Archive for category Made in Switzerland

Der Schatz der Zeit oder Eine Golduhr im jurassischen Wald

Seit 2014 versteckt sich ein Schatz im schweizerischen Vallée de Joux und wartet darauf, gefunden zu werden. Es ist eine wunderschöne Uhr von Louis Audemars! Irgendwo hier liegt er vergraben:

Wer hat diesen Schatz versteckt?

Ein alter Mann, der keine Kinder hatte, hat irgendwo im Jura seinen ganzen Besitz – eine teure Golduhr – vergraben. Naja, das behauptet, das Touristenbüro der Region, das Museum «Espace Horolger» und das Unternehmen «Label Vert – eco évènement». Denn sie haben diese Schatzsuche organisiert und viele Menschen haben sich schon auf die Suche nach dem Tresor gemacht.

Was für ein Schatz ist es?

Eine Nachbildung von einer Taschenuhr im Wert von 40’000 Schweizer Franken ist irgendwo in der idyllischen Gegend von dem Vallée de Joux versteckt. Das Original dieser Taschenuhr von Louis Audamars ist fast 150 Jahre alt.
Wer als erster die Nachbildung findet, gewinnt die im Museum «Espace Horloger» ausgestellte Taschenuhr.

Wie kann man den Schatz finden?

Die Schatzsucher und Sucherinnen müssen zehn Rätsel lösen, um die Koordinaten von dem Tresor zu bekommen. Diese wunderschön illustrierten Rätsel sind im Buch «Tresor du temps», dass man auf der Internetseite http://letresordutemps.ch/jeu/ bestellen kann. Auf der Internetseite findet man auch alle Regeln und ein Forum, in dem man sich über seine Fortschritte austauschen kann.

Der Schatz der Zeit….Le trésor du temps. Auf Deutsch gibt es ein Sprichwort: Zeit ist Geld.
Haben Sie genug Zeit? Was ist der Wert der Zeit? Macht Zeit glücklich? Macht Geld glücklich?

Mehr Informationen über die Schatzsuche hier: Video (auf Französisch)

Wortschatz:

Der Schatz / ä -e  – le trésor

Die Nachbildung / -en – la réplique

Der Wert / -e – la valeur

Das Rätsel / -e – l’énigme

Entschlüsseln – décrypter / décoder

Gewinnen – gagner

Der Fortschritt / -e – le progrès

 

 

 

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Alte Kleider verkaufen als “Event” verkleidet – Vide Dressing in Malley

Haben auch zu viele Kleider? Oder gehören Sie zu den Menschen, die “nie” etwas anzuziehen haben?

Am letzten Samstag war ich in Malley – Galicien an einem Vide Dressing. Ich war überrascht: Es gab einen DJ, eine Bar und die Stimmung war wie an einer Party. Das hätte ich nicht erwartet! Das hat nichts mehr zu tun mit einem staubigen Flohmarkt.

Da waren vor allem junge, coole, urbane 20- bis 35-Jährige, die Kleider verkauften oder/und kauften. Es gab vom bedruckten H&M-T-Shirts  bis zur dunkelblauen Armani-Jeans für jeden Geschmack etwas. Auch Schuhe, Schmuck und Hüte wurden an den Mann gebracht, beziehungsweise “an die Frau”.

Denn für Männer gab es nicht so viel Auswahl. 85%  Stände waren bestückt mit Kleidern und Accessoires für Frauen.

Seinen Kleidern ein zweites Leben zu schenken ist ganz selbstverständlich und offensichtlich eine gute Idee. Diesem Anlass einen Party-Charakter zu geben finde ich schlicht grandios.

Natürlich hatten wir Glück mit dem Wetter! Die Sonne brannte vom Himmel und die Bekleidung vieler jungen Frauen und Männer glich, je länger und heisser der Tag wurde, einem Disco-Outfit.

