Archive for category Stadtleben

Erster Mai, alle haben frei…

MaiglöckchenDer erste Mai ist Tag der Arbeit – und in vielen Ländern auf der ganzen Welt ein Feiertag – ausser im Kanton Waadt! Wir haben also frei, um die Arbeit zu feiern? Das klingt erstmal etwas paradox.

Doch es wird nicht nur gefeiert. Am ersten Mai finden traditionell Demonstrationen statt, für die Rechte der Arbeiter.

Aber der erste Mai hatte früher in Amerika noch eine andere Bedeutung. In New York war er bis Anfang des 20. Jahrhunderts traditionell der „Umzugstag“.

Die Holländer waren am 1. Mai 1623 zum ersten Mal nach Amerika gesegelt. In Erinnerung an diese Reise zogen zuerst die Holländer und irgendwann jeder in Manhattan am 1. Mai um. Der Tag war stressig, aber auch schön. Die Erwachsenen mussten nicht zur Arbeit, die Kinder hatten schulfrei.

Stellen Sie sich das vor: Jeder in Lausanne würde am 1. Mai umziehen. Die Stadt wäre ein Chaos!

Aber vielleicht wäre es auch lustig. Alle wären unterwegs. Die Strassen wären voller Autos und Transporter. In jedem Haus würden mehrere Sofas die Treppe rauf oder runter getragen.

Vielleicht würde man in den Foyers der Häuser spontan kleine Cafés improvisieren, mit den Sofas und Sesseln vom Umzug. Kaffee und Kuchen sind doch eine schöne Art, seine neuen Nachbarn kennenzulernen!

Aber egal, ob Sie heute demonstrieren oder umziehen, einen freien Tag haben oder arbeiten: Der Mai ist da, das Wetter ist schön  – geniessen Sie es!

Worterklärungen:

  • feiern – An meinem Geburtstag feiere ich ein grosses Fest.
  • stattfinden – Die Deutschstunde findet heute nicht statt. Die Lehrerin ist krank.
  • Recht n. – Die Schweizer haben viele politische Rechte, z.B. das Wahlrecht oder das Recht, eine Volksinitiative zu lancieren.
  • Bedeutung f. – Ich verstehe das Wort nicht. Was ist seine Bedeutung?
  • Umzug m . – Wir haben eine grössere Wohnung gefunden. Wir ziehen um.
  • segeln – Auf dem Genfersee gibt viele Segelboote.
  • Erinnerung f. – Ich erinnere mich noch gut an meinen ersten Schultag. Das Wetter war schön und alle Kinder waren fröhlich.
  • irgendwann – eines Tages
  • würde, wäre – Konjunktiv II von werden, sein.
  • rauf oder runter – nach oben oder nach unten
  • Sessel m. – In einem Sessel kann man komfortabel sitzen und z.B. lesen.
  • geniessen – sich freuen an etwas: einem guten Essen, einem spannenden Buch…

 

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Advent Advent…

447px-Soest-Geburt-Christi…ein Jeder rennt

Im Kaufhaus sieht man Menschen flitzen
An Fenstern grelle Lichter blitzen
Auch seit November hängt nun schon
Der Weihnachtsmann dort vom Balkon
Die Hausfrau überlegt seit Wochen
Was tut sie wann an Weihnacht kochen.

Wo ist sie die Besinnlichkeit
In dieser Vorweihnachtszeit?
Der Plätzchenduft, der Kerzenschimmer
Geschenke basteln im warmen Zimmer
Weihnachtslieder und Geschichten
Die von der Geburt Jesu berichten.

Ich wünsch euch für die kommende Zeit
Etwas mehr von der Besinnlichkeit.

Klaus Göltl (geb. 1960)

(Quelle: www.gedichte-fuer-alle-faelle.de)

Auch in Lausanne rennen jetzt wieder die Menschen durch die Kaufhäuser, um noch die letzten Geschenke zu besorgen. Die Stadt leuchtet noch heller dieses Jahr, wegen der Lichtinstallationen des Lumières Festival. Besinnlichkeit kommt bei Neonlicht und dem Klingeln der Kassen aber nicht auf.

Zum Glück gibt es dafür den Lausanner Weihnachtsmarkt. Bis im vergangenen Jahr gab es auch eine „lebendige Krippe“ auf der Place de la Louve, mit der Weihnachtsgeschichte als Theaterstück.

