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“Zehn Leinwände unter den Sternen” (Redewendungen II)

…”zehn Leinwände unter den Sternen”? Was bedeutet denn das? Haben Sie das schon auf Französisch übersetzt? Sie werden es sofort verstehen, wenn Sie das Programm von Lausanne Estivale kennen… Auf Deutsch klingt diese Übersetzung schrecklich. Es ist oft der Fall, dass man Redewendungen nicht übersetzten kann. Manchmal klingen sie lustig, manchmal komplett absurd. Aber manchmal passen wörtliche Übersetzungen von Redewendungen aber wie die Faust auf’s Auge (venir comme le poing sur l’oeil  = venir comme un cheveu sur la soupe).

Die Open-Air-Projektionen im Park von Mon-Repos sind meine persönlichen Lieblingsprogrammpunkte von Lausanne Estivale. Die Filme beginnen im August um 21.30 Uhr. Es ist nicht nötig sich besonders zu stylen, denn in der Nacht sind alle Katzen grau (la nuit tous le chats sont gris).

Und wenn es regnet, dann ist das doch nicht die Welt (ce n’est pas la mer à boire)! Der Film wird dann einfach im Kino “Zinéma” gezeigt.
Aber Achtung: Vorsicht ist die Mutter der Porzelankiste (prudence est la mère de la sûreté), besser zu früh kommen als zu spät um einen guten Platz zu bekommen. Und noch ein Tipp: nehmen Sie eine kleine Iso-Matte mit. Denn vorsorgen ist besser als heilen (mieux vaut prévenir que guérir). Eine Antibiotikakur wegen einer Blasenentzündung (cystite) ist nicht so toll.

Obwohl bekanntlich Geld nicht stinkt (l’argent n’a pas d’odeur), freue ich mich, dass die Vorführungen gratis sind. So bleibt noch etwas übrig um ein Eis zu kaufen oder ein Getränk.

Der Film vom 29.8. heisst “Feuer und Flamme” und ist auf Schweizerdeutsch. Das ist eine gute Gelegenheit für alle Schweizerdeutsch-Lerner und -Liebhaber unsere Dialekte zu hören, sich dabei gut zu unterhalten und noch etwas über die Giesserei-Kunst aus St. Gallen zu erfahren. Man muss das Eisen schmieden, solange es heiss ist (il faut battre le fer tant qu’il est chaud): Nehmen Sie also jetzt gleich Ihre Agenda und schreiben Sie den Termin hinein!

Waren Sie noch nie an einer Vorführung von “dix toiles sous les étoiles” im Park Mon-Repos? Sind Sie noch nicht sicher, ob es Ihnen gefallen wird? Dann würde ich zum Schluss noch sagen: probieren geht über studieren (expérience passe sience)!

Waren Sie dieses Jahr schon im Open-Air-Kino? Was haben Sie gesehen? Wie hat Ihnen der Film und die Erfahrung, draussen zu sein, gefallen?

 

 

 

 

 

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Eine wahre (Weihnachts-)Geschichte

Welche Kleidungsstücke könnten Sie einer fremden Person ausleihen?

Ihre Jacke? Den Pullover? Vielleicht sogar eine Ihrer Hosen? Aber würden Sie auch jemandem Wildfremden Ihre geliebten Jogging-Schuhe geben?

Als ich diesen Herbst eine Wanderung in den Gastlosen (Freiburger Voralpen) machte passierte mir Folgendes (eine Beschreibung der Wanderung finden Sie auf Espace Loisir) :

Als ich auf dem Jaun-Pass aus dem Postauto stieg, merkte ich, dass etwas mit meinen Wanderschuhen nicht stimmte. Wir hatten geplant innert zwei Stunden zum Chalet Grat zu wandern, dort zu essen und zu schlafen, und am nächsten Tag die Gastlosen-Tour (ca 5 Stunden) zu machen. Diese Wanderung war ein Geschenk von mir an meine Mutter.

