Archive for category Sprache

“Ich hätte gern ein Glace.”

…. sagt ein Schweizer am Strand. Und ein Deutscher, möchte er auch “ein Glace”? Wir lösen das Rätsel weiter unten.

Eis by Fotalia

Kennen Sie schon das Variantenwörterbuch des Deutschen?
Die Österreicher sprechen ein anderes Hochdeutsch als die Deutschen. Wer schon einmal das Land besucht hat, hat es sicher gehört! In der Schweiz sprechen und schreiben wir Schweizer-Hochdeutsch. Sogar in der NZZ findet man viele Helvetismen. Helvetismen sind Wörter, die zwar Hochdeutsch sind, aber nur in der Schweiz verwendet werden. Sie stehen im Duden – ein Zeichen, dass sie offiziell zur Deutschen Sprache gehören.

Es gibt ein Wörterbuch, das die Varianten von regional unterschiedlichen Wörter im Deutschen Sprachraum auflistet. Jedes Wort kommt in diesem Buch mehrmals vor.

Viele Wörter sind 3x in diesem Buch. Einmal in der Deutschen Version, einmal der Helvetismus und auch in der Version, wie es die Österreicher sagen (Austriazismus). Hier ein Beispiel.
Der schmale Weg neben der Strasse, worauf die Fussgänger gehen, nennte man:

  • Bürgersteig (Deutsch)
  • Gehsteig (Österreich und Süddeutschland)
  • Trottoir (Schweiz)

Weil jede Bedeutung 3x drin steht ist das Variantenwörterbuch des Deutschen auch ziemlich dick.

Das Variantenwörterbuch ist für mich ein Zeichen der Toleranz. Regionale Varietäten sind nicht nur erlaubt, oft sind sie auch erwünscht und wichtig. Und sie sind es Wert, dass man sie sammelt und in ein Wörterbuch schreibt.

Also, was sagt der Deutsche am Strand, wenn er Lust auf etwas Eiskaltes hat?
“Ich bekomme ein Eis!” Merken Sie es? Nicht nur das Wort für die kalte Erfrischung ist anderes.

 

 

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Sprachenstreit beendet – Frühfranzösisch künftig schon im Kindergarten

Foto: Rob Rhyne, flickr cc

Foto: Rob Rhyne, flickr cc

Die Frage nach dem Fremdsprachenunterricht in Primarschulen spaltet die Nation: einige Kantone wollten den Französischunterricht in Primarschulen abschaffen. In der Sekundarstufe sollte der Unterricht nur fakultativ sein. Diese Thematik hatte zu landesweiten Protesten und Debatten geführt.

Deshalb ergreift nun der Bund die Initiative: Bald sollen Kinder in der gesamten Schweiz schon im Kindergarten eine weitere Landessprache lernen. Muttersprachliche Erzieher sorgen für authentische Immersion auf Französisch, Deutsch oder Italienisch.

Die praktische Implementierung ist genial einfach: Erzieher aus der Romandie arbeiten in der Deutschschweiz; Erzieher aus der Deutschschweiz arbeiten in der Romandie.

Der Bund will in den kommenden Wochen eine landesweite Marketingkampagne lancieren, in allen grossen Schweizer Zeitungen, auf Plakaten, in TV, Radio und Internet.

Ein Sprecher der Helvetischen Kommission der kantonalen Erziehungsdirektoren (HKE) kommentiert die neue Strategie des Bundes:

„Eine Landessprache ist nicht irgendeine Fremdsprache. Es kann nicht sein, dass  Schweizer aus dem Waadtland und aus Bern in Zukunft gar nicht oder nur auf Englisch miteinander sprechen können! Diese Tendenz müssen wir sofort stoppen. Deshalb wird künftig die bilinguale Erziehung ab 4 Jahren obligatorisch.“

Das bilinguale Bildungskonzept wird in den Primar- und Sekundarschulen weitergeführt. Auch hier setzt man auf flexible Arbeitsmigration von muttersprachlichen Lehrern.

