Archive for category Wirtschaft

Der eigene Chef sein

Wieder eine neue Woche im Büro ? Wieder mal viel zu erledigen ? Wieder mal das Gefühl gehabt, nur für andere zu arbeiten und gar nicht für sich selbst?

Vielleicht denken Sie sich ja schon länger: Was mein Chef kann, kann ich auch! Nach vielen Jahren im Beruf haben Sie die nötige Expertise, um in diesem Metier Ihre eigene Firma zu gründen. Oder Sie träumen von einer ganz anderen Tätigkeit – vielleicht einem Hobby, das Sie zu Ihrem Beruf machen könnten.

Doch bevor Sie den Schritt in die Selbständigkeit wagen, sollten Sie sich und Ihre Motivation gründlich prüfen. Denn eines ist klar: Die Selbständigkeit ist keine komfortable Pauschalreise, sondern ein Abenteuerurlaub…

…wenn man dabei überhaupt von Urlaub sprechen kann! Denn Ferien sind in der ersten Zeit als Selbständiger kaum oder gar nicht drin – sondern arbeiten, arbeiten und nochmals arbeiten heisst die Devise. Arbeitstage von 12 Stunden sind die Regel, bei 50 % des Einkommens, das man als Angestellter hatte.

Hier können Sie testen, ob die Selbständigkeit etwas für Sie ist.

Der Test hat ergeben, dass Sie ein Unternehmertyp sind? Ihre Geschäftsidee ist marktreif? Sie haben die finanziellen Mittel, um Ihr Start-Up zu realisieren? Aber Sie fürchten, nun immer allein in Ihrem Büro zu sitzen, ohne Kollegen?

Dann ist ein Co-Working-Büro vielleicht genau das richtige für Sie! Dort können Sie zusammen mit anderen Selbständigen arbeiten. In Lausanne gibt es mehrere Co-Working-Büros, z.B. L’ECLAU oder La Muse (auch in Genf).

Im Video finden Sie noch einmal alle wichtigen Punkte zur Selbständigkeit zusammengefasst:

Worterklärungen:

  • erledigen – Im Büro muss man jeden Tag viele Dinge erledigen: E-Mails beantworten, Telefonate führen, Kaffee kochen 😉 …
  • Tätigkeit f. – das, was man tut (Arbeit, Hobby etc.)
  • könnte – Konj. II von können
  • sollte – Konj. II von sollen
  • Selbständigkeit f. – Chef der eigenen Firma sein, oder freiberuflich arbeiten
  • gründlich – präzise, genau
  • Pauschalreise f. – eine Reise, die komplett organisiert ist (Flug, Hotel, Programm…)
  • etwas ist drin – (ugs.) es geht
  • Einkommen n. – Salär
  • Angestellter m. – man arbeitet für eine Firma, für einen Chef
  • Unternehmer m. – jemand, der eine eigene Firma hat
  • Geschäftsidee f. – sie ist die Basis für ein erfolgreiches Unternehmen
  • marktreif – es gibt einen Markt für die Geschäftsidee
  • fürchten – Angst haben
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Was wäre, wenn…

… man nicht mehr arbeiten müsste, sondern dürfte?

… jeder nur noch das arbeiten würde, was ihm Spass macht?

Gäbe es dann nur noch Künstler in Lausanne? Oder würde es immer noch Bankangestellte, Busfahrer und Bäcker geben?

Die Initiative für ein bedingungsloses Grundeinkommen hat inzwischen schon 130 000 Unterschriften gesammelt. Ein grosser Erfolg: 100 000 Unterschriften wären nötig gewesen, nun sind es sogar viele mehr.

Generation Grundeinkommen

Das heisst, es wird in naher Zukunft eine Volksabstimmung über das Grundeinkommen geben. Wenn diese positiv ausfallen würde, wäre das Grundeinkommen für alle Schweizer schon bald Realität.

Dann würde jeder 2500 Franken vom Staat bekommen – egal, was er arbeitet oder ob er überhaupt arbeitet. Die Arbeitslosenkassen könnten schliessen. Die Sozialzentren auch. Die Funktion der Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) würde sich verändern: sie wären nur noch dafür da, um Menschen bei der Suche nach dem Traumjob zu helfen.

Das Leben würde entspannter werden. Jeder hätte genug Geld, um ein einfaches – kein luxuriöses – Leben zu führen. Aber was ist schon Luxus? Das ist eine Frage der Definition: für die einen bedeutet Luxus, viel Geld zu haben und sich teure Dinge kaufen zu können. Für andere kann es Luxus sein, viel Zeit zu haben für sich und die Familie, oder eine Arbeit zu machen, die Freude bringt – auch wenn man damit nicht viel Geld verdient.

Das Grundeinkommen könnte also doch ein Luxusleben ermöglichen: ein Leben mit viel freier Zeit und Freude an der Arbeit.