Leider gibt es dieses Jahr keine Krippe mehr. Das Lausanner City Management hat kein Geld mehr dafür. Auch der Weihnachtsmarkt ist in Gefahr – denn die Kaufhäuser fürchten, dass man wegen der Buden ihre Schaufenster nicht gut sehen kann…

Ich glaube, die Lausanner Kaufhäuser verdienen sehr gut am Weihnachtsgeschäft. Wenn alle nur einen kleinen Teil des Geldes spenden würden, könnte es wieder eine Krippe geben.

Einige Menschen, die durch die Strassen rennen, würden dann vielleicht stehenbleiben und sich daran erinnern, worum es wirklich geht beim Weihnachtsfest: nicht um Geschenke, die man mit Geld kaufen kann. Sondern um Gott, der als kleines Kind auf die Welt kommt, um den Menschen Licht und Freude und Hoffnung zu schenken. Für alle, die an ihn glauben. Und für alle anderen auch.

***

Eine besinnliche Adventszeit und ein frohes Weihnachtsfest

wünscht das Team von Espace Allemand

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Worterklärungen:

  • flitzen – rennen
  • grell – sehr hell
  • blitzen – ein Licht, das kurz sehr hell leuchtet
  • Besinnlichkeit f. – man hat Zeit und Ruhe, um nachzudenken, um sich zu besinnen
  • Plätzchen n. – Keks
  • Kerzenschimmer m. – das Licht von einer Kerze
  • besorgen – kaufen
  • … kommt auf – man fühlt … (z.B. Besinnlichkeit, Langeweile…)
  • vergangen – es ist vorbei
  • fürchten – Angst haben
  • Bude f. – kleines Haus für den Verkauf auf einem Markt
  • verdienen – Er verdient gut. Sein Salär ist sehr hoch.
  • würde + Infinitiv = Konjunktiv II
  • können, könnte – Konj. II
  • Hoffnung f. – Es hat seit einer Woche geregnet. Ich hoffe, dass morgen wieder die Sonne scheint.

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Fit durch den Alltag

Haben Sie sie auch bewundert, die Läufer des Lausanne Marathon? Wünschten Sie sich, fit genug zu sein, um auch mitlaufen zu können? Oder waren Sie vielleicht sogar einer von ihnen?

Der älteste Marathon der Schweiz fand am vergangenen Sonntag zum 20. Mal statt. Er ist nicht zuletzt wegen seiner schönen Strecke entlang des Genfersees sehr beliebt: Dieses Jahr meldeten sich über 14 000 Läufer an.

Wenn Sie zur ersten Kategorie gehören: Man muss ja nicht gleich einen Marathon laufen, um seine Fitness zu erhöhen. Am wichtigsten ist es, regelmässig zu trainieren – auch wenn es nur kurz ist.

Sie arbeiten im Büro und sitzen im Job die meiste Zeit? Nach der Arbeit sind Sie oft so müde, dass Sie nur noch schnell nach Hause wollen und es sich dort auf der Couch gemütlich machen? Ihre Freizeit ist so knapp, dass Sport nicht mehr hineinpasst?

Integrieren Sie den Sport einfach in Ihren Arbeitsalltag:

  • Am Schreibtisch lassen sich prima kleine Übungen machen, sogar während der Arbeit. Beispiele finden Sie im Video unten.
  • Gehen Sie öfter zu Fuss oder fahren Sie mit dem Velo zur Arbeit.
  • Wenn Sie weiter entfernt wohnen und mit dem Zug pendeln, gehen Sie nach der Arbeit vom Bahnhof zu Fuss nach Hause, anstatt Bus oder Tram zu nehmen.
  • Sie pendeln mit dem Bus? Steigen Sie ein oder zwei Haltestellen früher aus und spazieren den Rest.
  • Ihr Büro liegt im 1. Stock oder noch höher? Nehmen Sie öfter mal die Treppe anstatt den Aufzug.

Es ist nie zu spät, etwas für seine Fitness zu tun. Man ist nie zu alt dafür, selbst nicht für einen Marathon. Der Inder Fauja Singh läuft immer noch regelmässig Marathons – und das mit 100 Jahren!

Also keine Ausreden: legen Sie einfach los! Wenn Sie regelmässig am Ball bleiben, werden Sie sich schon bald viel fitter fühlen, weniger müde sein und mehr Energie haben. Vielleicht werden Sie so motiviert sein, dass Sie beim nächsten Lausanne Marathon mit dabei sind – und diesmal nicht als Zuschauer!