Die HKE ist von dem neuen Konzept überzeugt:

„Unser Land ist traditionell mehrsprachig. Dieser einmalige kulturelle Reichtum muss unbedingt für die Zukunft erhalten bleiben. Die bilinguale Bildung ist der optimale Weg, um dieses Ziel zu erreichen.“

Das bilinguale Bildungskonzept ist geplant für das kommende Schuljahr 2016/2017. Die neue Regelung tritt zum 31. Juni in Kraft.

Worterklärungen:

  • Streit m. – Debatte, Kontroverse
  • Frühfranzösisch n. – Französisch in der Primarschule
  • Unterricht m. – in der Schule lernen die Schüler im Unterricht: Mathematik, Biologie, Deutsch, Französisch…
  • spalten – dividieren
  • abschaffen – das gibt es nicht mehr
  • sorgen für – machen, dass…
  • man setzt auf … – man glaubt, dass … der richtige Weg ist
  • überzeugt – ich glaube daran
  • erhalten – konservieren; etwas bleibt so, wie es ist
  • in Kraft treten – die Regelung ist offiziell und obligatorisch

P.S. Wie viele Tage hat der Juni? 😉

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Lern-Motivation – 5 Ideen für Ihr eigenes Deutschbuch

Foto: Ramiro Ramirez, flickr

Foto: Ramiro Ramirez, flickr

Sie lernen seit drei (zwei, fünf…) Jahren Deutsch. Zuerst war Ihre Motivation hoch. Das Deutschlernen hat Ihnen Spass gemacht. Doch im Moment sind Sie nicht sehr motiviert: Die Luft ist raus.

Eine spannende Lektüre oder humorvolle Deutschaufgaben könnten Sie wieder neu fürs Deutschlernen begeistern. Aber in Ihren Materialien können Sie gerade nichts Inspirierendes finden.

Dann werden Sie doch einfach selbst kreativ: Schreiben Sie Ihr eigenes Deutschbuch!

Jetzt denken Sie vielleicht: „Ein Deutschbuch schreiben? Aber dafür ist mein Deutsch nicht gut genug…“

Lassen Sie sich von diesen Gedanken nicht irritieren! Es geht nicht darum, ein Buch in perfektem Deutsch zu schreiben. Es geht darum, dass Sie Freude daran haben, die deutsche Sprache frei und kreativ zu gebrauchen.

Fangen Sie klein an. Sie müssen keine Enzyklopädie schreiben. Es ist total ok, wenn Ihr „Buch“ nur drei, fünf, oder auch zehn Seiten hat.

Wenn Sie mögen, zeigen Sie Ihre Texte Ihrer Deutschlehrerin. Sie wird elementare Fehler korrigieren und Ihnen neue Inspirationen geben für literarische Projekte. Aber vor allem wird sie es toll finden, dass Sie so kreativ sind – und das motiviert noch mehr!

Hier sind fünf Ideen für Ihr persönliches Deutschbuch:

1. Deutsche Grammatik: Die trennbaren Verben sind für Sie eine „harte Nuss“? Mit den Reflexivpronomen tun Sie sich schwer? Erklären Sie die Grammatikthemen, die Ihnen am schwersten fallen, für andere Deutschlerner – danach sind Sie ein Experte für das Thema!

2. Übungsaufgaben: Die Aufgaben in Ihrem Übungsbuch sind langweilig? Schreiben Sie eigene Aufgaben: witzig, fantasievoll, spannend – so, wie es Ihnen am besten gefällt.

3. Roman: Sie lieben historische Romane, amerikanische Spionagethriller, oder…? Dann beginnen Sie heute Ihre eigene Kurzgeschichte!

4. Poesie: Dichten auf Deutsch ist gar nicht schwer!  Hier lesen Sie, wie Sie spontan ein wunderschönes “Elfchen” schreiben.

5. Reisebericht: Was war Ihr eindrucksvollstes Reiseerlebnis? Das Wochenende in Paris? Die Expedition in die marokkanische Sahara? Ein Jahr Working Holiday in Westaustralien? Erleben Sie die schönen Momente noch einmal, wenn Sie darüber schreiben – auf Deutsch!