Die grösste Angst der Kritiker ist, dass mit einem Grundeinkommen niemand mehr arbeiten wollen würde. Aber wäre das wirklich so?

Was meinen Sie? Wie würde sich das Leben verändern, wenn es das Grundeinkommen gäbe? Diskutieren Sie in der Deutschstunde oder schreiben Sie uns einen Kommentar!

Artikel über das Thema der NZZ: http://www.nzz.ch/aktuell/schweiz/impuls-fuer-eine-breite-debatte-1.18162013

Artikel über das Thema des Tages Anzeigers:
http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Auf-dem-Bundesplatz-liegen-acht-Millionen-Fuenfraeppler/story/23595136

Worterklärungen:

  • wäre, müsste, dürfte, würde, gäbe – Konjunktiv II von sein, müssen, dürfen, werden, geben
  • bedingungslos – man bekommt etwas, ohne etwas dafür zu tun
  • Grundeinkommen n. – Basissalär
  • inzwischen – 2011 konnte man in Zügen der SBB noch Billette lösen. Inzwischen hat sich das geändert: man muss das Billett vorher kaufen.
  • Unterschrift f. – Signatur
  • Volksabstimmung f. – in der direkten Demokratie der Schweiz gibt es oft Volksabstimmungen über diverse Themen, z.B. über 6 Wochen Ferien
  • positiv ausfallen = positives Resultat
  • RAV = ORP

Weiterlesen: 2500 Franken im Monat – geschenkt!

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Die Turbo-Region – der Arc Lémanique

1. August: Es gibt allen Grund zu feiern. Besonders in der Genferseeregion. Denn sie ist die wirtschaftlich erfolgreichste Region der Schweiz. Seit dem Jahr 2000 betrug das Wachstum über 25 % (Region Zürich: 15 %). Seitdem schafft die Romandie auch mehr neue Arbeitsplätze als die Deutschschweiz. Die Kantone Waadt und Genf sind schuldenfrei.

Das war nicht immer so: In den neunziger Jahren erlebten beide Kantone eine Krise, die sich auch in einer negativen finanziellen Bilanz manifestierte. Die Kantone waren hoch verschuldet. Doch dank ihrer soliden und innovativen Wirtschaftspolitik ist es Waadt und Genf gelungen, heute so gut dazustehen.

Das Erfolgsgeheimnis der Romandie hat viele Facetten: traditionelle Wirtschaftszweige wie die Herstellung von Uhren und neue wie Biotechnologie boomen in der Region. Viele ausländische Firmen siedeln sich hier an und rekrutieren Mitarbeiter aus der Schweiz oder dem Ausland. Die Bevölkerung in der Region wächst rasant.

Aber es gibt auch eine Kehrseite der Medaille: Die Züge zwischen Lausanne und Genf sind morgens und nachmittags so voll, dass man kaum einen Sitzplatz findet. Auf der Autobahn steht man im Stau.

Auch der Wohnungsmarkt ist angespannt. Die Mieten steigen, und es ist sehr schwer, eine Wohnung zu finden. Es werden zwar neue Wohnungen gebaut, aber die Nachfrage ist höher als das Angebot.

Mit dem Bau neuer Wohnungen bleibt immer weniger Frei-Raum zur Erholung. Die attraktive Region mit ihrer schönen Landschaft könnte sich mehr und mehr zu einer Betonwüste entwickeln – und dann wäre es vorbei mit der Attraktivität.

Aber so schwarz wollen wir heute nicht malen: Wir freuen uns, dass es am Genfersee so gut läuft und wünschen allen Menschen in der Region einen guten Nationalfeiertag.

P.S. Ein sehr schöner Ort in Lausanne, um das Feuerwerk anzuschauen, ist der Parc de Montbenon

Worterklärungen:

  • es gibt allen Grund zu … – es gibt viele Argumente für…
  • wirtschaftlich – ökonomisch
  • betragen, betrug – hier: ist gleich
  • schaffen – kreieren
  • schuldenfrei ≠ verschuldet. Jemand hat mir 20 Franken geliehen. Ich habe 20 Franken Schulden bei ihm, bis ich sie ihm zurückgebe.
  • dank = wegen
  • gelingen, gelungen – Das Rezept für die Pizza war sehr gut – sie ist mir sofort gelungen.
  • Kehrseite der Medaille – (Redewendung) negative Aspekte
  • Nachfrage f. / Angebot n. – Ich habe 100 Pizzas gebacken, 120 Leute möchten eine Pizza kaufen: Die Nachfrage ist höher als das Angebot.
  • Erholung f. – Am 1. August muss niemand arbeiten. Alle können sich erholen und tun, was ihnen Spass macht.
  • Betonwüste f. – Wenn es nur noch Häuser und Strassen gibt und fast keine Natur mehr, dann lebt man in einer Betonwüste.
  • wäre – Konjunktiv II von sein
  • schwarz malen – (Redewendung) alles negativ sehen

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