Treiben Sie Sport in der Freizeit? Welche Sportarten mögen Sie gern? Nutzen Sie auch den Alltag für Sport? Wie sieht das aus? Diskutieren Sie in der nächsten Deutschstunde, oder schreiben Sie uns. Kommentare sind wie immer herzlich willkommen.

Worterklärungen:

  • Alltag m – Das, was wir jeden Tag machen (müssen).
  • bewundern – Man findet jemanden ganz toll und wünscht sich, auch so zu sein.
  • regelmässig – Man tut etwas z.B. immer um 15 Uhr, immer montags oder immer am 1. eines Monats.
  • gemütlich – Nach einem stressigen Tag, oder wenn das Wetter schlecht ist, setzen wir uns gerne auf die Couch und lesen ein gutes Buch, oder schauen einen Film.
  • knapp – es gibt nicht viel davon
  • Ausrede f. – Wenn wir keine Lust haben, etwas zu tun, finden wir immer eine Ausrede: Ich kann nicht, weil…
  • loslegen – (ugs.) anfangen
  • am Ball bleiben – (ugs.) weitermachen
  • Zuschauer m. – Wenn das Konzert vorbei ist, applaudieren die Zuschauer.

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Lernen to Talk – Sprechen ist alles

Es braucht Zeit, um eine neue Sprache zu lernen. Man braucht Geduld und viel Motivation. Manchmal hat man das Gefühl, überhaupt nicht voran zu kommen. Man sagt (oder denkt) Sätze wie:

“Warum gibt es keine Software, um die Sprache einfach in meinem Gehirn zu installieren?”

“Mir fehlt wohl das Sprachen-Gen.”

“Ich glaub’, das lerne ich nie…”

Dann traut man sich endlich mal, die Fremdsprache im Alltag zu sprechen – und das Gegenüber versteht nicht, was man sagen will. Dabei hatte man so lange geübt!

Kommt Ihnen irgendwas davon bekannt vor? Genau. Ein kleiner Trost (oder ein grosser): Sie sind nicht allein. Und dank Internet, Handy & Co. gibt es heute ganz viele Helferlein, um das Sprachenlernen ein bisschen einfacher – und lustiger – zu machen.

Denn ein ganz wichtiger Punkt dabei ist die Motivation. Welche Gründe Sie auch haben, eine Fremdsprache zu lernen (Beruf, Schule, Studium, Auslandsaufenthalt…) – ohne Spass an der Sache ist es sehr viel schwieriger, dabei Erfolg zu haben.

Mickey Mangan ist Amerikaner und hatte das Ziel, in einem Jahr Deutsch zu lernen. Er ging nach Deutschland und besuchte einige Wochen einen Sprachkurs. Danach reiste er im Land herum, wohnte mal hier, mal dort – und sprach die ganze Zeit viel mit Deutschen, die er spontan auf der Strasse traf. Fehler hin, Fehler her.

Er hat die Konversationen mit einer Digitalkamera gefilmt und die ziemlich witzigen Ergebnisse ins Netz gestellt: Viel Spass mit der “Lernen to Talk Show”!

Worterklärungen:

  • Gehirn n. – das, was man im Kopf hat
  • sich trauen – Mut haben, etwas zu tun
  • Gegenüber n. – hier: die Person, mit der man spricht
  • Auslandsaufenthalt m. – man verbringt einige Zeit im Ausland
  • ..hin, …her – ob so oder so: es ist egal

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Ein Firmenjubiläum – Früchte ernten und miteinander teilen

Am Freitag, dem 30. August hat eine kleine Schar Kunden, Lehrer und Freunde zusammen das 5-jährige Jubiläum von Espace Allemand auf der Esplanade de Prieuré in Pully gefeiert.

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Es gab Käse, Wein und vor allem viele Früchte: Aprikosen, Äpfel, Trauben, Melonen. Es wurde eine Rede gehalten (klicken Sie hier um die Rede auf französisch zu lesen) und alle haben sich davor und danach recht gut unterhalten. Das Wetter hätte besser nicht sein können.

Ein gelungenes Fest!