Worterklärungen:

  • die Luft ist raus – Redewendung: etwas ist nicht mehr so gut wie früher
  • spannend – Der schwedische Krimi, den ich gerade lese, ist so spannend: Ich habe letzte Nacht bis zwei Uhr gelesen!
  • sich begeistern – eine Passion für etwas haben
  • gebrauchen – nutzen, benutzen
  • klein anfangen – sich ein realistisches Ziel setzen
  • eine harte Nuss – etwas ist sehr schwierig
  • sich schwertun mit etwas – man hat Probleme damit
  • witzig – zum Lachen

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“Sprachbad” im Beruf – 5 Tipps zur Immersion

Foto: Joe Shlabotnik, flickr creative commons

Foto: Joe Shlabotnik, flickr creative commons

Egal ob wir eine Sprache, eine Sportart oder einen Beruf lernen: Theorie ist wichtig, aber erst die Praxis macht uns zu Könnern.

1700 Schüler der Kantone Bern und Wallis wissen das auch – sie haben dieses Jahr wieder profitiert vom Austauschprogramm „2 langues – 1 Ziel“. Neun Tage verbringen die Schüler erst in der Walliser, und dann in der Berner Familie. Nach dem Austausch sind die Kinder selbstbewusster und können besser in der Fremdsprache kommunizieren.

Leider gibt es kein Austauschprogramm für Berufstätige. Wir müssen selbst aktiv werden, um eine Fremdsprache nicht nur in der Theorie zu lernen, sondern komplett in sie „einzutauchen“.

Hier sind fünf Ideen zur Immersion im Berufsleben:

1. Der neue Kollege aus Zürich trinkt nach der Mittagspause seinen Espresso oft alleine. Laden Sie ihn doch mal zum gemeinsamen Mittagessen ein – auf Deutsch!

2. Der Chef plant gerade den nächsten Betriebsausflug. Schlagen Sie vor, dieses Jahr die Dependance in der Deutschschweiz zu besuchen – und vielleicht ein gemeinsames Picknick mit den Kollegen von dort zu machen.

3. Der Kollege aus Hamburg schwärmt von seinem letzten Segeltörn auf der Ostsee. Sie segeln gerne Regatten auf dem Genfersee? Zeigen Sie ihm, wie spannend das Segeln auf dem Leman sein kann – und üben Sie gemeinsam Deutsch-Französisches Segelvokabular.

4. Ihr Chef hält nächsten Monat ein Referat auf einer Tagung in Luzern – auf Deutsch. Bieten Sie ihm Ihre Hilfe an für die PowerPoint-Präsentation. Und mit ein bisschen Glück… nimmt er Sie mit!

5. In den internen Stellenausschreibungen Ihrer Firma ist eine Annonce, auf die Ihr Profil perfekt passt – aber die Stelle ist in Bern, auf Deutsch. Sie sind nicht ortsgebunden und haben Lust auf eine neue Stadt? Wagen Sie es. Bewerben Sie sich!

Sprechen Sie Deutsch in Ihrem Beruf? Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Hat sich Ihr Deutsch verbessert? Erzählen Sie in der Deutschstunde oder schreiben Sie uns auch gerne einen Kommentar.

Worterklärungen:

  • Sprachbad n. – Immersion. Man nimmt ein „Bad“ in der Sprache.
  • Könner m. – Man kann etwas sehr gut.
  • selbstbewusst – Ich weiss, wer ich bin und was ich gut kann.
  • Berufstätige/r – Jemand, der arbeitet.
  • Betriebsausflug m. – An einem Tag im Jahr macht der Chef mit allen Kollegen einen Ausflug, z.B. eine Kreuzfahrt auf dem Leman, Wandern zu den Rochers de Naye etc.
  • Segeln n. – Wenn der Wind gut steht, finden auf dem Genfersee oft Segelregatten statt.
  • spannend – Ich lese gerade einen schwedischen Krimi. Das Buch ist sehr spannend!
  • Stellenausschreibung f. – Annonce für eine Arbeitsstelle, einen Job.
  • ortsgebunden – Ich will in Vevey bleiben. Ich habe eine Wohnung gekauft und meine Kinder gehen hier zur Schule.
  • wagen – Es ist ein Risiko. Aber ich werde es trotzdem wagen!

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Neues lernen im Alter? – Warum nicht!

