Deutschschweizer finden das aber viel zu informell. Sie sagen es nur zu Freunden. Deshalb sagt man zu ihnen besser „Ade“.

Franzosen legen viel Wert auf die menschliche Seite in einer Geschäftsbeziehung. Intuition und Gefühl sind mindestens genauso wichtig wie Daten und Fakten. Deshalb sind Geschäftsessen ein Schlüssel zum Erfolg – ein Glas Wein inklusive!

Inspiration für die nächste Deutschstunde:

  1. Haben Sie in Ihrem Beruf mit Geschäftspartnern aus Deutschland, der Deutschschweiz oder Frankreich zu tun? Gibt es Unterschiede in der Kommunikation? Erzählen Sie.                                                                                                                                
  2. Schauen Sie die zwei Telefonate im Video (ab 1:05). Vergleichen Sie. Was ist besser im zweiten Telefonat? Denken Sie sich selbst ein Telefonat aus und üben Sie es in der Deutschstunde.

Worterklärungen: 

  • Berufswelt f. = Arbeitswelt
  • Geschäftspartner m. – jemand, mit dem man beruflich Kontakt hat und Geschäfte macht
  • verhandeln – über einen Preis verhandeln/diskutieren z. B. Was kostet das? – 50 Franken. – Ich zahle nicht mehr als 35. – Ich kann es ihnen nicht für weniger als 45 verkaufen. – 40. – Ok.
  • gute Manieren = richtige Etikette – Höflichkeit, höflich sein
  • Wert legen auf – Ich fahre im Zug 1. Klasse. Ich lege Wert auf Komfort und Platz. Das ist mir wichtig.
  • einen Termin vereinbaren = einen Termin machen
  • Geschäftsbeziehung f. – der Kontakt zu einem Geschäftspartner
  • Gefühl n. – Ich glaube, ich habe das Examen bestanden. Ich habe ein gutes Gefühl.

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