Namentlich möchte ich allen Mitarbeitenden von Espace Allemand danken:

Ursula, Gérald, Walter, Nutsara, Julia, Ursina, Nadine, Selina und Madeleine

Irene  mit Blumenstrauss von Sylvia

Ich freue mich auf die nächsten Jahre mit euch, liebe Kolleginnen, liebe Kollegen und mit Ihnen, liebe Kundinnen, liebe Kunden.

PS: Wer vergessen  hat ein Buchzeichen mitzunehmen, soll hier doch einen Kommentar schreiben oder mich per E-Mail kontaktieren. Ich schicke Ihnen gerne ein Buchzeichen per Post! Klicken Sie auf das Bild um es zu vergrössern.

Buchzeichen / marque page

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Die Turbo-Region – der Arc Lémanique

1. August: Es gibt allen Grund zu feiern. Besonders in der Genferseeregion. Denn sie ist die wirtschaftlich erfolgreichste Region der Schweiz. Seit dem Jahr 2000 betrug das Wachstum über 25 % (Region Zürich: 15 %). Seitdem schafft die Romandie auch mehr neue Arbeitsplätze als die Deutschschweiz. Die Kantone Waadt und Genf sind schuldenfrei.

Das war nicht immer so: In den neunziger Jahren erlebten beide Kantone eine Krise, die sich auch in einer negativen finanziellen Bilanz manifestierte. Die Kantone waren hoch verschuldet. Doch dank ihrer soliden und innovativen Wirtschaftspolitik ist es Waadt und Genf gelungen, heute so gut dazustehen.

Das Erfolgsgeheimnis der Romandie hat viele Facetten: traditionelle Wirtschaftszweige wie die Herstellung von Uhren und neue wie Biotechnologie boomen in der Region. Viele ausländische Firmen siedeln sich hier an und rekrutieren Mitarbeiter aus der Schweiz oder dem Ausland. Die Bevölkerung in der Region wächst rasant.

Aber es gibt auch eine Kehrseite der Medaille: Die Züge zwischen Lausanne und Genf sind morgens und nachmittags so voll, dass man kaum einen Sitzplatz findet. Auf der Autobahn steht man im Stau.

Auch der Wohnungsmarkt ist angespannt. Die Mieten steigen, und es ist sehr schwer, eine Wohnung zu finden. Es werden zwar neue Wohnungen gebaut, aber die Nachfrage ist höher als das Angebot.

Mit dem Bau neuer Wohnungen bleibt immer weniger Frei-Raum zur Erholung. Die attraktive Region mit ihrer schönen Landschaft könnte sich mehr und mehr zu einer Betonwüste entwickeln – und dann wäre es vorbei mit der Attraktivität.

Aber so schwarz wollen wir heute nicht malen: Wir freuen uns, dass es am Genfersee so gut läuft und wünschen allen Menschen in der Region einen guten Nationalfeiertag.

P.S. Ein sehr schöner Ort in Lausanne, um das Feuerwerk anzuschauen, ist der Parc de Montbenon

Worterklärungen:

  • es gibt allen Grund zu … – es gibt viele Argumente für…
  • wirtschaftlich – ökonomisch
  • betragen, betrug – hier: ist gleich
  • schaffen – kreieren
  • schuldenfrei ≠ verschuldet. Jemand hat mir 20 Franken geliehen. Ich habe 20 Franken Schulden bei ihm, bis ich sie ihm zurückgebe.
  • dank = wegen
  • gelingen, gelungen – Das Rezept für die Pizza war sehr gut – sie ist mir sofort gelungen.
  • Kehrseite der Medaille – (Redewendung) negative Aspekte
  • Nachfrage f. / Angebot n. – Ich habe 100 Pizzas gebacken, 120 Leute möchten eine Pizza kaufen: Die Nachfrage ist höher als das Angebot.
  • Erholung f. – Am 1. August muss niemand arbeiten. Alle können sich erholen und tun, was ihnen Spass macht.
  • Betonwüste f. – Wenn es nur noch Häuser und Strassen gibt und fast keine Natur mehr, dann lebt man in einer Betonwüste.
  • wäre – Konjunktiv II von sein
  • schwarz malen – (Redewendung) alles negativ sehen

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Espace Allemand feiert 5. Geburtstag…

…und das sagen unsere Lehrer:

Erstmal Gratulation zum 5-Jährigen !!!

Was findest du gut am Lehrersein?

