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Sprachkurse – mal anders! Mit Yoga…

Wer hatte nicht schon einmal in seinem Leben Sprachunterricht : Grammatik, Aufgaben dazu und Wortschatz lernen…

Klar, so kann man auch Sprachen lernen. Aber nicht nur! Es gibt viele Leute, denen eine solche Art zu lernen nicht unbedingt liegt. Diese Lernenden brauchen andere Methoden oder möchten spezifisch und praxisbezogen lernen. Unsere Lehrer kommen diesen Wünschen gerne nach und passen sich den Bedürfnissen der Schüler an. Die Lehrer entwickeln immer wieder eigene, kreative, aktive und so auch Kurse der etwas anderer Art.

Einige Erfahrungen, welche wir gesammelt haben, teilen wir gerne in den nachfolgenden Blogs.

Deutschlernen mit Yoga

Ein Text von Nadine, Deutschlehrerin bei Espace Allemand seit 2010.

Letztes Jahr hatte ich eine Schülerin, die in der Ausbildung zur Ergotherapeutin war. Ihr Ziel war, später in der Deutschschweiz zu arbeiten, also wollte sie ihr Deutsch verbessern. Wir begannen mit gemeinsamen Yoga-Übungen, die sie erklären sollte. Den Wortschatz hat sie vorher gelernt. Wir lachten viel (hauptsächlich wegen meinen komischen Figuren) und waren in ständiger Bewegung.

Einige Kurse später setzten wir das Gelernte in die Praxis um und inszenierten mögliche Situationen zwischen Therapeut und Patient, was wiederum sehr aktiv und mit viel Bewegung verbunden war.

Die Fortschritte waren schnell erkennbar, die Schülerin war motiviert. Das Gelernte war für sie von grossem Nutzen für ihren zukünftigen Alltag in der anderen Sprachregion.

Mir machte es Freude, die Fortschritte meiner Schülerin zu sehen und ich erhielt als positiven Nebeneffekt sogar ein besseres Gleichgewicht und etwas mehr Beweglichkeit.

Wortschatz:

die Ausbildung = la formation
hauptsächlich = principalement
in ständiger Bewegung sein = être constamment en train de bouger
umsetzen = mettre en pratique
der Fortschritt = le progrès
erkennbar = visiblezukünftiger Alltag = quoditien futurder Nebeneffekt = l’effet secondaire
das Gleichgewicht = l’équilibre

 

 

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Das Mittelalter im Jahr 2016

Espace Allemand

Jedes Jahr findet in der Nähe von München ein Ritterturnier in Kaltenberg statt. Es ist ein mittelalterliches Festival für Gross und Klein. Im Sommer besuchte ich diesen verzauberten Ort mit meiner Familie. Wir verkleideten uns und waren eine bunte Gruppe aus Prinzessinnen, Hofdamen, Mönchen und Rittern. Das Festival findet auf einem Hügel in einem Wald statt. Es gibt sogar ein richtiges Schloss und eine Arena, wo es am Abend ein Ritterturnier gab. Wir waren früh dort, marschierten durch ein Tor und kamen auf den mittelalterlichen Markt mit vielen kleinen Hütten aus Holz. Es gab viele Stände mit wunderschönem Schmuck, Kleidern, Instrumenten, Bierkrügen, geräuchertem Fleisch und sogar mit richtigen Schwertern. Dazwischen gab es immer wieder Stände mit traditionellem Essen, das sehr lecker schmeckte. Der Markt war sehr gross! Wir sahen viele Künstler, Jongleure und Musiker, die auf verschiedenen Bühnen ihr Talent zeigten. Um neun Uhr begann das Ritterturnier mit einem lauten Knall. Lichter flackerten auf, Musik ertönte und ein Erzähler erzählte allen die Geschichte, die mit echten Pferden, Rittern und vielen anderen Akteuren vorgespielt wurde. Das Highlight für mich waren die Lanzenkämpfe, auch ‘Tjost’ genannt, auf den Pferden. Dabei kam mir das deutsche Sprichwort: „Für jemanden eine Lanze brechen“ in den Sinn, das bedeutet: „sich für jemanden einsetzen.“

Haben Sie schon einmal eine Lanze für jemanden gebrochen?

Worterklärung:

  • Ritterturnier: Männer, die im Mittelalter gegeneinander kämpfen
  • verkleiden: verschiedene Kleider anziehen, um auszusehen wie jemand anderes
  • geräuchertes Fleich : Fleisch, das über dem Feuer im Rauch gehangen hat
  • Schwerter: sehr lange, grosse Messer für die Ritter zum kämpfen
  • Knall: ein sehr lautes, kurzes Geräusch, wie bei einer Explosion
  • Lanze: ein sehr langer Stock mit einem Metallspitz vorne
  • Für jemanden eine Lanze brechen = rompre une lance pour quelqu’un/ s’engager pour quelqu‘un

Mehr infos: http://www.ritterturnier.de/

 

 

 

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Wie kann ich effektiver Vokabeln lernen?

