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Sprechen Sie Schweizerisch (II) ?

Schon in der Primarschule entscheidet sich, welche Sprachen in der Schweiz gesprochen werden. Doch auch hier gibt es einen Röstigraben: Die Schüler in der Romandie lernen Deutsch als erste Fremdsprache. Sie haben einen einheitlichen Lehrplan, den Plan d’études romand.

Pendant für die Deutschschweizer Kantone sollte ab 2014 der Lehrplan 21 sein – aber er könnte scheitern. In vielen Deutschschweizer Kantonen steht heute Englisch als erste Fremdsprache auf dem Programm. Ab Klasse fünf soll dann Französisch hinzukommen.

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Aber wegen der aktuellen Debatte um den Lehrplan 21 ist es unklar, ob die zweite Fremdsprache in der Primarschule erhalten bleibt – oder ob sie erst in der siebten Klasse beginnt.

Das alarmiert manche Politiker. Sie sehen ein Problem für den nationalen Zusammenhalt, wenn es in den Primarschulen keinen Französischunterricht mehr gibt – denn wie sollen sich dann Romands und Deutschschweizer verständigen, z.B. im Nationalrat? Auf Englisch?

Ein schwieriges Thema. Für ein nationales „Wir“ in der Schweiz ist es wichtig, dass alle Schweizer zumindest eine der grossen Landessprachen Deutsch oder Französisch können. Für die internationalisierte Berufswelt von heute ist es wichtig, Englisch zu können.

Also was ist wichtiger? Nationale Interessen oder Fitness auf dem internationalen Arbeitsmarkt? Beides ist wichtig. Trotzdem müssen in der Schweiz die Landessprachen an erster Stelle stehen.

Denn es ist sowieso schon nicht leicht, über den Röstigraben zu springen. Man kann diesen Graben nicht schliessen, aber man kann wenigstens darauf achten, dass er nicht noch breiter wird.

Was meinen Sie dazu? Diskutieren Sie in der Deutschstunde, oder schreiben Sie uns auch gerne einen Kommentar!

Weiterlesen:

Sprechen Sie Schweizerisch (I) ?

Babylonien in der Primarschule

Worterklärungen

  • entscheiden – Ja oder Nein? Ich muss mich entscheiden.
  • gesprochen werden – Passiv
  • einheitlich – Am ersten August haben alle Menschen in der Schweiz frei. Es ist ein einheitlicher Feiertag.
  • sollte, könnte – Konjunktiv
  • scheitern – es funktioniert nicht
  • erhalten bleiben – Es ist wichtig, dass die alten Schweizer Traditionen erhalten bleiben.
  • Zusammenhalt m. – alle wollen dasselbe, alle haben das gleiche Ziel
  • verständigen – miteinander sprechen und einander verstehen
  • zumindest – mindestens
  • auf etwas achten – genau hinschauen
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Babylonien in der Primarschule

Die Deutschschweiz debattiert: über den Lehrplan 21. Damit soll der Unterricht in den Primarschulen in allen 21 deutschschweizer Kantonen einheitlich werden. Heute gibt es nämlich immer noch grosse Unterschiede in den Kantonen.

Das macht es den Kindern schwer, wenn die Familie in einen anderen Kanton umzieht. Dann müssen die Kinder viel Stoff nacharbeiten und bekommen manchmal Probleme in der Schule.

Deshalb hat die Konferenz der Erziehungsdirektoren (EDK) einstimmig beschlossen, dass der neue Lehrplan in allen 21 Kantonen zum Schuljahr 2014/2015 in Kraft tritt.

Ein Aspekt des Lehrplans 21 betrifft die zwei Fremdsprachen, die in den meisten Kantonen in der Primarschule obligatorisch sind: eine der Schweizer Landessprachen und Englisch.

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Denn auch hier gibt es Unterschiede: Die Kantone können entscheiden, welche der beiden Fremdsprachen zuerst unterrichtet wird und ab wann die Schüler die Sprachen lernen. Das soll spätestens in der dritten (erste Fremdsprache) und in der fünften Klasse (zweite Fremdsprache) passieren.

Viele Kantone beginnen mit der zweiten Fremdsprache Englisch aber erst in der siebten Klasse. Im Tessin sind die obligatorischen Fremdsprachen Französisch und Deutsch – Englisch gibt es nur als Wahlfach.

Aber ist das wirklich ein Grund zur Sorge? Müssen die Kinder von heute wirklich so früh so viele Sprachen lernen? Die Deutschschweizer Kinder sind ja sowieso schon ganz früh zweisprachig, da Hochdeutsch für die meisten eine Fremdsprache ist.

Zu meiner Schulzeit begann ich mit Englisch in der 5. Klasse, danach lernte ich viele Jahre Latein. Mit Französisch fing ich erst kurz vor meinem 30. Geburtstag an – und konnte es trotzdem nach wenigen Jahren fliessend. Ich glaube, dass man eine Sprache lernt, weil man Freude daran hat, sie zu lernen – und nicht, weil sie in der Schule obligatorisch ist.

Was meinen Sie dazu? Diskutieren Sie in der nächsten Deutschstunde, oder schreiben Sie uns einen Kommentar – wir freuen uns! 

Worterklärungen: 

  • Lehrplan m. – der Lehrplan diktiert, welche Inhalte die Kinder wann in der Schule lernen sollen
  • Unterricht m., unterrichten – Deutschunterricht = Deutschstunde. In der Deutschstunde unterrichtet die Lehrerin Deutsch.
  • einheitlich – alles ist gleich
  • Unterschied m., unterschiedlich – alles ist verschieden
  • Stoff m. – hier: das, was man im Unterricht gelernt hat, die Materie
  • beschliessen – Ich habe beschlossen, mehr Sport zu treiben. Ab morgen fahre ich nur noch mit dem Fahrrad zur Arbeit. = sich entscheiden
  • in Kraft treten – Am 1. Januar 2013 trat die neue Abfalltaxe in Lausanne in Kraft. Seitdem kostet jeder 35 L-Müllsack 2 Franken.
  • entscheiden – Im Tessin ist Englisch ein Wahlfach. Die Schüler können entscheiden, ob sie Englisch lernen wollen oder nicht.
  • beginnen, begann, hat begonnen = anfangen

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