Dank diesem Ausflug nach Malley habe ich “endlich wieder etwas zum Anziehen”! Ich gehöre nämlich zu dieser Sorte Mensch, die vor einem vollen Kleiderschrank stehen und jammern: “ich habe nichts zum Anziehen!”.

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Lerntipp: mit Radio hören Sprachen lernen

Während ich diesen Blog schreiben, höre ich Radio SRF3. raduio-app Ich könnte aber auch Radio Havanna hören oder Radio Mykonos! Mit meinem Smartphone geht es ganz einfach. Wie ich hört inzwischen jeder 5. Schweizer Radio über das Internet.
Ich habe die App von Radio SRF auf dem Handy. Fast jede Radiostation hat eine App oder man kann sie im Internet “live” hören.

Radio hören ist eine sehr entspannende Art eine Fremdsprache verstehen zu lernen: man hört gesprochene Sprache und wird immer wieder von Musik unterbrochen. Oder man wählt ein Programm : die Nachrichten, Musik, Hörspiele, Ratgebersendungen, Wirtschaftsnews, lustige Morgenshows, die Kinovorschau, …

Sie wollen Schweizerdeutsch verstehen lernen? Dann hören Sie doch den Wetterbericht auf Radio Bern1 in Berndeutsch oder Finanztipps in  Baseldeutsch auf Radio Basilik. Wenn Sie wenig Zeit haben können Sie eine 3-minütige Gameshow auf Radio Pilatus hören und wenn Sie viel Zeit haben ein Interview mit einer interessanten Person auf Radio Zürisee.

Meine Tipps:

  • Hören Sie Radio wie früher “live” – Sie hören, was gerade läuft.  Zum Beispiel im Auto mit dem Autoradio (SRF1) oder übers mobile Internet (Sender und Sendung  Ihrer Wahl). Man endeckt und erfährt viel Neues, Unbekanntes und Überraschendes!

  • Wählen Sie die Sendungen, die Sie interessieren und abonnieren Sie einen Podcast. Hören Sie diesen Podcast beim Joggen oder Kochen regelmässig. Gewöhnen Sie sich an die Stimme und AkzentDialekt des Moderators. Sie werden sehen: am Anfang verstehen 5 bis 20% und nach 3-4 Sendungen werden es 50 -70% oder mehr sein!

  • Wichtig ist Regelmässigkeit und dass Sie einer Sendung oder einem Sender ein paar Monate lang treu bleiben. Warum?  Weil Sie vergleichen können: wie viel habe ich am Anfang verstanden? Wie viel ist es jetzt nach 2 Monaten? Sie können Ihre Fortschritte sehen, das motiviert und macht glücklich. Sprache lernen hat viel mit Motivation zu tun (lesen Sie auch diesen Artikel (La motivation – clé de votre réussite) und dieses Interview zum Thema Motivation).

Noch mehr Empfehlungen und Beschreibungen von Radiosendern hier in diesem Artikel der Coopzeitung.

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Le gout de la mémoire

Am Sonntag besuchte ich die Ausstellung und Filmvorführung der Künstlerin, Katerina Samara, in Sion.

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Katerina Samara hat für ihre Masterarbeit an der “Ecole Cantonale d’Art du Valais (ECAV)” den Preis der Stadt Siders gewonnen. 2015/2016 konnte sie dank der Unterstützung der Fondation BEA (für junge Künstler) im “Atelier Tremplin” der “Ferme Asile” in Sion arbeiten.

Der Titel ihres aktuellen Projekts lautet: “le gout de la mémoire”. Die Übersetzung auf Deutsch ist sehr schwierig, denn “mémoire” hat mindestens zwei Bedeutungen. Ich beschreibe deshalb lieber, worum es geht.

