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Grundeinkommen – Geld ohne Arbeit?

Schweizer FrankenAm kommenden Sonntag ist es soweit: die Schweizer stimmen ab über das Grundeinkommen. Wahrscheinlich mit „Nein“ – denn die Skepsis ist gross.

Denn wir fragen uns ängstlich: „Wenn jeder 2500 Franken im Monat vom Staat bekäme, würde keiner mehr arbeiten gehen, oder? Was würde dann aus unserem schönen Land werden?“

Jeder würde nur noch machen, was er will… Die Büros blieben leer. Die Regale bei der Migros auch. Züge würden keine mehr fahren. Das CHUV, die Schulen – geschlossen?!

Jeder würde nur noch machen, was er will… Aber was wollen denn die meisten Menschen? Arbeiten!

Eine Umfrage von DemoSCOPE zeigt, dass nur 2% der befragten 1076 Personen aufhören würden zu arbeiten, wenn sie ein Grundeinkommen bekämen.

Wozu gibt es dann überhaupt die Debatte über ein Grundeinkommen?

Initiator Daniel Häni glaubt, dass die Menschen kreativer und produktiver werden, wenn sie nicht arbeiten müssen, sondern können.

Laut Häni gibt das Grundeinkommen den Menschen die Freiheit, das zu arbeiten, was sie gerne tun. Es fördert ihre Selbstbestimmung und Eigenverantwortung:

54% würden sich weiterbilden

53% nähmen sich mehr Zeit für die Familie

22% würden sich selbständig machen

35% würden nachhaltiger konsumieren

Egal, wie die Abstimmung nächsten Sonntag ausgeht – die Idee eines Grundeinkommens bleibt aktuell, in der Schweiz und in vielen anderen europäischen Ländern, z.B. in den Niederlanden und Finnland.

Was halten Sie von der Idee eines Grundeinkommens? Verrückt? Genial? Absurd? Diskutieren Sie in der nächsten Deutschstunde oder schreiben Sie uns einen Kommentar!

Worterklärungen:

  • würde + Infinitiv = Konj. II
  • bekäme – Konj. II von bekommen
  • blieben – Konj. II von bleiben
  • Umfrage f. – man fragt viele Menschen zu einem bestimmten Thema
  • Selbstbestimmung f. – man kann frei entscheiden, was man tun möchte
  • Eigenverantwortung f. – Was ich mit meinem Leben mache, liegt in meiner Hand. Ich entscheide, und ich trage die Konsequenzen.
  • nähmen – Konj. II von nehmen
  • nachhaltig konsumieren – Produkte kaufen, die z.B. lange halten, die man recyclen kann oder die umweltfreundlich produziert sind.
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Was wäre, wenn…

… man nicht mehr arbeiten müsste, sondern dürfte?

… jeder nur noch das arbeiten würde, was ihm Spass macht?

Gäbe es dann nur noch Künstler in Lausanne? Oder würde es immer noch Bankangestellte, Busfahrer und Bäcker geben?

Die Initiative für ein bedingungsloses Grundeinkommen hat inzwischen schon 130 000 Unterschriften gesammelt. Ein grosser Erfolg: 100 000 Unterschriften wären nötig gewesen, nun sind es sogar viele mehr.

Generation Grundeinkommen

Das heisst, es wird in naher Zukunft eine Volksabstimmung über das Grundeinkommen geben. Wenn diese positiv ausfallen würde, wäre das Grundeinkommen für alle Schweizer schon bald Realität.

Dann würde jeder 2500 Franken vom Staat bekommen – egal, was er arbeitet oder ob er überhaupt arbeitet. Die Arbeitslosenkassen könnten schliessen. Die Sozialzentren auch. Die Funktion der Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) würde sich verändern: sie wären nur noch dafür da, um Menschen bei der Suche nach dem Traumjob zu helfen.

Das Leben würde entspannter werden. Jeder hätte genug Geld, um ein einfaches – kein luxuriöses – Leben zu führen. Aber was ist schon Luxus? Das ist eine Frage der Definition: für die einen bedeutet Luxus, viel Geld zu haben und sich teure Dinge kaufen zu können. Für andere kann es Luxus sein, viel Zeit zu haben für sich und die Familie, oder eine Arbeit zu machen, die Freude bringt – auch wenn man damit nicht viel Geld verdient.

Das Grundeinkommen könnte also doch ein Luxusleben ermöglichen: ein Leben mit viel freier Zeit und Freude an der Arbeit.

