Archive for category Wirtschaft

Buch oder Ebook – Wie lesen wir am liebsten?

buch vs. ebook

Foto: Maria Elena, flickr

Ich bin kein Digital Native – dafür bin ich zu alt. Trotzdem habe ich ein Smartphone und möchte auf mein iPad nicht mehr verzichten. Nachrichten lese ich online, Filme leihe ich per Streaming aus, meine Musiksammlung ist digitalisiert. Ich mag unsere schöne neue digitale Welt.

Aber in einem Punkt bin ich hoffnungslos altmodisch: Ich liebe Bücher. Ich liebe den Geruch von Papier. Das leise Rascheln, wenn man die Seiten umblättert.

Ebooks haben es bei mir nicht leicht. Meistens lese ich nur wenige Seiten, und dann verstauben die Ebooks im digitalen Bücherregal.

Was haben Bücher, was Ebooks nicht haben? 

Auf dem Papier können meine Augen entspannen. Das lange Lesen auf dem Bildschirm finde ich ermüdend. Ebooks sind nicht so schön gestaltet wie die Printversion. Sie kosten oft fast das gleiche wie ein “richtiges” Buch aus Papier. Aber ein Buch kann man verleihen, verschenken oder wieder verkaufen – mit einem Ebook funktioniert das nicht.

Ebooks haben natürlich auch positive Seiten:

Eine ganze Bibliothek passt in einen kleinen Ebook-Reader oder in eine App. Das ist interessant für Leseratten, die sehr viel lesen und für Menschen, die viel unterwegs sind. Man muss nur aufpassen, dass die Batterie nicht gerade dann leer ist, wenn man am Strand liegt und der Krimi ins Finale geht…

Wie auch bei Musik und Film gibt es heute immer mehr Streamingdienste für Ebooks, z.B. Skoobe, Readyfy und amazon. Das Angebot ist aber noch limitiert und die Autoren verdienen nur wenig Geld damit.

In den USA greifen ca. 25 % der Leser zum Ebook, in der Schweiz sind es nur 8 %. Das wird sich in Zukunft wahrscheinlich ändern. Doch im Moment sind Buchhandlungen noch sehr beliebt: Payot hat gerade in Genf eine neue Filiale eröffnet – auf 1800 qm!

Sind Sie ein Bücherwurm? Oder ein Lesemuffel? Wie lesen Sie? Digital oder auf Papier? Glauben Sie, dass wir in Zukunft anders lesen als heute (nur noch digital, Bücher-Streaming…)? Diskutieren Sie in der Deutschstunde oder schreiben Sie uns auch gerne einen Kommentar!

 

Worterklärungen:

  • verzichten – etwas nicht haben wollen / etwas nicht haben können
  • per = via
  • Sammlung f. – Kollektion
  • hoffnungslos – Es ist hoffnungslos. Es wird sich nicht ändern.
  • altmodisch – nostalgisch
  • Geruch m. – Was ist das für ein Geruch? Hast du Kaffee gekocht?? Kann ich eine Tasse haben?
  • Rascheln n. – Der Herbst ist da. Die Blätter fallen von den Bäumen. Kinder springen durch die bunten Blätterhaufen – das raschelt so schön!
  • verstauben – Wenn man nicht putzt, verstauben die Dinge in der Wohnung.
  • entspannen – relaxen
  • Bildschirm m. – Ein Computer hat eine Tastatur, eine Maus und einen Bildschirm.
  • gestalten – designen
  • unterwegs – nicht zu Hause
  • Bücherwurm m. – Jemand, der viel liest.
  • Lesemuffel m. – Jemand, der gar nicht gerne liest.
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Franken und Euro – Ein Schweizer Dilemma

Schweizer Franken_2

Auch ohne Eurobindung – der Schweizer Franken ist nicht frei…

Es war ein kurzer gemeinsamer Weg: Im September 2011 beschloss die Schweizerische Nationalbank (SNB) einen Mindestkurs von 1,20€ für den Schweizer Franken. Aber der Preis dafür war hoch: Sie musste immer mehr und mehr Euro kaufen, um den Mindestkurs zu halten.

Das konnte auf Dauer nicht gutgehen. Deshalb hat die SNB vor zwei Wochen diese Bindung wieder gelöst. Sofort schoss der Franken in die Höhe. Der Schock bei Schweizer Firmen war gross.