„Was bedeutet das nochmal? Ich habe das Wort doch schon so oft gehört… aber ich kann es mir einfach nicht merken!“ Manche Wörter sind kapriziös – auch wenn wir es wieder und wieder versuchen, wollen sie einfach nicht in unseren Kopf hinein.

Aber mit diesen fünf Tricks klappt es: 

1. Bilden Sie mindestens fünf verschiedene Sätze, die das Wort enthalten. Schreiben Sie sie von Hand auf. Das, was wir mit der Hand schreiben, merken wir uns besser als das, was wir am Computer tippen.

2. Üben Sie die Wörter gezielt im Gespräch, z.B. mit einem deutschsprachigen Kollegen beim Mittagessen oder mit einem Tandem-Partner. Denn das, worüber wir sprechen, können wir uns gut merken.

3. „Malen“ Sie ein Bild in Ihrer Fantasie, das die Vokabel und ihre Bedeutung enthält. Beispiel für die Tür: Je ferme la porte de ma voiture. Sie können auch Namen von Filmstars, Monumenten oder Städten nehmen. Hauptsache, es hilft Ihnen, die Vokabel zu visualisieren – denn dann lernen Sie das Wort ganz sicher!

4. Vokabeln lernen mit Kärtchen ist Ihnen auf Dauer zu langweilig? Probieren Sie doch mal kostenlose Online-Vokabeltrainer wie z.B. voodle oder VocBox (auch mit iphone App). Sie können Ihre Vokabeln dort eingeben, und dann trainiert der Online-Trainer mit Ihnen. Die besonders „harten Nüsse“ unter den Vokabeln fragt der Trainer besonders oft ab – und bald haben sie die Nuss geknackt!

5. Sind Sie ein visueller Lerntyp? Lernen Sie Ihre Vokabeln via Mindmap! Auf dem – aktuell noch – kostenlosen Online-Portal planet-tmx können Sie ganz einfach Ihre eigene Mindmap kreieren (siehe Video unten). So können Sie effektiv viele Vokabeln zu einem bestimmten Thema visualisieren – und sich die Wörter besser merken.

Und nun: Viel Erfolg, frische Motivation und viel Spass beim Lernen!

Worterklärungen:

  • bedeuten – hier: heissen
  • enthalten – es ist darin
  • Gespräch n. – Konversation
  • Hauptsache f. – am wichtigsten
  • Kärtchen n. – kleine Karte, Karteikarte
  • langweilig – monoton
  • besonders – sehr, speziell
  • „harte Nuss“ – etwas ist sehr schwierig
  • eine Nuss knacken = eine Nuss öffnen. Hier: eine schwierige Aufgabe lösen

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Lernen mit Plan

Foto: Horia Varlan, flickr creative commons

Foto: Horia Varlan, flickr creative commons

Unser Alltag ist heute oft straff durchorganisiert. Meetings, Präsentation des neuen Projektes, Arbeitsessen mit dem Chef… Unsere Agenda ist voll mit Terminen. Der Deutschkurs, den Sie gerade machen, ist einer davon.

Aber wie sieht es mit dem Lernen aus? Das steht oft nicht in unserem Terminkalender. Wir lernen, wenn gerade Zeit ist oder wenn wir Lust dazu haben.

Am Anfang ist das auch kein Problem. Wenn wir mit dem Deutschkurs beginnen, sind wir motiviert und es fällt uns leicht, in unserer Freizeit im Kursbuch zu lesen oder Übungen zu machen – wir wollen etwas lernen und haben Spass daran.

Dann aber wird der Kurs zur Routine. Vielleicht haben wir unser Lernziel – temporär – aus den Augen verloren. Vielleicht lernen wir auch nicht mehr so schnell wie am Anfang und sehen im Moment keine grossen Fortschritte.

Gerade dann ist es besonders wichtig, am Ball zu bleiben und regelmässig weiter zu üben.

Hier sind fünf Tipps, wie Sie das Lernen besser organisieren können – und frische Motivation bekommen:

1. Planen Sie in Ihrer Agenda feste Zeiten für das Lernen ein, z.B. jeden Morgen vor der Arbeit oder abends direkt nach dem Abendessen.

2. Teilen Sie das Lernen in kleine „Portionen“ ein. Optimal ist es, wenn Sie jeden Tag lernen – und wenn es auch nur 20 Minuten sind.

3. Sorgen Sie für Abwechslung beim Lernen, z.B. Montags ein Video schauen zum Thema Firmenportäts, Dienstag eine Grammatiklektion aus dem Kursbuch, Mittwoch Vokabeln lernen mit Karteikarten etc.