Man hört es oft: Kinder lernen so schnell und einfach! Das stimmt und das hat viele Gründe, nicht nur physische. Kinder haben viel Zeit zum Lernen. Sie sind durch die Eltern perfekt betreut und haben einen personalisierten Privatunterricht, der den ganzen Tag dauert. Und sie sind hochmotiviert.

Aber auch Rentner haben Zeit, oder sie können sich die Zeit nehmen. Der Vorteil vom Lernen im Alter ist, dass viel Vorwissen und Weltwissen da ist, an dem der Lernende anknüpfen kann. Elisabeth Stern, Psychologieprofessorin an der ETH Zürich sagt: “Es gibt keine wissenschaftliche Hinweise, dass die Hirnleistung im Alter zwangsläuftig abnehmen würde – ausser jemand ist von einer Krankheit betroffen.”

Warum haben denn ältere Menschen  das Gefühl langsamer zu lernen?
Das hat oft mit der nachlassenden Seh- und Hörkraft zu tun, aber auch ganz viel mit der Zeit.
Marion Grein schreibt in ihrem Buch, dass es tatsächlich einen Altersfaktor gibt. Tendeziell wird man langsamer im Kombinieren und im Verbinden des Gelernten. Das heisst aber nur, dass das Aufnehmen von Informationen mehr Zeit braucht – nicht, dass unmöglich wird! Ältere Menschen sind im Vorteil, wenn es darum geht logisch zu denken, Zusammenhänge zu sehen und Lösungen zu finden (Neurodidaktik, M. Grein, Hueber Verlag, S. 61).

Mit 50 hat man noch so viel Leben vor sich! Es wäre doch schade, wenn das ganze Potenzial, das bis zum 50. Altersjahr aufgebaut wurde, nicht vergrössert würde! Ausserdem ist Lernen eine interessante und befriedigende Tätigkeit, wenn man sich genug Zeit dafür lässt. Mein Tipp: lassen Sie sich nicht durch das Tempo von Jüngeren unter Druck setzten!

Und noch das: Bleiben Sie fit – auch im Kopf! Sie können Ihr Gehirn trainieren. Zum Beispiel hier auf Deutsch und auch auf Französisch.

Wortschatz:

betreuen = prendre en charge/s’occuper dedas Vorwissen = la préconnaissance
das Weltwissen = savoir général/culture générale
anknüpfen an = renouer qc avec qc
wissenschaftliche Hinweise = indications scientifiques
die Hirnleistung = la performace du cerveau
nachlassen = diminuer
aufnehmen = absorber, enregistrer
das Gehirn = le cerveau
sich unter Druck setzen lassen = se laisser mettre sous pression

 

 

 

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Lern-Motivation: Warum es toll ist, Deutsch zu lernen

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Foto: Thomas8047, flickr

Motivation ist essentiell, um beim Lernen erfolgreich zu sein.

Wenn ich motiviert bin, setze ich mich gerne morgens vor der Arbeit hin und lerne zehn Minuten Vokabeln. Wenn ich motiviert bin, lese ich die aktuellen Nachrichten auf nzz.ch oder zeit.de, auch wenn das Lesen länger dauert.

Wenn ich motiviert bin, plane ich für die Ferien eine Reise an die Nordsee oder einen Wochenendtrip nach Zürich – ich nutze jede Chance, um Deutsch zu sprechen.

Leider sind wir nicht immer so motiviert. Wenn wir schon länger Deutsch lernen, stagniert unsere Motivation von Zeit zu Zeit. Wir haben das Gefühl, nicht besser zu werden. Wir finden das Lernen mühsam. Wir fragen uns: Warum lerne ich überhaupt Deutsch?

Hier sind 10 Gründe, um Sie wieder für das Deutsch-Lernen zu begeistern:

1. Mit Deutschkenntnissen im CV sind Sie beruflich im Vorteil.

2. Auch mit einer eigenen Firma profitieren Sie von Ihren Deutschkenntnissen: Es wird einfacher, Geschäfte mit Kunden oder Firmen in der Deutschschweiz oder Deutschland zu machen, wenn Sie die Sprache sprechen.

3. Sie träumen von einem Leben in Berlin, Wien oder Zürich? Wenn Sie Deutsch sprechen, wird aus dem Traum vielleicht schon bald Realität!