Sprache ist meine Leidenschaft und ich geniesse es, sie mit anderen zu teilen. Wie wohl die meisten Lehrer, freue ich mich immer besonders, wenn einer meiner Schüler ein sprachliches/berufliches Erfolgserlebnis hat und er in der Praxis erlebt, wie ihn der “Fortschritt im Unterricht” auch in seinem Alltag weiterbringt. 

Die persönliche, intensive Arbeit mit vielen, verschiedenen Schülern ermöglicht mir als Lehrerin wertvolle mitmenschliche Kontakte sowie Erfolgserlebnisse. Es sind sehr bereichernde Begegnungen mit den verschiedensten Menschen.

Interessante Arbeitsgebiete entdecken, vertiefen und Persönlichkeiten kennenlernen
Am Puls der Gesellschaft sein, quer durch soziale und demographische Ebenen 
und natürlich…andere fördern und unterstützen bei deren Zielverfolgungen

Was findest du an der Genferseeregion schön, warum bist du hier?

Die Region hat alles zu bieten, was ich persönlich von “meiner idealen Heimat” erwarte: prachtvolle Natur, im Herzen Europas, multikulturelle Gesellschaft, Arbeit, Familienfreundlichkeit und natürlich viel Schokolade!!

Meine Wurzeln sind zum Grossteil hier.

Ich bin aus familiären Gründen aus Zürich weggezogen hierher in die einmalig schöne Landschaft des Genfersees. Ich wohne nicht in einer Gemeinde am Lac Léman, sondern im “Hinterland” mit den riesigen gelben Raps- und Sonnenblumenfeldern sowie Kuh- und Schafherden auf satten grünen Wiesen. Dies alles – zusammen mit der Ruhe und damit verbundenen Lebensqualität – ist für mich wunderbar.

Nachdem ich nach 4 Jahren nun viel durch die Schweiz gereist bin…: die Genfersee-Region ist und bleibt die Schönste!

genfersee

Was macht Espace Allemand zu einer besonderen Schule?

– seriöses, strukturiertes nach modernen Erkenntnissen geführtes Unternehmen
– kundenorientiert aber schliesst nicht um jeden Preis Verträge ab: Personal-Ressourcen müssen den Kundenbedürfnissen/-Anforderungen entsprechen
– weiterbildungsorientiert
– Beschlussfassungen hauptsächlich kollegial, die Gruppenkraft nutzend

Die Tatsache, dass man bei Espace Allemand gleichzeitig selbstständig und im Team arbeiten kann. Man geniesst die Vorteile vom selbstständigen Arbeiten, wie  etwa Freiheit bzgl. Lehrplan, hohe Anpassungsmöglichkeit an individuelle Bedürfnisse des Schülers etc. Andererseits fühlt man sich bei Espace Allemand aber auch vom Team und seiner “Team-Leiterin” jederzeit unterstützt und wenn es mal wo brennt, ist Hilfe schnell zur Stelle.

Espace Allemand ist eine ganz besondere Schule, weil es dem Lehrer möglich ist, total auf die Bedürfnisse des Kunden/Schülers einzugehen. Da es sich zum grossen Teil um Privatstunden handelt, können wir den Unterricht immer neu und flexibel an die Situation und die Wünsche des Schülers anpassen.

Mein “Elfchen“:

“EspaceAllemand”
jeden Tag
sympathische Atmosphäre
Deutsch lernen mit Erfolg
weiter so!

Worterklärungen:

  • Leidenschaft f. – Passion
  • geniessen – Heute ist es sonnig und ich habe frei. Ich sitze auf einer Bank im Park und geniesse die Sonne.
  • Erfolgserlebnis n. – Ich habe eine gute Note im Goethe-Examen – das ist ein Erfolgserlebnis! Jetzt bin ich noch motivierter, weiter Deutsch zu lernen.
  • Fortschritt m. – Progress
  • bereichernd – Man profitiert davon.
  • Bedürfnis n. – Ich brauche etwas. Ich habe ein Bedürfnis nach etwas.

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5 Jahre Espace Allemand

Foto: Yvain Genevay / Le Matin

Foto: Yvain Genevay / Le Matin

Zum Jubiläum: Ein Gespräch mit Chefin und Unternehmensgründerin Irene Tsikonis

Espace Allemand feiert heute seinen 5. Geburtstag – herzlichen Glückwunsch! Sie sind Deutschschweizerin, aus einem kleinen Dorf bei Winterthur, Kanton Zürich, und leben seit 1998 in der Romandie. Wie kamen Sie dazu, hier eine Sprachschule zu gründen?