Die grösste Angst der Kritiker ist, dass mit einem Grundeinkommen niemand mehr arbeiten wollen würde. Aber wäre das wirklich so?

Was meinen Sie? Wie würde sich das Leben verändern, wenn es das Grundeinkommen gäbe? Diskutieren Sie in der Deutschstunde oder schreiben Sie uns einen Kommentar!

Artikel über das Thema der NZZ: http://www.nzz.ch/aktuell/schweiz/impuls-fuer-eine-breite-debatte-1.18162013

Artikel über das Thema des Tages Anzeigers:
http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Auf-dem-Bundesplatz-liegen-acht-Millionen-Fuenfraeppler/story/23595136

Worterklärungen:

  • wäre, müsste, dürfte, würde, gäbe – Konjunktiv II von sein, müssen, dürfen, werden, geben
  • bedingungslos – man bekommt etwas, ohne etwas dafür zu tun
  • Grundeinkommen n. – Basissalär
  • inzwischen – 2011 konnte man in Zügen der SBB noch Billette lösen. Inzwischen hat sich das geändert: man muss das Billett vorher kaufen.
  • Unterschrift f. – Signatur
  • Volksabstimmung f. – in der direkten Demokratie der Schweiz gibt es oft Volksabstimmungen über diverse Themen, z.B. über 6 Wochen Ferien
  • positiv ausfallen = positives Resultat
  • RAV = ORP

Weiterlesen: 2500 Franken im Monat – geschenkt!

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2500 Franken im Monat – geschenkt!

Stellen Sie sich vor, Sie bekommen jeden Monat zweitausendfünfhundert Franken auf Ihr Konto gezahlt. Sie müssen nichts dafür tun. Sie müssen nicht dafür arbeiten. Niemand kontrolliert, was Sie mit dem Geld tun. Sie bekommen das Geld einfach so. Das ist die Idee der Initiative “Für ein bedingungsloses Grundeinkommen”.

Durch das Grundeinkommen hat jeder die Chance, das zu arbeiten, was ihm Spass macht. Man muss nicht mehr irgend etwas arbeiten, nur um Geld zu verdienen. Bisher unbezahlte Arbeit wie z.B. von einer Mutter und Hausfrau wird mit dem Grundeinkommen auch bezahlt.

Jeder bekommt das Grundeinkommen, egal, ob er mit seiner Arbeit viel oder wenig Geld verdient. Das funktioniert so: jemand verdient z.B. 4500 Franken. Dann bekommt er 2500 Franken Grundeinkommen vom Staat und 2000 Franken Salär von seinem Arbeitgeber. Das ist gut für die Firmen, weil die Lohnkosten sinken. Dann können sie in neue Arbeitsplätze investieren.

Aber wie finanziert der Staat das Grundeinkommen? Durch eine Konsumsteuer, die jeder zahlen muss, oder durch eine spezielle Steuer für Reiche.

Das klingt ja alles schön und gut. Aber ist es das wirklich? Kritiker befürchten, dass niemand mehr arbeiten will, wenn es ein Grundeinkommen für alle gibt. Dann  fahren keine Züge der SBB mehr, und im Winter kann niemand mehr Ski laufen, weil die Pisten geschlossen sind. Zum Einkaufen muss man nach Frankreich oder Deutschland fahren, weil in der Schweiz keine Geschäfte mehr offen sind…

Was meinen Sie? Ist das Grundeinkommen eine gute Idee? Oder glauben Sie, dass die Schweizer nicht mehr arbeiten wollen, wenn es ein Grundeinkommen gibt? Diskutieren Sie in der nächsten Deutschstunde. Wie immer freuen wir uns auch über Kommentare!

Worterklärungen:

  • bedingungslos – man bekommt etwas, ohne etwas dafür zu tun
  • Grundeinkommen n. – Basissalär
  • Staat m. – die Schweiz, Deutschland, Frankreich, Italien… sind Staaten
  • Arbeitgeber m. – jemand, der Angestellte hat
  • Lohnkosten f. – Salär + AHV + …
  • Lohn m. = Einkommen = Salär
  • Arbeitsplatz m. – wenn man arbeitet, hat man einen …
  • Steuer f. – der Staat braucht Geld, z.B. um Strassen zu bauen. Deshalb müssen die Bürger Steuern zahlen.
  • Reicher m. – jemand der reich ist, der viel Geld hat
  • befürchten – Angst haben

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