Archive for category Schweiz

Vaterschaftsurlaub – bald auch in der Schweiz?

In vielen Aspekten ist die Schweiz top im internationalen Vergleich: medizinische Versorgung, Sozialsystem, Bildung. Doch in einem Punkt rangiert sie ganz unten in der Statistik: Wenn ein Schweizer Vater wird, darf er nur einen Tag von der Arbeit frei nehmen – so viel, wie für einen Umzug in ein neues Appartement!

Das ist viel zu wenig, finden viele Schweizer. Denn jeder, der selbst Kinder hat oder Freunde kennt, die Kinder haben, weiss das. Ein kleines Kind braucht besonders in den ersten Wochen und Monaten intensiven Kontakt zu seinen Eltern, damit es eine stabile Beziehung zu ihnen aufbauen kann.

Auch die Väter heute denken anders als die Generationen vor ihnen. Sie wollen für ihre Kinder da sein und aktiv in den Alltag der Kinder involviert sein.

Die meisten OECD-Länder haben auf dieses neue Bedürfnis der Väter reagiert und einen mehr oder weniger langen Vaterschaftsurlaub etabliert – nicht aber die Schweiz (siehe Grafik).

statistik

Eine Volksinitiative will das jetzt ändern. 140 Organisationen, u.a. Travail.Suisse und Pro Familia stehen hinter dem Verein „Vaterschaftsurlaub jetzt!“, der die Volksinitiative lanciert hat. Ziel der Initiative ist es, 20 Tage bezahlten Vaterschaftsurlaub in der Schweiz zu etablieren – eine längst überfällige Reform, die die Schweiz zu einem familienfreundlicheren Land machen wird.

Umfragen zeigen, dass sich über 80% der Schweizer einen Vaterschaftsurlaub wünschen. Viele Männer wären sogar bereit, auf ihr Salär während dieser Zeit zu verzichten – weil ihr Wunsch so gross ist, die ersten Lebenswochen ihres Kindes intensiv mitzuerleben (siehe Interviews im Video unten).

Wir wünschen allen Schweizer Vätern, dass dieser Wunsch bald Realität wird!

Worterklärungen:

  • Vaterschaftsurlaub m. – wenn ein Mann Vater wird, kann er in vielen Ländern, z.B. in Deutschland oder Frankreich, speziellen Urlaub nehmen. Ein grosser Teil seines Salärs wird in dieser Zeit weiter gezahlt.
  • Vergleich m. – Ich vergleiche zwei Packungen Pasta in der Migros: eine ist kleiner und teurer, die andere ist grösser und kostet weniger. Ich kaufe die grössere Packung.
  • Bildung f. – Schule, Universität
  • Beziehung f. –  Relation
  • Alltag m. – das, was wir jeden Tag tun
  • Bedürfnis n. – Wir brauchen etwas. Wir haben ein Bedürfnis nach etwas.
  • längst überfällig – alle warten darauf, dass es endlich gemacht wird
  • familienfreundlich – Das Hotel war sehr familienfreundlich: Es gab ein Animationsprogramm für die Kinder und extra grosse Zimmer mit Kinderbetten.
  • Umfrage f. – man fragt viele Leute nach ihrer Meinung
  • verzichten – etwas nicht haben (wollen)
Advertisements

, , , , , ,

Leave a comment

Grundeinkommen – Geld ohne Arbeit?

Schweizer FrankenAm kommenden Sonntag ist es soweit: die Schweizer stimmen ab über das Grundeinkommen. Wahrscheinlich mit „Nein“ – denn die Skepsis ist gross.

Denn wir fragen uns ängstlich: „Wenn jeder 2500 Franken im Monat vom Staat bekäme, würde keiner mehr arbeiten gehen, oder? Was würde dann aus unserem schönen Land werden?“

Jeder würde nur noch machen, was er will… Die Büros blieben leer. Die Regale bei der Migros auch. Züge würden keine mehr fahren. Das CHUV, die Schulen – geschlossen?!

Jeder würde nur noch machen, was er will… Aber was wollen denn die meisten Menschen? Arbeiten!

Eine Umfrage von DemoSCOPE zeigt, dass nur 2% der befragten 1076 Personen aufhören würden zu arbeiten, wenn sie ein Grundeinkommen bekämen.

Wozu gibt es dann überhaupt die Debatte über ein Grundeinkommen?

Initiator Daniel Häni glaubt, dass die Menschen kreativer und produktiver werden, wenn sie nicht arbeiten müssen, sondern können.