Eigentlich wollte ich gar nicht – ich dachte, ich sei nicht der Typ dazu, eine eigene Firma zu leiten. Aber eine Freundin hat stark motiviert. Jetzt bin ich sehr froh, dass ich es damals gewagt habe. Es ist eine bereichernde Arbeit!

Sprachschulen gibt es viele in Lausanne und der Region. Was lernen die Schüler bei Espace Allemand, das sie bei anderen Sprachschulen nicht lernen? 

Bei Espace Allemand sind die Kurse realitätsnah, und jeder Kunde kann sein Programm mitbestimmen. Die Kunden lernen, Deutsch oder Schweizerdeutsch auch anzuwenden. Unsere Kurse sind auch persönlicher als in anderen Schulen. Man spricht über persönliche Dinge und macht nicht einfach nur die Aufgaben aus dem Kursbuch.

Und was haben Sie gelernt in den 5 Jahren als Schuldirektorin?

Sehr, sehr viel. Vor allem über mich, aber auch über andere Menschen. Über Geld habe ich auch etwas gelernt: Der Wert des Geldes ist subjektiv. Mein Ziel war es immer, bezahlbare Kurse anzubieten. Zusätzlich war mir wichtig, dass die Mitarbeiter einen korrekten Lohn bekommen. Und ich wollte von Anfang an Schulen in Entwicklungsländern unterstützen. Denn auch wenn wir das Gefühl haben, wenig zu verdienen, haben wir immer noch mehr Luxus als viele andere Menschen auf dieser Erde. Diese drei Komponenten zu vereinbaren ist eine Herausforderung.

Foto: Yvain Genevay / Le Matin

Foto: Yvain Genevay / Le Matin

Man braucht viel Mut, um ein Unternehmen zu gründen. Woher haben Sie den?

Hauptsächlich geben mir meine Kunden den Mut. Denn beim Deutschunterrichten merke ich, dass das etwas ist, was ich gut kann. Dieses Wissen und meinen Enthusiasmus will ich auch anderen Lehrern weitergeben.

Was würden Sie jungen Unternehmensgründern mit auf den Weg geben?

Als Leiterin eines Unternehmens ist man oft sehr einsam. Berufsverbände, Co-Workingbüros und andere Vereine sind sehr wichtig, um Kontakte zu knüpfen und seine Probleme und Erfolge mit anderen besprechen zu können.

Was wünschen Sie dem Geburtstagskind für die nächsten 5 Jahre?

Den Mitarbeitern von Espace Allemand wünsche ich weiterhin, dass sie viel Spass in den Kursen haben. Freude am Unterrichten, am Vorbereiten der Kurse und an der Weiterbildung ist der Schlüssel zum Erfolg.

Worterklärungen

  • Unternehmensgründer m. – Jemand, der eine neue Firma startet
  • etwas wagen – Mut haben, etwas zu tun
  • bereichernd – Die Arbeit macht Spass und man lernt viel dabei.
  • mitbestimmen – In der direkten Demokratie der Schweiz können die Bürger in der Politik vieles mitbestimmen.
  • anwenden – eine Sprache anwenden = eine Sprache sprechen
  • vereinbaren – in Harmonie bringen
  • Herausforderung f. – eine schwierige Aufgabe; ein grosses Ziel, das man sich gesetzt hat
  • mit auf den Weg geben – gute Tipps geben

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Wenn Essen im Müll landet…(II)

Ein grosser Teil der Lebensmittel, die im Müll landen, kommen aus dem Detailhandel. Supermärkte werfen komplette Packungen weg, auch wenn nur ein Teil davon kaputt oder verdorben ist: Obst, Gemüse, Getränke, Waschmittel.

Viele Menschen, besonders jüngere Leute, finden das absurd. Aus Protest gegen diese Verschwendung ist eine Bewegung entstanden, die aus den USA nach Europa kam: “Mülltaucher” gehen in den Müllcontainern der Supermärkte “gratis einkaufen”.

Dieses “Containern” ist nur dann legal, wenn die Container auf der Strasse stehen. Stehen sie auf dem Areal des Supermarktes, ist es nicht erlaubt, dort Müll herauszuholen. Manche Supermärkte schliessen auch ihre Container ab, damit  dort niemand “einkauft”.