4. Lernen Sie andere Kulturen kennen: Nicht nur in Deutschland, der Schweiz und Österreich –  auch in Luxemburg, in Ost-Belgien und Regionen von Namibia spricht man Deutsch.

5. Freundschaft kennt keine Sprachbarrieren! Auf Reisen, aber auch über das Internet (mylanguageexchange.com) können Sie interessante Leute kennenlernen und neue (Brief-) Freundschaften schliessen.

6. Lesen Sie grosse Literatur im Original: Von Goethe über Schiller bis Dürrenmatt und Frisch – die Auswahl ist riesig.

7. Egal, ob Sie Klassik-Fan sind oder Rap lieben: Deutschsprachige Musik hat in allen Genres viel zu bieten.

8. Wenn Sie Deutsch können, haben Sie Zugang zu mehr Informationen: auf deutschsprachigen Internetseiten, in Zeitschriften und Büchern.

9. Deutsch lernt nicht jeder – es ist etwas Besonderes…

10. … obwohl Deutsch die meistgesprochene Sprache Europas ist, mit über 100 Mio. Muttersprachlern!

Und welche Gründe haben Sie? Diskutieren Sie in der Deutschstunde oder schreiben Sie uns!

Worterklärungen:

  • toll – sehr gut, super
  • erfolgreich – Er ist sehr erfolgreich in seinem Beruf. Nach nur drei Jahren ist er Chef seiner Abteilung!
  • mühsam – schwierig
  • überhaupt – generell
  • begeistern – Ich begeistere mich fürs Velo fahren. Velo fahren ist meine Passion.
  • im Vorteil sein – eine bessere Position haben
  • bald – in kurzer Zeit
  • Auswahl f. – Selektion
  • riesig – gigantisch
  • Zugang haben – man kann dorthin gehen, man kann etwas bekommen
  • besonders – speziell
  • meistgesprochen – die Majorität der Menschen in Europa spricht Deutsch

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Wie kann ich effektiver Vokabeln lernen?

„Was bedeutet das nochmal? Ich habe das Wort doch schon so oft gehört… aber ich kann es mir einfach nicht merken!“ Manche Wörter sind kapriziös – auch wenn wir es wieder und wieder versuchen, wollen sie einfach nicht in unseren Kopf hinein.

Aber mit diesen fünf Tricks klappt es: 

1. Bilden Sie mindestens fünf verschiedene Sätze, die das Wort enthalten. Schreiben Sie sie von Hand auf. Das, was wir mit der Hand schreiben, merken wir uns besser als das, was wir am Computer tippen.

2. Üben Sie die Wörter gezielt im Gespräch, z.B. mit einem deutschsprachigen Kollegen beim Mittagessen oder mit einem Tandem-Partner. Denn das, worüber wir sprechen, können wir uns gut merken.

3. „Malen“ Sie ein Bild in Ihrer Fantasie, das die Vokabel und ihre Bedeutung enthält. Beispiel für die Tür: Je ferme la porte de ma voiture. Sie können auch Namen von Filmstars, Monumenten oder Städten nehmen. Hauptsache, es hilft Ihnen, die Vokabel zu visualisieren – denn dann lernen Sie das Wort ganz sicher!

4. Vokabeln lernen mit Kärtchen ist Ihnen auf Dauer zu langweilig? Probieren Sie doch mal kostenlose Online-Vokabeltrainer wie z.B. voodle oder VocBox (auch mit iphone App). Sie können Ihre Vokabeln dort eingeben, und dann trainiert der Online-Trainer mit Ihnen. Die besonders „harten Nüsse“ unter den Vokabeln fragt der Trainer besonders oft ab – und bald haben sie die Nuss geknackt!

5. Sind Sie ein visueller Lerntyp? Lernen Sie Ihre Vokabeln via Mindmap! Auf dem – aktuell noch – kostenlosen Online-Portal planet-tmx können Sie ganz einfach Ihre eigene Mindmap kreieren (siehe Video unten). So können Sie effektiv viele Vokabeln zu einem bestimmten Thema visualisieren – und sich die Wörter besser merken.