Denn die Schweiz exportiert viel in die Eurozone, und viele Touristen aus der EU machen in der Schweiz Ferien. Wenn der Franken stark ist, kosten Schweizer Produkte viel. Auch Reisen in die Schweiz werden teuer. Da machen die Deutschen lieber Urlaub in Österreich – und Schweizer Hotels bleiben leer.

Auch der Detailhandel leidet: Schweizer, die nahe einer EU-Grenze wohnen, fahren am Wochenende gerne ins Ausland zum Einkaufen. Denn dort ist nun alles nochmal 20% billiger als zu Hause.

Die Schweizer Unternehmen reagieren mit Kurzarbeit, Preisreduktionen und Gratis-Extras für Feriengäste: In Arosa gibt es morgens an der Bergbahn für Passagiere eine Tasse heisse Schokolade. Andere Orte haben individuelle Wechselkurse für Touristen, die mit Euro bezahlen.

Aber ein starker Franken hat auch positive Aspekte:

Der starke Franken ist ein Zeichen für die florierende Wirtschaft und politische Stabilität der Schweiz.

Importe in die Schweiz werden günstiger. Davon profitieren Schweizer Unternehmen, die für ihre Produktion Materialien und Leistungen aus dem Ausland einkaufen.

Auch karitative Organisationen freuen sich über die höhere Kaufkraft des Franken. Sie haben dadurch mehr Kapital für Investitionen in ärmeren Regionen der Welt.

Was meinen Sie? Ist es gut, dass die SNB die Bindung des Franken an den Euro gelöst hat? Oder ist es besser, wenn es einen Mindestkurs gibt? Diskutieren Sie in der Deutschstunde oder schreiben Sie uns auch gerne einen Kommentar.

Worterklärungen:

  • Bindung f. – zwei (oder mehr) Dinge, Personen etc., die zusammen gehören
  • auf Dauer – für eine lange Zeit
  • lösen – Wenn man nicht mehr zusammen ist, ist die Bindung gelöst.
  • in die Höhe schiessen – hier: mehr Wert sein
  • Urlaub m. – Ferien
  • Kurzarbeit f. – Die Arbeitnehmer arbeiten weniger und bekommen weniger Geld. Aber sie behalten ihre Jobs.
  • Wechselkurs m. – Der Wechselkurs definiert, wie viele Euro/Dollar etc. man für Franken bekommt.
  • günstig – hier: es kostet wenig
  • Leistung f. – Jérémy hat im Goethe-Examen 92 Punkte erreicht. Das war eine sehr gute Leistung!
  • Kaufkraft f. – Der Franken hat eine höhere Kaufkraft als der Euro. Mit 100 Franken kann man mehr kaufen als mit 100 Euro.
  • auf lange Sicht – in den nächsten Jahren

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Das war 2014 – ein (etwas anderer) Jahresrückblick

FeuerwerkHaben Sie sich auch schon gute Vorsätze überlegt für das Neue Jahr? Moment mal… es sind ja genau die gleichen wie letztes Silvester!

Einer meiner Vorsätze für nächstes Jahr ist es, Spanisch zu lernen. Besuche ich dafür einen Kurs in einer Sprachschule? Oder ist ein Online-Sprachkurs für mich das richtige? Optimal wäre es natürlich, die Sprache dort zu lernen, wo sie gesprochen wird.

Genau das tun viele Migranten, die in die Schweiz zum Arbeiten kommen. Doch Anfang Februar beschloss die Schweiz ein Limit bei der Zuwanderung. Es ist nun nicht mehr so einfach, als EU-Europäer in der Schweiz zu leben und zu arbeiten.

Dabei setzt die Deutschschweiz auf internationalen Wettbewerb: das Frühfranzösisch ist in einigen Kantonen schon abgeschafft. Stattdessen steht Englisch in der Primarschule auf dem Lehrplan. Einige finden das gut, andere finden es nicht gut. Aber solange Romands und Deutschschweizer miteinander diskutieren, ist alles im grünen Bereich – selbst wenn sie es auf Englisch tun!

Der Zeitgeist von heute ist schnell, vernetzt, immer erreichbar. Smartphone und Tablet waren gestern. Die Zukunft heisst Smart Watch, sagen Firmen wie Apple. Wir fragen uns: Brauchen wir das wirklich? Die Schweizer Uhrenindustrie bleibt gelassen. Denn „echte“ Uhren sind zeitlos.