Laut Häni gibt das Grundeinkommen den Menschen die Freiheit, das zu arbeiten, was sie gerne tun. Es fördert ihre Selbstbestimmung und Eigenverantwortung:

54% würden sich weiterbilden

53% nähmen sich mehr Zeit für die Familie

22% würden sich selbständig machen

35% würden nachhaltiger konsumieren

Egal, wie die Abstimmung nächsten Sonntag ausgeht – die Idee eines Grundeinkommens bleibt aktuell, in der Schweiz und in vielen anderen europäischen Ländern, z.B. in den Niederlanden und Finnland.

Was halten Sie von der Idee eines Grundeinkommens? Verrückt? Genial? Absurd? Diskutieren Sie in der nächsten Deutschstunde oder schreiben Sie uns einen Kommentar!

Worterklärungen:

  • würde + Infinitiv = Konj. II
  • bekäme – Konj. II von bekommen
  • blieben – Konj. II von bleiben
  • Umfrage f. – man fragt viele Menschen zu einem bestimmten Thema
  • Selbstbestimmung f. – man kann frei entscheiden, was man tun möchte
  • Eigenverantwortung f. – Was ich mit meinem Leben mache, liegt in meiner Hand. Ich entscheide, und ich trage die Konsequenzen.
  • nähmen – Konj. II von nehmen
  • nachhaltig konsumieren – Produkte kaufen, die z.B. lange halten, die man recyclen kann oder die umweltfreundlich produziert sind.

, , , , , , , , ,

Leave a comment

Sprachenstreit beendet – Frühfranzösisch künftig schon im Kindergarten

Foto: Rob Rhyne, flickr cc

Foto: Rob Rhyne, flickr cc

Die Frage nach dem Fremdsprachenunterricht in Primarschulen spaltet die Nation: einige Kantone wollten den Französischunterricht in Primarschulen abschaffen. In der Sekundarstufe sollte der Unterricht nur fakultativ sein. Diese Thematik hatte zu landesweiten Protesten und Debatten geführt.

Deshalb ergreift nun der Bund die Initiative: Bald sollen Kinder in der gesamten Schweiz schon im Kindergarten eine weitere Landessprache lernen. Muttersprachliche Erzieher sorgen für authentische Immersion auf Französisch, Deutsch oder Italienisch.

Die praktische Implementierung ist genial einfach: Erzieher aus der Romandie arbeiten in der Deutschschweiz; Erzieher aus der Deutschschweiz arbeiten in der Romandie.

Der Bund will in den kommenden Wochen eine landesweite Marketingkampagne lancieren, in allen grossen Schweizer Zeitungen, auf Plakaten, in TV, Radio und Internet.

Ein Sprecher der Helvetischen Kommission der kantonalen Erziehungsdirektoren (HKE) kommentiert die neue Strategie des Bundes:

„Eine Landessprache ist nicht irgendeine Fremdsprache. Es kann nicht sein, dass  Schweizer aus dem Waadtland und aus Bern in Zukunft gar nicht oder nur auf Englisch miteinander sprechen können! Diese Tendenz müssen wir sofort stoppen. Deshalb wird künftig die bilinguale Erziehung ab 4 Jahren obligatorisch.“

Das bilinguale Bildungskonzept wird in den Primar- und Sekundarschulen weitergeführt. Auch hier setzt man auf flexible Arbeitsmigration von muttersprachlichen Lehrern.

Die HKE ist von dem neuen Konzept überzeugt:

„Unser Land ist traditionell mehrsprachig. Dieser einmalige kulturelle Reichtum muss unbedingt für die Zukunft erhalten bleiben. Die bilinguale Bildung ist der optimale Weg, um dieses Ziel zu erreichen.“

Das bilinguale Bildungskonzept ist geplant für das kommende Schuljahr 2016/2017. Die neue Regelung tritt zum 31. Juni in Kraft.

Worterklärungen:

  • Streit m. – Debatte, Kontroverse
  • Frühfranzösisch n. – Französisch in der Primarschule
  • Unterricht m. – in der Schule lernen die Schüler im Unterricht: Mathematik, Biologie, Deutsch, Französisch…
  • spalten – dividieren
  • abschaffen – das gibt es nicht mehr
  • sorgen für – machen, dass…
  • man setzt auf … – man glaubt, dass … der richtige Weg ist
  • überzeugt – ich glaube daran
  • erhalten – konservieren; etwas bleibt so, wie es ist
  • in Kraft treten – die Regelung ist offiziell und obligatorisch

P.S. Wie viele Tage hat der Juni? 😉

, , , , , , ,

1 Comment

Nachhaltig leben mit Zero Waste

Foto: Simon Fraser University, flickr cc

Foto: Simon Fraser University, flickr cc

Zero Waste (= null Abfall) ist eine junge, konsumkritische Bewegung, die auch in der Schweiz mehr und mehr Anhänger findet. Zero Waste-Anhänger versuchen, so wenig Müll wie möglich zu produzieren.