Und nun: Viel Erfolg, frische Motivation und viel Spass beim Lernen!

Worterklärungen:

  • bedeuten – hier: heissen
  • enthalten – es ist darin
  • Gespräch n. – Konversation
  • Hauptsache f. – am wichtigsten
  • Kärtchen n. – kleine Karte, Karteikarte
  • langweilig – monoton
  • besonders – sehr, speziell
  • „harte Nuss“ – etwas ist sehr schwierig
  • eine Nuss knacken = eine Nuss öffnen. Hier: eine schwierige Aufgabe lösen

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Wie erhöhe ich meine Motivation zum Lernen?

Irene Tsikonis, Espace Allemand

Irene Tsikonis, Espace Allemand

Ein Gespräch mit Irene Tsikonis, Ausbilderin mit eidg. Fachausweis

Motivation ist essentiell für unseren Erfolg: bei der Arbeit, beim Sport und auch beim Lernen einer Sprache. Leider ist die Motivation nach ein paar Wochen nicht mehr so hoch wie zu Beginn des Sprachkurses.

Was kann ich tun, um mich wieder neu zum Lernen zu motivieren?

Da gibt es viele Tricks und Tipps!
Für einen kurzfristigen Motivationsschub – z.B. um die 15 neuen Wörter auf die Kärtchen zu schreiben, oder den Lückentext fertig zu machen – können Schokolade oder eine Kaffeepause als Belohnung ganz nützlich sein.

Wer sich langfristig motivieren will, soll sich die Wichtigkeit und den Sinn vor Augen führen. Warum hatte ich mich (damals) entschieden das zu lernen? Was bringt es mir später? Stellen Sie sich ganz konkret vor, was sie mit dem Wissen machen werden. Wenn Sie Deutsch lernen, stellen Sie sich ganz konkret eine Situation vor: Sie sprechen mit ihrem Chef über etwas Wichtiges und können ganz gut sagen, was Ihre Meinung ist. Der Chef respektiert Sie und ist von Ihrer Meinung (und Deutschkenntnissen) beeindruckt. Träumen Sie ruhig ein bisschen!

Positiver Stress oder Herausforderungen können auch motivieren. Langeweile beim Lernen ist sehr schlecht. Setzen Sie sich Ziele, die Sie herausfordern und die einen direkten Bezug zu Ihrem Fernziel haben: Die E-Mail an den Kollegen in Zürich auf Deutsch schreiben. Einen Ausflug nach Luzern planen und dort mit der Kioskfrau, mit dem Billettkontrolleur (fragen Sie ihn, wann der Zug ankommt, auch wenn Sie es schon wissen!) und mit dem Kellner im Restaurant Deutsch sprechen.

Das A und O beim Fremdsprachen lernen ist der Wortschatz. Aber Vokabeln lernen ist oft monoton. Wie kann ich mich motivieren, trotzdem regelmässig Vokabeln zu lernen?

Regelmässig ist ein gutes Stichwort. Lernen soll geplant sein. Jeden zweiten Tag immer zur gleichen Uhrzeit eine halbe Stunde einplanen für Deutsch wäre ideal.

Damit es nicht langweilig wird: Variieren Sie die Übungen. 

Wenn Sie im Deutschkurs keine „interessanten“ Hausaufgaben bekommen haben, machen Sie lieber etwas anderes, anstatt nichts! Sie müssen zum 50. Mal einen Lückentext mit Verben ausfüllen? Anstatt den Lückentext auszufüllen, schreiben Sie selber einen Text mit den gleichen Verben! Wenn ein Text zu schwierig ist, schreiben Sie einfach Sätze. Ihre Lehrerin wird begeistert sein! 

Wenn Sie gern mit Kärtchen lernen, können Sie abwechselnd mit Kärtchen im Internet auf www.Quizlet.com lernen und mit Ihren Papierkärtchen. So wird es Ihnen bestimmt nicht langweilig!

Foto: Yvain Genevay / Le Matin

Foto: Yvain Genevay / Le Matin

Sie unterrichten seit 11 Jahren Deutsch. Was sind Ihre Top 3 Motivations-Strategien für Ihre Schüler?