4. Machen Sie kleine Tests, um Ihre Lernfortschritte zu prüfen, z.B. den Test am Ende einer Lektion in Ihrem Kursbuch, oder beim Vokabeln lernen mit Karteikarten.

5. Belohnen Sie sich für das Lernen: Wenn Sie Ihre Lerneinheit gemacht haben, gönnen Sie sich einen Kaffee/ein Stück Schokolade…

Und nun: Viel Erfolg beim Lernen!

Worterklärungen:

  • straff – strikt
  • Terminkalender m. – Agenda
  • Lernziel n. – Warum, wofür lerne ich?
  • Fortschritt m. – Ich mache Fortschritte beim Lernen. Ich spreche heute schon viel besser Deutsch als letztes Jahr.
  • am Ball bleiben – Redewendung: weitermachen (auch wenn man gerade keine Lust hat)
  • regelmässig – z.B. jeden Tag, jede Woche, jeden Monat…
  • Abwechslung f. – Variation
  • Karteikarte f. – kleine Karten für Notizen, kariert oder liniert, die man in der Papeterie kaufen kann
  • Lerneinheit f. – Zeit, in der ich lerne, z.B. 30 Minuten jeden Abend
  • sich gönnen – Ich habe hart gearbeitet. Jetzt habe ich eine Belohnung verdient. Ich gönne mir ein Essen im Restaurant mit meiner Freundin.

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Lernen mit Bewegung

Foto: See-ming Lee, flickr creative commons

Foto: See-ming Lee, flickr creative commons

Obwohl es offiziell noch Winter ist, liegt der Frühling an manchen Tagen schon in der Luft. Wenn das Wetter schön ist und die Sonne scheint, hat man Lust rauszugehen und Sport zu treiben.

„Hm“, denken Sie jetzt vielleicht, „das würde ich ja gern – aber ich muss noch für meinen Deutschkurs lernen…“ Und lernen – das tut man im Sitzen am Schreibtisch, oder?

Wir sitzen heute viel: bei der Arbeit im Büro und danach zur Entspannung zu Hause auf dem Sofa. Wir haben schon oft gehört (und selbst gespürt), dass zu viel sitzen nicht gesund für unseren Körper ist. Aber hat es auch einen Einfluss auf unser Gehirn?

Den hat es tatsächlich. Neurowissenschaftler haben in verschiedenen Studien herausgefunden, dass körperlich fitte Menschen auch geistig fitter sind.

Durch Bewegung wird das Gehirn besser durchblutet und mit Sauerstoff versorgt. Regelmässiger Sport wie Joggen, Inline Skaten oder Velo fahren aktiviert außerdem die Produktion von Serotonin im Gehirn. Serotonin macht nicht nur glücklich, es macht auch leistungsfähiger.

5 Tipps, wie Sie effektiver lernen mit Bewegung:

1.   Nehmen Sie Ihre Deutsch-Lektionen mit zum Sport. Beim Joggen oder Spazierengehen können Sie z.B. Podcasts aus dem Deutschschweizer Radio oder Deutschen Welle auf Ihrem mp3-Player hören.

2.  Machen Sie regelmässig kleine Lernpausen, in denen Sie sich bewegen. Das Video unten zeigt einige Übungen, die Sie gut am Schreibtisch machen können.

3.  Tauschen Sie Ihren Schreibtischstuhl doch mal gegen einen Gymnastikball oder einen ergonomischen Hocker für aktives Sitzen.

4.  Wenn Sie einen Tandem-Partner haben, um Deutsche Konversation zu üben: Treffen Sie sich anstatt im Café im Park, um eine Runde zu joggen, oder machen Sie zusammen eine Velotour.

5.  Denken oder sagen Sie z.B. im Haushalt doch öfter mal auf Deutsch, was Sie gerade tun. So bekommt die Hausarbeit einen zweiten Sinn und macht gleich wieder mehr Spass.

Keine Zeit für regelmässigen Sport? Tipps für mehr Bewegung im Alltag finden Sie hier.

Worterklärungen:

  • Bewegung f. – Aufstehen, Herumlaufen, Rennen, Schwimmen…
  • spüren – fühlen
  • Einfluss m. – Wenn wir gut schlafen, sind wir am nächsten Tag fit. Der Schlaf hat einen Einfluss darauf, wie es uns geht.
  • Neurowissenschaftler m. – Spezialist für das Gehirn
  • herausfinden – Wann fährt ein Zug nach Bern morgen früh? Vielleicht kann ich es über das Internet herausfinden.
  • Sauerstoff m. – O2
  • versorgen – Ich bin gut versorgt. Ich bekomme alles, was ich brauche
  • leistungsfähig – Ich kann viel arbeiten.

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