Gar nicht so einfach, denn fast alles, was wir im Alltag brauchen und im Detailhandel kaufen können, ist heute verpackt: Shampoo, Waschmittel, Zahnpasta, Reis, Nudeln, Kaffee… und oft gibt es auch Obst und Gemüse nur noch in Plastikfolie.

Bei jeder Einkaufstour bringen wir unfreiwillig jede Menge Plastik und Karton mit nach Hause – und produzieren allein in der Schweiz pro Kopf und Jahr über 700 kg Abfall!

Das möchten die Zero Waste Anhänger ändern. Sie kaufen Lebensmittel und Drogerieartikel lose. Auf dem Wochenmarkt, im Bioladen oder in speziellen Läden. Kleidung soll entweder hochqualitativ sein, damit sie lange hält. Alternativ kauft man Second Hand-Kleidung oder tauscht mit anderen.

Die Pionierin der Bewegung, Bea Johnson, schminkt sich angeblich mit Kakaopulver und Kohle (!) weil es kein Make-up ohne Verpackung zu kaufen gibt.

Zugegeben, Zero Waste ist etwas radikal. Man muss sich fragen, ob Abfall wirklich so schlimm ist. Moderne Recyclingsysteme belasten die Umwelt kaum. Natürlich ist es trotzdem sinnvoll, nicht unnötig Abfall zu produzieren.

Hier sind fünf Tipps, wie Sie mit wenig Aufwand mehr Nachhaltigkeit in Ihren Alltag bringen:

1. Versuchen Sie, möglichst viel lose Ware zu kaufen, z.B. auf dem Wochenmarkt. Das spart unnötige Verpackung, und ausserdem ist die Ware frischer als im Supermarkt.

2. Kaufen Sie Nachfüllpackungen für Shampoo, Flüssigseife und Waschmittel.

3. Wenn Sie Dinge Bücher, DVDs… aussortieren, bringen Sie sie zur Armee de Salut oder zu den „Boîte d’échange“ in Genf, anstatt sie einfach wegzuwerfen.

4. Nehmen sie Stofftaschen mit zum Einkaufen.

5. Lassen Sie sich keinen Extra-Müll “andrehen”. Gratis-Proben, Werbegeschenke, Flyer – meistens brauchen wir diese Dinge sowieso nicht und sie landen irgendwann im Müll. Sagen Sie lieber gleich: „Nein danke!“

Worterklärungen:

  • nachhaltig – etwas wirkt auf längere Zeit, z.B. pflanzt man viele junge Bäume auf einer Wiese. In zwanzig Jahren steht dort ein Wald.
  • Müll, Abfall m. – das, was wir wegwerfen
  • Bewegung f. – viele Menschen haben ein gemeinsames Ziel, politisch oder ideell
  • Anhänger m. – SVP-Gegner haben sich über das Wahlergebnis letzten Sonntag gefreut. SVP-Anhänger waren enttäuscht.
  • lose – ohne Verpackung
  • angeblich – man sagt, dass es so ist
  • belasten – es ist schlecht für…
  • kaum – wenig
  • wenig Aufwand – es macht keine Mühe
  • andrehen – ugs. jmd etwas geben, das er nicht haben will

, , , , , , , , ,

Leave a comment

Ist der Freitod wirklich freiwillig?

Foto: Paxson Woelber, flickr CC

Foto: Paxson Woelber, flickr CC

Hätten Sie das gewusst? In der Schweiz sterben jedes Jahr dreimal mehr Menschen durch Suizid als durch Verkehrsunfälle (ca. 1000 Personen p.a.). Trotzdem bleibt Suizid ein Tabuthema. Daran wird auch der Tod des Sterne-Gastronomen Benoît Violier nichts ändern.

Ein Suizid macht uns sprachlos. Der Gedanke daran erschreckt uns. Wir fragen uns wieder und wieder nach dem “Warum” – und finden keine Antwort.

Oft trifft ein Suizid Familie und Freunde völlig unerwartet. Psychische Probleme und Depressionen sind noch immer nicht „salonfähig“. Menschen sprechen lieber nicht darüber, denn sie wollen keine Schwäche zeigen.