Die Hälfte der börsenkotierten Schweizer Firmen sind Familienunternehmen. Sie sind essentiell für die Wirtschaft des Landes. Ihre grösste Herausforderung ist es, gute Nachfolger zu finden für ihre Direktionsetagen. Die geplante Frauenquote von 30% wird ihre Suche nicht leichter machen…

Habe ich Freude an meiner Arbeit? Oder will ich im Neuen Jahr eine andere Stelle suchen? Welche Ziele habe ich, welche Prioritäten? Was erwarte ich vom Leben? Viele Fragen, viele Optionen. Aber wir haben die Wahl: Ein glückliches, erfülltes Leben ist vor allem eine persönliche Entscheidung. Wenn ich will, dann kann ich auch. Zum Beispiel zufrieden sein mit dem, was ich bin und was ich habe.

Was waren Ihre persönlichen Highlights 2014? Was hat Sie inspiriert, was hat Sie bewegt? Diskutieren Sie in der nächsten Deutschstunde oder schreiben Sie uns. Wir freuen uns auf Ihren Kommentar!

Worterklärungen:

  • Jahresrückblick m. – Retrospektive
  • Vorsatz m. – Nächstes Jahr will ich mehr Sport treiben und Spanisch lernen.
  • beschliessen, beschloss – Das Parlament beschliesst ein neues Gesetz.
  • auf etwas setzen – Beim Roulette setze ich auf Rot. Ich glaube, dass Rot gewinnt.
  • internationaler Wettbewerb – Firmen auf der ganzen Welt konkurrieren miteinander.
  • abschaffen – eliminieren
  • Lehrplan m. – das, was die Kinder in der Schule lernen sollen
  • vernetzt – Durch das Internet sind wir global vernetzt.
  • erreichbar sein – Auf meinem Handy kann man mich immer überall anrufen.
  • gelassen – nicht gestresst
  • Hälfte f. – 50 %
  • Herausforderung f. – Ich will eine neue Sprache lernen. Das ist eine grosse Herausforderung.
  • Nachfolger m. – Jemand, der den Job macht, wenn ich ihn nicht mehr mache.
  • erfüllt – Mein Leben ist voller Dinge, Aktivitäten und Menschen, die mich glücklich machen. Mein Leben ist erfüllt.
  • zufrieden – Ich bin zufrieden mit dem, was ich habe. Ich will nichts anderes.

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Frauenquote für die Direktionsetage

Die EU will sie, Deutschland will sie – und nun auch die Schweiz: eine Frauenquote für die Direktionsetagen grosser Unternehmen.

Bisher arbeiten nur wenige Frauen in Kaderpositionen; in Schweizer Verwaltungsräten sind es gerade einmal 10%. Damit sich das ändert, möchte der Schweizer Bundesrat eine Frauenquote lancieren. Künftig sollen in den Verwaltungsräten börsenkotierter Unternehmen mindestens 30% Frauen sitzen.

Die Schweiz folgt damit einem europäischen Trend. Denn das EU-Parlament plant, dass bis 2020 bis zu 40% Frauen in den Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen sitzen. Auch Deutschland macht aktuell erste Schritte, um dieses Ziel zu erreichen.

Frauen gelten als die besseren Führungskräfte. Sie können besser zuhören und sich besser in andere Menschen hineinfühlen. Trotzdem schaffen sie es viel seltener auf den Chefsessel als Männer. Die Quote könnte also eine Chance für mehr Gleichberechtigung sein.

Doch nicht alle sind begeistert von der Frauenquote:

Die Unternehmen fürchten, dass sie wegen der Quote nicht genug qualifiziertes Personal für ihre Kaderpositionen finden. Denn in typisch „maskulinen“ Branchen wie der technischen Industrie oder im IT-Sektor arbeiten generell wenige Frauen – und daran wird eine Quote nichts ändern.

Aber auch Frauen sehen die Quote kritisch. Die Beraterin Frauke Christiansen hat selbst Karriere im Management gemacht. Sie findet die Frauenquote nicht effektiv. Sie glaubt, dass Frauen, die Karriere machen möchten, es auch ohne Quote schaffen.

Was meinen Sie? Ist die Frauenquote eine gute Idee? Oder sollen die Unternehmen frei entscheiden, wen sie als Kader rekrutieren? Diskutieren Sie in der Deutschstunde oder schreiben Sie uns auch gerne einen Kommentar!