Die “Mülltaucher” sagen, dass sie sich natürlich Lebensmittel im Supermarkt kaufen könnten. Sie suchen nur aus Protest gegen das System in den Containern nach Essen. Trotzdem bleibt es eine Methode für Grossstadt-Guerrilleros – denn nicht jeder findet es toll, nachts im Müll zu wühlen.

Alternativ zum Wegwerfen versuchen Supermärkte wie Migros oder Coop, die Produkte, die sie nicht mehr verkaufen können, an soziale Projekte zu spenden, wie z.B. die “Schweizer Tafel”. Dort können Menschen mit wenig Geld sehr günstig einkaufen – ganz legal.

  • verdorben – hier: Lebensmittel, die man nicht mehr essen kann
  • Getränk n. – etwas zum Trinken
  • Verschwendung f. – Ich habe mehr eingekauft, als ich essen kann. Wenn das Essen dann verdorben ist, werfe ich es weg. Was für eine Verschwendung!
  • Bewegung f. – hier: soziale Bewegung, Initiative
  • Taucher m. – Im Genfersee kann man bis 310 m tief tauchen.
  • erlaubt – man darf etwas tun
  • spenden – schenken
  • günstig – nicht teuer

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St. Martin von Riponne

liebenwein-st-martinMenschen werden entlassen, weil ihre Firma pleite geht. Menschen werden entlassen, weil sie schlecht gearbeitet haben. Menschen werden entlassen, weil sie Regeln gebrochen haben.

Bernard Kobel ist so ein Mensch. Er ist Nachtwächter im Parkhaus Riponne – noch. Denn Bernard Kobel wird zum 31. März entlassen.

Warum? Nun, die Regel sagt: Im Parkhaus dürfen keine Obdachlosen übernachten. Egal, wie kalt es draussen ist. Egal, ob es schneit. Das ist die Regel des Parkhausmanagements.

Aber es gibt noch andere Regeln. Regeln des Herzens, Regeln des Mitgefühls, Regeln der Nächstenliebe. Eine davon sagt: Wenn ein Mensch in Not ist, muss man ihm helfen. Egal, ob er reich ist oder arm. Egal, ob er nicht ins Bild unserer Gesellschaft passt, weil er keine Wohnung hat.

Bernard Kobel hat sich entschieden. Für die Nächstenliebe, und gegen die Regel seines Managements. In zwei kalten Nächten im Dezember und Januar liess er Obdachlose nicht vor der Tür stehen. Sie durften sich bei einer Tasse Kaffee aufwärmen und im Parkhaus übernachten.

Dafür bekam er jetzt die Quittung: Er verliert seinen Job. Ein hoher Preis. Aber Bernard Kobel konnte nicht anders. Er sagt:

“Es war gegen Mitternacht und kalt an dem Abend. Es schneite und es war windig. Wie kann man Menschen unter diesen Bedingungen auf der Strasse stehen lassen? Ich kann das nicht. Man muss unmenschlich sein, um so etwas zu tun.”

Er ist sechzig, und fünf Jahre vor der Rente findet man nicht so leicht einen neuen Job. Aber wenn es jemanden gibt, der Bernard Kobel wegen seines guten Herzens entlassen hat- dann gibt es doch sicher auch jemanden, der ihn wegen seines guten Herzens einstellt.

Wir wünschen dem “Sankt Martin von Riponne” alles Gute für die Zukunft!

Worterklärungen:

  • entlassen werden (Passiv) – seine Arbeit verlieren
  • pleite gehen – die Firma hat kein Geld mehr
  • brechen, gebrochen – Man kann sich an die Regeln halten, oder man kann sie brechen.
  • Nachtwächter m. – Jemand, der nachts aufpasst, dass alles in Ordnung ist.
  • Parkhaus n. – Dort parken viele Autos auf vielen Etagen.
  • Obdachloser m. – Ein Mensch, der keine Wohnung hat
  • übernachten = schlafen
  • Mitgefühl n. – Empathie
  • Nächstenliebe f. – Altruismus, Solidarität
  • in Not sein – wenn es geht einem Menschen sehr schlecht geht: kein Geld, keine Arbeit, krank…
  • Bedingungen = Konditionen
  • unmenschlich ≠ menschlich
  • einstellen – jemandem eine Arbeit geben

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