1. Sinnvolle und realitätsnahe Ziele setzen und so zu Erfolgserlebnissen kommen

2. Abwechslung

3. Planvoll vorgehen: Regelmässig in den Kurs gehen und regelmässig zu Hause Hausaufgaben machen.

Was motiviert Sie persönlich am meisten?

Für mich ist wichtig, dass ich das Erlernte sofort gebrauchen kann. Ich bin eine praktische Person. Ich möchte immer etwas machen, handeln, aktiv sein und involviert sein. Das verschafft mir Erfolgserlebnisse und spornt mich an.

Lob und eine entspannte Atmosphäre helfen mir regelmässig zu lernen, auch dann, wenn ich gerade nicht so grosse Lust dazu habe.

Worterklärungen:

  • kurzfristig – für eine kurze Zeit
  • Motivationsschub m. – neue Motivation
  • Belohnung f. – Ich habe letzte Woche in der Metro ein Portemonnaie gefunden und es zur Polizei gebracht. Von der Besitzerin des Portemonnaies bekam ich gestern eine Belohnung von 50 Franken!
  • langfristig – für eine lange Zeit
  • Wichtigkeit f., Sinn m. – Die Firma, für die ich arbeite, hat viele Kunden in Deutschland. Ich muss oft geschäftlich nach Deutschland reisen. Es ist wichtig und sinnvoll, dass ich Deutsch lerne.
  • beeindruckt sein – etwas sehr gut finden
  • Herausforderung f. – eine schwierige Aufgabe
  • Langeweile f. – Monotonie, keine Motivation
  • regelmässig – jeden Tag zur gleichen Zeit, jeden Mittwoch, jeden 1. Samstag im Monat etc.
  • Erfolgserlebnis n. – Gestern war ich in Bern und habe nur Deutsch gesprochen: im Restaurant, am Bahnhof und in der Buchhandlung. Alle haben mich sofort verstanden und ich selbst musste nur einmal nachfragen. Das war ein echtes Erfolgserlebnis!
  • Abwechslung f. – Variation
  • anspornen – motivieren
  • Lob n. – Kompliment

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Lernen mit Plan

Foto: Horia Varlan, flickr creative commons

Foto: Horia Varlan, flickr creative commons

Unser Alltag ist heute oft straff durchorganisiert. Meetings, Präsentation des neuen Projektes, Arbeitsessen mit dem Chef… Unsere Agenda ist voll mit Terminen. Der Deutschkurs, den Sie gerade machen, ist einer davon.

Aber wie sieht es mit dem Lernen aus? Das steht oft nicht in unserem Terminkalender. Wir lernen, wenn gerade Zeit ist oder wenn wir Lust dazu haben.

Am Anfang ist das auch kein Problem. Wenn wir mit dem Deutschkurs beginnen, sind wir motiviert und es fällt uns leicht, in unserer Freizeit im Kursbuch zu lesen oder Übungen zu machen – wir wollen etwas lernen und haben Spass daran.

Dann aber wird der Kurs zur Routine. Vielleicht haben wir unser Lernziel – temporär – aus den Augen verloren. Vielleicht lernen wir auch nicht mehr so schnell wie am Anfang und sehen im Moment keine grossen Fortschritte.

Gerade dann ist es besonders wichtig, am Ball zu bleiben und regelmässig weiter zu üben.

Hier sind fünf Tipps, wie Sie das Lernen besser organisieren können – und frische Motivation bekommen:

1. Planen Sie in Ihrer Agenda feste Zeiten für das Lernen ein, z.B. jeden Morgen vor der Arbeit oder abends direkt nach dem Abendessen.

2. Teilen Sie das Lernen in kleine „Portionen“ ein. Optimal ist es, wenn Sie jeden Tag lernen – und wenn es auch nur 20 Minuten sind.

3. Sorgen Sie für Abwechslung beim Lernen, z.B. Montags ein Video schauen zum Thema Firmenportäts, Dienstag eine Grammatiklektion aus dem Kursbuch, Mittwoch Vokabeln lernen mit Karteikarten etc.

4. Machen Sie kleine Tests, um Ihre Lernfortschritte zu prüfen, z.B. den Test am Ende einer Lektion in Ihrem Kursbuch, oder beim Vokabeln lernen mit Karteikarten.