Worterklärungen:

  • Unternehmen n. – grosse Firma
  • bisher – bis heute
  • künftig – in Zukunft
  • Verwaltungsrat (CH) / Aufsichtsrat (DE) m. – Direktion, Top-Etage einer grossen Firma
  • gerade einmal – hier: nur
  • börsennotiert (DE) = börsenkotiert (CH)
  • Ziel n. – Mein Ziel ist es, im nächsten Jahr das Goethe-Examen zu machen. Wenn ich viel Deutsch lerne, kann ich mein Ziel erreichen.
  • gelten als – Sie gilt als sehr präzise. Alle glauben, dass sie sehr präzise ist.
  • Führungskraft f. – Kader
  • selten – nicht oft
  • Gleichberechtigung f. – Männer und Frauen haben die gleichen Rechte, z.B. arbeiten, wählen…
  • begeistert – enthusiastisch
  • fürchten – Angst haben
  • schaffen – ein Ziel erreichen

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Französisch als erste Fremdsprache – oder Englisch?

Seit einigen Tagen schreibt die Schweizer Presse wieder viel über den Kanton Thurgau und den Kanton Schwyz. Aber nicht wegen den Apfelbäumen und den Most, für den sie schweizweit bekannt sind oder über Wilhelm Tell.

Es geht um das Thema Schule. Genauer: Frühfranzössich. Am 13. August schrieb der Tages-Anzeiger: „Thurgau bricht als erster Kanton mit dem Frühfranzösisch“.  Zwei Tage später folgt ein ähnlicher Artikel im 24Heures.
Die ersten Kommentare und Folgeartikel handelten davon, ob man in der Deutschschweiz zuerst Englisch an der Primarschule unterrichten soll, was vielfach als nützlicher bewertet wird.
Oder sollen die Kinder ab der 3. Klasse (5. Klasse HarmoS) Französisch lernen, was andererseits als notwendig für den Zusammenhalt der Schweiz angesehen wird?

Tages-Anzeiger

Tages-Anzeiger “Man spricht Deutsch”

Es ist nicht das erste Mal, dass über das Thema berichtet wird. Erst im März 2014 hat Bundesrat Alain Berset gesagt und die NZZ hat darüber berichtet: „Französisch in der Primarschule ist Pflicht.“
Alain Berset hat zu dem Thema gesprochen, weil der Kanton Schaffhausen entschieden hat, nur noch eine Fremdsprache in der Primarschule zu unterrichten und diese Fremdsprache sollte nicht Französisch sein.
Am 22. August 2014 schreibt der Tages Anzeiger: Man spricht Deutsch: Die Deutschschweiz unterschätzt, was das Nein zu Frühfranzösisch in der Romandie auslöst. Staatlicher Sprachzwang wäre dennoch falsch.“

In den Kommentaren zu diesem Artikel kann man viel über den Schwierigkeitsgrad der Sprachen lesen. Ein paar Leute denken, Deutsch sei schwieriger und manche meinen, Französisch sei schwieriger. Eine Meinung, die mich zum Schmunzeln gebracht hat: „Es ist gleich schwierig (oder gleich einfach) Französisch mit schlechter Aussprache und Deutsch mit vielen Fallfehlern zu sprechen.“
Ein anderer Leser schreibt, es sei peinlich, wenn Deutschschweizer und Westschweizer Englisch miteinander sprechen.

Ganz persönlich finde ich: Hauptsache wir sprechen miteinander! Und: wer höflich ist und Stil hat, versucht in der Sprache des Gegenübers zu kommunizieren.

Wann und wie

Beim Sprachenlernen ist das Wann ein wichtiger Faktor, das gebe ich zu. Aber das Wie ist vielleicht noch wichtiger.
Als ich Deutsch in der Schule lernte (als erste Fremdsprache in der 7. Klasse (heute 9. HarmoS) hatten wir keine Brieffreunde und keine Ausstauschwoche. Unsere einzige Chance das Schulfranzösisch zu gebrauchen, war während einer einwöchigen Klassenreise im Neuenburger Jura. Dort waren wir aber als Klasse immer zusammen und hatten keine direkten Kontakt mit der Bevölkerung.
Heute höre ich von Schulklassen die nach Norddeutschland reisen um dort eine Woche die Schule zu besuchen. Im Gegenzug kommt die Schulklasse aus Deutschland zu ihnen in die Westschweiz. Sie wohnen bei den Familien und kümmern sich um einander. Vor und nach der Reise gibt es einen Austausch per Brief und E-Mail und es wird ein Tagebuch geführt.