Wenn sie es doch tun, hören sie oft Ratschläge wie: „Reiss dich zusammen! Es geht dir doch so gut im Leben! Denk an die armen Textilarbeiter in Bangladesh – die haben echte Probleme!“

Gewiss ist es sinnvoll, seine Perspektive einmal zu relativieren und sich selbst nicht so wichtig zu nehmen. Aber wenn man an einer Depression erkrankt ist, nützen solche Ratschläge meist wenig. Die Depression hat den Menschen im Griff. Es ist schwierig, sich alleine daraus zu befreien.

Im schlimmsten Fall endet eine depressive Phase dann in einem Suizid. Aber was können wir dagegen tun? Wie können wir wirklich helfen? Mit relativ einfachen Mitteln, z.B.:

Brücken sichern mit Netzen oder speziellen Geländern, wie am Pont du Bessières in Lausanne. Alle Armeewaffen aus Privathaushalten entfernen. Und vor allem: generell mehr aufeinander schauen.

In unserer Familie, bei unseren Freunden. Aber auch bei unseren Kollegen und Nachbarn. Und bei dem Fremden, den wir zufällig auf der Strasse treffen und das Gefühl haben, es geht ihm nicht gut. Ein freundliches Wort, ein echtes Interesse an meinem Mitmenschen kostet nichts. Es kann aber in einem bestimmten Moment unbezahlbar sein.

Artikel über eine schöne Initiative am Pont du Bessières (en français): http://www.bonnenouvelle.ch/bn2/index.php/k2/categories/item/651-veillee-sur-le-pont-bessieres

Worterklärungen:

  • Freitod m. – Suizid
  • freiwillig – ich mache etwas, weil ich es möchte
  • Verkehrsunfall m. – Wenn man von einem Auto angefahren wird, hat man einen …
  • sprachlos – wir haben keine Worte für etwas
  • erschrecken – es macht Angst
  • unerwartet – man hat es nicht kommen sehen
  • Schwäche f. ≠ Stärke
  • Ratschlag m. – ein Tipp, wie man ein Problem lösen kann
  • sich zusammenreissen – weitermachen und die eigenen Probleme nicht so wichtig nehmen
  • im Griff haben – unter Kontrolle haben
  • Geländer n. – Barriere
  • entfernen – wegnehmen
  • unbezahlbar – sehr wertvoll; man kann es mit Geld nicht bezahlen

, , , , , , ,

Leave a comment

Buch oder Ebook – Wie lesen wir am liebsten?

buch vs. ebook

Foto: Maria Elena, flickr

Ich bin kein Digital Native – dafür bin ich zu alt. Trotzdem habe ich ein Smartphone und möchte auf mein iPad nicht mehr verzichten. Nachrichten lese ich online, Filme leihe ich per Streaming aus, meine Musiksammlung ist digitalisiert. Ich mag unsere schöne neue digitale Welt.

Aber in einem Punkt bin ich hoffnungslos altmodisch: Ich liebe Bücher. Ich liebe den Geruch von Papier. Das leise Rascheln, wenn man die Seiten umblättert.

Ebooks haben es bei mir nicht leicht. Meistens lese ich nur wenige Seiten, und dann verstauben die Ebooks im digitalen Bücherregal.

Was haben Bücher, was Ebooks nicht haben? 

Auf dem Papier können meine Augen entspannen. Das lange Lesen auf dem Bildschirm finde ich ermüdend. Ebooks sind nicht so schön gestaltet wie die Printversion. Sie kosten oft fast das gleiche wie ein “richtiges” Buch aus Papier. Aber ein Buch kann man verleihen, verschenken oder wieder verkaufen – mit einem Ebook funktioniert das nicht.

Ebooks haben natürlich auch positive Seiten:

Eine ganze Bibliothek passt in einen kleinen Ebook-Reader oder in eine App. Das ist interessant für Leseratten, die sehr viel lesen und für Menschen, die viel unterwegs sind. Man muss nur aufpassen, dass die Batterie nicht gerade dann leer ist, wenn man am Strand liegt und der Krimi ins Finale geht…

Wie auch bei Musik und Film gibt es heute immer mehr Streamingdienste für Ebooks, z.B. Skoobe, Readyfy und amazon. Das Angebot ist aber noch limitiert und die Autoren verdienen nur wenig Geld damit.

In den USA greifen ca. 25 % der Leser zum Ebook, in der Schweiz sind es nur 8 %. Das wird sich in Zukunft wahrscheinlich ändern. Doch im Moment sind Buchhandlungen noch sehr beliebt: Payot hat gerade in Genf eine neue Filiale eröffnet – auf 1800 qm!