Gastlosen

Gastlosen

Aber da stimmte etwas mit meinen Schuhen nicht! Ich schaute genauer hin und sah, wie sie sich zersetzten. Sie fielen auseinander. Die Sohle kam weg, die Füllung des Absatzes kam raus, auf der Strasse lagen blaue Gummiteile von meinen Schuhen.
Ich konnte unmöglich mit diese Schuhen weitergehen. Ein anderes Paar hatte ich aber nicht dabei. Es war schon nach 16.00 Uhr und wir standen ratlos herum.

Da kam ein Mann vorbei, den wir vorher schon einmal kurz gesehen hatten. Ich nahm meinen ganzen Mut zusammen und erzählte ihm von meinem Unglück. Ich hatte keine Ahnung, wie er mir helfen könnte oder wie eine Lösung aussehen könnte. Trotzdem zeigte ich ihm meine Schuhe.
Er machte zuerst den Vorschlag, sie mit Klebeband zu reparieren und brachte mir gelbes Teppichklebeband. Aber es funktionierte nicht. Die Schuhe waren schon in einem zu schlechten Zustand.

Da bot er mir spontan seine Joggingschuhe an! Seine Schuhgrösse war 3 Nummern grösser als meine, aber in einer solchen Situation ist man nicht wählerisch.
Ich probierte sie an und war happy. Ich konnte es fast nicht glauben. Dieser Mann kannte mich nicht!
Er gab mir seine Visitenkarte und sagte mir, ich könne die Schuhe ja zurückschicken.

Joggingschuhe von Leo

Joggingschuhe von Leo

Die Wanderung mit meiner Mutter war und bleibt unvergesslich.

Es ist ein sehr schönes Gefühl ist, zu wissen, dass es grosszügige und hilfsbereite Menschen gibt. Und ich hatte das Glück einen davon zu treffen. Oder ist gar nicht so viel Glück dabei? Gäbe es mehr hilfsbereite Menschen, wenn mehr um Hilfe gebeten würde?

So oder so, ich danke Leo nochmal ganz herzlich für seine Grosszügigkeit und sein Vertrauen. Hoffentlich kann ich auch bald jemandem einen grossen Gefallen erweisen…

Hätten Sie einer fermden Wanderin oder Wanderer auch Ihre Schuhe ausgeliehen?
Wann hatten Sie das letzte Mal die Gelegenheit einen Gefallen zu erweisen?
Schreiben Sie mir!

Wortschatz

wildfremd = totalement étranger
etwas stimmt nicht = qq chose ne joue pas /n’est pas juste
sich zersetzen = se décomposer
auseinander fallen = se déliter
Klebeband = ruban adhésif
in einem schlechten Zustand sein = être en mauvaus état
wählerisch = faire la fine bouche
grosszügig = généreux
hilfsbereit = serviable
Vertrauen (das) = confiance
jemandem einen Gefallen erweisen = rendre un service à quelqu’un

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Griechenland – Kultur, Geschichte, und Meer (1)

Der Sommer ist da, und mit ihm die Ferienzeit. Ferienzeit ist auch Reisezeit: Haben Sie ihre Ferienreise schon gebucht? Oder sind Sie noch auf der Suche nach dem richtigen Reiseziel?

Es soll nicht zu weit weg sein – aber weit genug, um den Alltag wirklich hinter uns zu lassen. Denn wie oft haben wir im Büro vor einem Berg stressiger Arbeit gesessen und uns gewünscht, auf einer einsamen Insel zu sein…

…auf einer einsamen Insel wie Milos in Griechenland!

Milos gehört zu der Inselgruppe der Kykladen in der Südlichen Ägäis. Sie ist eine Vulkaninsel. Der letzte Ausbruch liegt zwar schon 60’000 Jahre zurück, aber der Vulkan ist immer noch aktiv. Deswegen findet man auf Milos auch viele verschiedene Gesteine und Mineralien: Obsidian, Quarz und – Gold!

Milos bekommt deshalb oft den Namen “Insel der Farben”. Denn die verschiedenen Gesteine mit ihren verschiedenen Farben geben der Insel viele verschiedene “Gesichter”, z.B. die weiße Mondlandschaft von Sarakiniko, oder die roten und gelben Felsen von Paleochori.

Doch nicht nur die Steine auf Milos sind bunt: in kleinen Orten an der Küste gibt es die Syrmata. Das sind Häuser direkt am Meer, in denen Fischer wohnen und im Winter ihre Boote unterstellen. Die Syrmata sind weiss mit bunten Balkonen und Türen – ein echter “Hingucker”!