Meiner Meinung nach macht diese Art eine Sprache zu lernen mehr Sinn, denn die Lernenden erleben die Sprache. Sie lernen die Sprache nicht nur, sie kommunizieren auch in ihr.

Es braucht Mut und Zeit einen Austausch mit einer anderen Klasse zu organisieren.
Ich wäre sehr dafür, dass die Lehrer und Lehrerinnen dabei unterstützt werden. Zum Beispiel könnten die Kantone mehr zusammenarbeiten und Austauschwochen für alle Klassen organisieren. Viele Romands kennen die Schweiz auch gar nicht so gut. Das ist schade. Mit der Sprache lernt man auch die Kultur kennen. Wir leben in einem kleinen Land. Es wichtig, dass wir einander kennen. Finden Sie nicht auch?

Fragen an Sie!
–          Wie fühlen Sie sich, wenn die Kinder in manchen deutschschweizer Kantone zuerst Englisch lernen und erst später Französisch?
–          Finden Sie die Karikatur über den Röstigraben lustig? Lachen Sie mit den Deutschschweizern mit? Haben wir den gleichen Humor?
–          Ist es wichtig in welcher Sprache wir kommunizieren? Deutsch, Französisch, Englisch, „Franglais“, „Denglisch“, oder …?
–          Haben Sie Kinder in der Primarschule? Wie ist es für sie mehrere Fremdsprachen zu lernen? Lerne sie gerne Deutsch? Was motiviert
Ihre Kinder Deutsch zu lernen?

Diskutieren Sie mit Ihrem Deutschlehrer/mit Ihrer Deutschlehrerin.
1)      Sammeln Sie Argumente für Ihren Standpunkt
2)      Sammelns Sie Gegenargumente für den gegnerischen Standpunkt
3)      Diskutieren Sie!

 

Wortschatz: Deutsch – Französisch

ähnlich = similaire
nützlich = utile
notwendig = nécessaire
der Zusammenhalt = la cohésion
berichten = informer, communiquer
unterschätzen = sous-estimer
auslösen = déclencher
der Sprachenzwang = l’obligation d’apprendre une langue
höflich = poli/e
die Sprache des Gegenübers = la langue de l’autrui
die Austauschwoche = semaine d’échange
Im Gegenzug = en revenche, en échange

 

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In guter Tradition – Familienunternehmen

Sie sind sympathisch, und sie sind erfolgreich: Familienunternehmen. In der Schweiz ist jedes zweite Unternehmen, das an der Börse kotiert ist, ein Familienunternehmen.

Was ist das besondere an ihnen? Der Unternehmensberater PricewaterhoseCoopers (PwC) zeigt in einer Studie Stärken, Schwächen und Herausforderungen von Familienunternehmen.

Diese funktionieren anders als „normale“ Unternehmen, denn hinter ihnen steht eine Familie. Deshalb agieren Familienunternehmen nachhaltiger als andere Firmen und orientieren sich an langfristigen Zielen. Sie denken nicht nur an den Profit von heute, sondern auch an die nächsten Generationen.

Sie können schneller Entscheidungen treffen und sind flexibler bei Innovationen. Familienunternehmen sind weniger anonym als grosse Konzerne. Sie fühlen sich ganz anders für ihre Mitarbeiter verantwortlich. Wenn es wirtschaftlich mal nicht so gut läuft, ist es ihre Priorität, die Mitarbeiter im Unternehmen zu halten.

Aber auch Familienunternehmen haben ihre Schwächen: Oft ist es schwierig, einen Nachfolger zu finden, wenn die Kinder das Unternehmen nicht weiterführen wollen. Es ist auch nicht leicht, gute Mitarbeiter zu finden. Denn viele qualifizierte Absolventen möchten lieber in grossen Konzernen arbeiten als in kleinen Familienunternehmen.

Auch wenn Profit nicht an erster Stelle steht, müssen auch Familienunternehmen an das Geld denken. Für sie ist es oft nicht leicht, Kredite zu bekommen. Eine weitere Herausforderung ist es, auf dem globalisierten Markt mit seinen Dumping-Preisen konkurrenzfähig zu bleiben.

Trotz dieser Herausforderungen blicken die meisten Familienunternehmen optimistisch in die Zukunft.