Sind Sie ein Bücherwurm? Oder ein Lesemuffel? Wie lesen Sie? Digital oder auf Papier? Glauben Sie, dass wir in Zukunft anders lesen als heute (nur noch digital, Bücher-Streaming…)? Diskutieren Sie in der Deutschstunde oder schreiben Sie uns auch gerne einen Kommentar!

 

Worterklärungen:

  • verzichten – etwas nicht haben wollen / etwas nicht haben können
  • per = via
  • Sammlung f. – Kollektion
  • hoffnungslos – Es ist hoffnungslos. Es wird sich nicht ändern.
  • altmodisch – nostalgisch
  • Geruch m. – Was ist das für ein Geruch? Hast du Kaffee gekocht?? Kann ich eine Tasse haben?
  • Rascheln n. – Der Herbst ist da. Die Blätter fallen von den Bäumen. Kinder springen durch die bunten Blätterhaufen – das raschelt so schön!
  • verstauben – Wenn man nicht putzt, verstauben die Dinge in der Wohnung.
  • entspannen – relaxen
  • Bildschirm m. – Ein Computer hat eine Tastatur, eine Maus und einen Bildschirm.
  • gestalten – designen
  • unterwegs – nicht zu Hause
  • Bücherwurm m. – Jemand, der viel liest.
  • Lesemuffel m. – Jemand, der gar nicht gerne liest.

, , , , , , , , , , , ,

Leave a comment

“Zehn Leinwände unter den Sternen” (Redewendungen II)

…”zehn Leinwände unter den Sternen”? Was bedeutet denn das? Haben Sie das schon auf Französisch übersetzt? Sie werden es sofort verstehen, wenn Sie das Programm von Lausanne Estivale kennen… Auf Deutsch klingt diese Übersetzung schrecklich. Es ist oft der Fall, dass man Redewendungen nicht übersetzten kann. Manchmal klingen sie lustig, manchmal komplett absurd. Aber manchmal passen wörtliche Übersetzungen von Redewendungen aber wie die Faust auf’s Auge (venir comme le poing sur l’oeil  = venir comme un cheveu sur la soupe).

Die Open-Air-Projektionen im Park von Mon-Repos sind meine persönlichen Lieblingsprogrammpunkte von Lausanne Estivale. Die Filme beginnen im August um 21.30 Uhr. Es ist nicht nötig sich besonders zu stylen, denn in der Nacht sind alle Katzen grau (la nuit tous le chats sont gris).

Und wenn es regnet, dann ist das doch nicht die Welt (ce n’est pas la mer à boire)! Der Film wird dann einfach im Kino “Zinéma” gezeigt.
Aber Achtung: Vorsicht ist die Mutter der Porzelankiste (prudence est la mère de la sûreté), besser zu früh kommen als zu spät um einen guten Platz zu bekommen. Und noch ein Tipp: nehmen Sie eine kleine Iso-Matte mit. Denn vorsorgen ist besser als heilen (mieux vaut prévenir que guérir). Eine Antibiotikakur wegen einer Blasenentzündung (cystite) ist nicht so toll.

Obwohl bekanntlich Geld nicht stinkt (l’argent n’a pas d’odeur), freue ich mich, dass die Vorführungen gratis sind. So bleibt noch etwas übrig um ein Eis zu kaufen oder ein Getränk.

Der Film vom 29.8. heisst “Feuer und Flamme” und ist auf Schweizerdeutsch. Das ist eine gute Gelegenheit für alle Schweizerdeutsch-Lerner und -Liebhaber unsere Dialekte zu hören, sich dabei gut zu unterhalten und noch etwas über die Giesserei-Kunst aus St. Gallen zu erfahren. Man muss das Eisen schmieden, solange es heiss ist (il faut battre le fer tant qu’il est chaud): Nehmen Sie also jetzt gleich Ihre Agenda und schreiben Sie den Termin hinein!

Waren Sie noch nie an einer Vorführung von “dix toiles sous les étoiles” im Park Mon-Repos? Sind Sie noch nicht sicher, ob es Ihnen gefallen wird? Dann würde ich zum Schluss noch sagen: probieren geht über studieren (expérience passe sience)!

Waren Sie dieses Jahr schon im Open-Air-Kino? Was haben Sie gesehen? Wie hat Ihnen der Film und die Erfahrung, draussen zu sein, gefallen?

 

 

 

 

 

, , , , , , , ,

Leave a comment