Wenn Sie also diesen Sommer frische Farbe in ihren grauen Alltag bringen wollen: auf nach Milos!

Inspiration für die nächste Deutschstunde: 

1. Verreisen Sie diesen Sommer? Oder machen Sie Ferien in “Balkonien”? Was ist Ihr liebstes Reiseziel? Diskutieren Sie. 

2. Sie reisen auf eine einsame Insel und dürfen nur drei Dinge mitnehmen. Welche sind das?

Links zu Milos:

Wikipedia

Blog über Milos

Offizielle Webseite von Milos, auf Griechisch, Englisch, Italienisch

Worterklärungen: 

  • buchen, gebucht – eine Reise buchen, ein Hotel buchen, ein Flugticket kaufen
  • auf der Suche sein – suchen
  • einsam – allein
  • zu etwas gehören – Teil von etwas sein
  • Ausbruch m. – hier: Vulkanausbruch
  • zurückliegen – etwas liegt lange zurück = es ist vor vielen Jahren passiert
  • Gestein n. – Steine, Felsen
  • Felsen m. – großer Stein
  • Landschaft f. – Die Landschaft der Schweiz: Berge, Täler, Seen.
  • Mondlandschaft f. – Hier sieht es aus wie auf dem Mond.
  • bunt – viele Farben
  • Küste f. – Der Genfersee hat ein Ufer. Das Mittelmeer hat eine …
  • unterstellen – Wenn es regnet, stellen wir uns unter (… ein Dach, oder unter einen Schirm).
  • Hingucker n. – Etwas besonders schönes oder auffälliges, z.B. in Lausanne im Flon die Fassade des “Trophy” Sportgeschäfts

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Mehr Ferien? Die Schweizer sagen “Nein”!

Am Sonntag haben die Schweizer abgestimmt: ein klares “Nein!” zu sechs Wochen Ferien. Seit 1984 haben die Schweizer vier Wochen Ferien. Aber heute, in der Zeit von Computer und Globalisierung, ist die Arbeit stressiger und anstrengender als früher.

Deshalb sagt die Initiative “6 Wochen Ferien für alle”, vier oder fünf Wochen Ferien genügen nicht mehr. Viele Arbeitnehmer sind oft krank, und oft ist die Diagnose: “Burnout”. Mehr Ferien sind wichtig für die Gesundheit. Wenn man öfter Ferien macht, bleibt man gesund und ist produktiver bei der Arbeit.

Die Schweizer Arbeitnehmer sehen das aber nicht so. Die Abstimmung von Sonntag hat gezeigt: vier Wochen Ferien genügen den Schweizern.

Andere Länder in Europa haben mehr Ferien als die Schweiz. In Deutschland und in Frankreich sind sechs Wochen Ferien ganz normal. Man arbeitet dort auch weniger Stunden als in der Schweiz.

International sieht es anders aus: in den USA und in Kanada haben die Menschen nur zwei oder drei Wochen Ferien und finden das ganz normal. In China ist es normal, sechs oder sieben Tage in der Woche zu arbeiten. Und Ferien? Eine Woche im Jahr genügt!

Aus der Sicht eines Amerikaners oder eines Chinesen haben die Schweizer also ganz viel Ferien!

Inspiration für die nächste Deutschstunde:

Ferien können auch stressig sein, besonders wenn man verreisen will. Schauen Sie das Video. Wohin möchte der Mann reisen und warum? Was will er bei der Reservierung ändern? Welche alternativen Flüge bietet ihm die Dame im Reisebüro an?

Worterklärungen

  • abstimmen – wählen. Wer ist dafür? Wer ist dagegen?
  • anstrengend – Die Arbeit ist anstrengend. Danach ist man sehr müde.
  • genügen – Das Essen genügt mir. Ich habe genug gegessen. Ich bin satt.
  • Arbeitnehmer m. ≠ Arbeitgeber m. Der Chef ist der Arbeitgeber.
  • aus der Sicht – aus der Perspektive
  • Reisebüro n. – Dort kann man eine Reise buchen.
  • anbieten – offerieren

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