Inspiration für die nächste Deutschstunde: Schauen Sie das Video. Was ist die grösste Herausforderung von Langenscheidt im Moment? Was sagt Chef Andreas Langenscheidt über die Nachfolge in seinem Unternehmen? 

Worterklärungen:

  • Familienunternehmen n. – Eine Firma, die einer Familie gehört.
  • erfolgreich – Wenn man erfolgreich ist im Job, macht man Karriere und verdient gut.
  • Herausforderung f. – Ich will eine neue Sprache lernen. Das ist eine grosse Herausforderung.
  • nachhaltig – Nicht nur an heute denken, sondern auch an die Zukunft.
  • langfristig – in zehn, zwanzig oder fünfzig Jahren
  • Entscheidung f. – Kaufe ich das rote oder das blaue T-Shirt? Ich muss mich entscheiden.
  • Konzern m. – grosse internationale Firma
  • Mitarbeiter m. – Kollege, Angestellter in einer Firma
  • verantwortlich – Eltern sind für ihre Kinder verantwortlich.
  • Nachfolger m. – Jemand, der den Job macht, wenn ich ihn nicht mehr mache.
  • Absolvent m . – frisch von der Uni, mit dem Diplom in der Tasche
  • konkurrenzfähig – man kann mit den Konkurrenten mithalten

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Hungerlohn – Mindestlohn – Fairer Lohn

Stellen Sie sich vor, Sie hätten drei Jobs. Wenn Sie mit der einen Arbeit fertig wären, müssten Sie los zur nächsten. Sie hätten kurze Pausen zwischen den Jobs, aber der richtige Feierabend würde erst um 22 Uhr beginnen. Am nächsten Morgen müssten Sie wieder um halb sechs aufstehen, um bei Job Nummer Eins pünktlich zu sein…

Ok, denken Sie jetzt vielleicht, wenn ich so hart arbeite, hätte ich wenigstens viel Geld. Aber nein: Sie kämen mit dem Salär gerade so über die Runden. Ein Albtraum?

Für ca. 300 000 Menschen in der Schweiz ist es Realität. Nicht alle haben drei Jobs, aber sie arbeiten Vollzeit und können trotzdem nur das Nötigste bezahlen: Miete, Krankenversicherung, Lebensmittel.

Deshalb sind die Gewerkschaften für den Mindestlohn. Sie möchten, dass jeder Arbeitnehmer von seinem Salär gut leben kann. Der Bundesrat und viele Arbeitgeber sind gegen den Mindestlohn. Sie haben Angst, er wäre schlecht für die Schweizer Wirtschaft.

Für kleine Firmen und Start-Ups wäre der Mindestlohn vielleicht ein Problem, weil sie nicht so viel zahlen können. Auch in schwachen Regionen wie auf dem Land oder in den Bergen könnte der Mindestlohn problematisch sein.

Am 18. Mai stimmen die Schweizer über den Mindestlohn ab. 22 Franken pro Stunde oder 4000 Franken im Monat sollen alle Schweizer Arbeitnehmer dann mindestens bekommen. In vielen Ländern wie z.B. in Deutschland kann man von solchen Löhnen nur träumen. Dort diskutiert man über einen Mindestlohn von 8,50 Euro (= ca. 10,50 Franken) – der Schweizer Mindestlohn wäre der höchste Mindestlohn auf der ganzen Welt!

Mindestlohn oder nicht? Was meinen Sie? Diskutieren Sie in der Deutschstunde – oder schreiben Sie uns einen Kommentar!

Worterklärungen:
  • Hungerlohn m. – sehr niedriges Salär
  • Mindestlohn f. – minimales Salär
  • hätten, wären, müssten, kämen – Konjunktiv II von haben, sein, müssen, kommen
  • los müssen – Mein Zug fährt in fünf Minuten – ich muss los!
  • pünktlich – Die Züge der SBB sind meistens pünktlich. Die Züge der Deutschen Bahn haben meistens Verspätung.
  • über die Runden kommen (ugs.) – Jeden Monat hat man Angst, dass das Geld nicht genügt.
  • Albtraum m. – schlechter Traum
  • Vollzeit f. – 100 %
  • Miete f. – Die Wohnung gehört mir nicht. Ich miete sie nur.
  • Krankenversicherung f. – Wenn man krank ist und ins Hospital muss, zahlt die …
  • Lebensmittel n. – Essen
  • Gewerkschaft f. – Syndikat der Arbeitnehmer
  • Arbeitnehmer ≠ Arbeitgeber

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