5. Belohnen Sie sich für das Lernen: Wenn Sie Ihre Lerneinheit gemacht haben, gönnen Sie sich einen Kaffee/ein Stück Schokolade…

Und nun: Viel Erfolg beim Lernen!

Worterklärungen:

  • straff – strikt
  • Terminkalender m. – Agenda
  • Lernziel n. – Warum, wofür lerne ich?
  • Fortschritt m. – Ich mache Fortschritte beim Lernen. Ich spreche heute schon viel besser Deutsch als letztes Jahr.
  • am Ball bleiben – Redewendung: weitermachen (auch wenn man gerade keine Lust hat)
  • regelmässig – z.B. jeden Tag, jede Woche, jeden Monat…
  • Abwechslung f. – Variation
  • Karteikarte f. – kleine Karten für Notizen, kariert oder liniert, die man in der Papeterie kaufen kann
  • Lerneinheit f. – Zeit, in der ich lerne, z.B. 30 Minuten jeden Abend
  • sich gönnen – Ich habe hart gearbeitet. Jetzt habe ich eine Belohnung verdient. Ich gönne mir ein Essen im Restaurant mit meiner Freundin.

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Lernen im Alltag

Foto: Anja, flickr creative commons

Foto: Anja, flickr creative commons

Wir sind mit Elan ins Neue Jahr gestartet – und auch in den Deutschkurs. Aber nun, nach zwei Wochen, ist 2015 bereits Alltag. Unsere Motivation ist nicht mehr so gross wie Anfang des Jahres.

Hier sind ein paar Strategien, damit unser Motivations-Motor wieder in Schwung kommt:

Integrieren Sie das Lernen in Ihren Alltag. Versuchen Sie, jeden Tag ein paar Minuten Deutsch zu üben.

Auf dem Weg zur Arbeit: Sie hören gerne Musik? Suchen Sie nach deutschsprachigen Sängern oder Bands, die Ihnen gefallen. Hören Sie die CDs/mp3 auf dem Weg von der Arbeit nach Hause. Sie fahren mit dem Zug? Prima! Dann können Sie beim Hören sogar den Text mitlesen.

Im Büro: In Ihrer Kaffeepause im Büro halten Sie sicher öfter einen Small Talk mit Kollegen – sprechen Sie doch mal auf Deutsch miteinander!

Am Telefon: Sie müssen beruflich öfter mit Kollegen in der Deutschschweiz oder in Deutschland telefonieren? Beginnen Sie ab jetzt jedes Telefonat mit einem deutschsprachigen Kollegen prinzipiell auf Deutsch.

In der Küche: Wie oft gehen Sie täglich zum Kühlschrank? Nein, nein, so genau wollen wir das gar nicht wissen… Aber: Jedes Mal können Sie dabei kreativ sein und einen Satz auf Deutsch texten, z.B. mit den Magneten von Kylskapspoesi. Sie sind nicht sicher, ob Ihr Satz grammatikalisch korrekt ist? Googeln Sie ihn!

Im Supermarkt: Der Kühlschrank ist mal wieder leer? Schreiben Sie Ihren Einkaufszettel zur Abwechslung auf Deutsch! Die Schweiz ist ideal, um beim Einkaufen Deutsch zu lernen: Alle Produkte sind auf Deutsch, Französisch und Italienisch beschriftet.

Auf dem Sofa: Lesen Sie abends auf dem Sofa gerne Nachrichten im Internet? Surfen Sie doch mal auf eine deutschsprachige Webseite, z.B. tagesanzeiger.ch, zeit.de Wenn Sie ein Wort nicht kennen: LEO oder dict.cc helfen Ihnen weiter.

Und nun: viel Spass und neuen Schwung beim Deutschlernen!

Worterklärungen:

  • Alltag m. – das, was wir jeden Tag tun
  • Schwung m. – Elan
  • in Schwung kommen – hier: der Motor dreht sich
  • gefallen – Der Film gefällt mir gut. Ich mag ihn.
  • prima – sehr gut
  • halten – hier: machen
  • mal – hier: einmal, manchmal
  • zur Abwechslung – anders als normal

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