Im Kunstzentrum “Ferme Asile” in Sion kann man die Ausstellung sehen. Es gibt Bilder (Familienfotos), Stickereien und Installationen. In ihren Installationen verbindet Katerina Samara – mit farbigen Fäden – den Geschmack an die Erinnerungen und Familiengeschichten.Katerina Samara

Am Sonntag zeigte Katerina zuerst einen Film. Im Film ging es um eine griechische Familie, die aus Istanbul vertrieben wird – und um Essen.
Nach dem Film hat die Künstlerin zusammen mit ihrer Mutter und ihrer Schwester ein griechisches Festessen zubereitet. 40 Personen sassen an einem langen Tisch und probierten viele verschiedenen griechische Speisen.

Mir ist an diesem Tag bewusst geworden, wie stark der Geschmackssinn mit dem Gedächtnis verbunden ist. Man möchte ja oft die Lernenden in Kategorien einteilen: den visuellen Typ, den auditiven Typ, etc. Wenn es diese Kategorien geben würde, wäre ich ein Geruch-/Geschmackstyp. Gerüche und Geschmäcker können mich ganz rasch in andere Zeiten versetzen. Ich erinnere mich in voller Klarheit an Dinge, die lange her sind.
Wäre es also nicht logisch eine Sprache beim Essen zu lernen? Ich meine jetzt nicht: die Wortschatzliste lesen während man ein Sandwich verschlingt!

Eher so: mit einem Tandempartner, der die Fremdsprache spricht, die man lernen möchte, schön essen gehen: Sich Zeit nehmen für das Essen und für die Gespräche.

Gibt es ein Essen (mit der Familie oder mit Freunden?) oder eine Erinnerung an ein Gericht, das Sie nie mehr vergessen werden?

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  • Katerinas Samaras Installationen sind noch bis zum 5. März in der “Ferme Asile” in Sion zu sehen.
  • Der Film, der gezeigt wurde hiess: A Touch of Spice.

 

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Swissness – wann ist ein Produkt ein Schweizer Produkt?

Ab dem 1.1.2017 gilt ein neues Gesetz:

Ein Produkt darf nur  “Schweizer Produkt” genannt werden, wenn  mindestens aus 80% der Zutaten aus der Schweiz kommen (Lebensmittel) oder mindestens 60% der Produktionskosten in der Schweiz entstanden sind (Uhren).

Ausnahmen: Schokolade und Kaffee.

Schweizer Schokolade

Schweizer Schokolade

Ja, es wäre schon schwierig unser National-Dessert, die Schoggi, aus 80% heimischen Zutaten zuzubereiten. Wir müssten dazu ein Land auf einem südlichen Kontinenten erobern und ihn “Schweiz” nennen. Das geht natürlich nicht – auch sprachlich eine schwierige Sache.  Aber auf unsere “Schweizer Schokolade” kann die Industrie auch nicht verzichten ( und ich auch nicht!). Zum Glück ist man flexibel im Parlament: man kann eine Sonderregelung machen.
Aber warum hat man eine Ausnahme beim Kaffee gemacht? Ich wusste nicht, dass die Schweiz für Ihren Kaffee international bekannt ist? Die Antwort habe ich rasche gefunden: alle Naturprodukte, die nicht in der Schweiz wachsen können, gehören auch zur Ausnahme. Also könnte man auch eine “Schweizer” Ananas kaufen? Wenn Sie sich für die Details zu diesem neuen Gesetz interessieren: Die Antwort finden Sie hier.

Ich bin froh, dass ich nicht im Parlament sitze und die Gesetze aushandeln muss. Und ich bin froh, dass ich alle 4 Jahren wählen kann, wer das an meiner Stelle tun muss! Deshalb ist es wichtig, sich für solche Themen zu interessieren. Dieses Thema sieht anfangs einfach aus, wird aber rasch kompliziert, wenn man verschiedene Aspekte berücksichtigen muss: Wirtschaft, Industrie, Frankenstärke, Import, Export, etc.

Aber fangen wir bei Ihnen an:

  • Achten Sie auf die Herkunft der Produkte, die sie kaufen? Bei welchen Produkte-Kategorien (Früchte/Gemüse, Fleisch, Fertigprodukte, Reinigungsmittel, Kleider, Schmuck, etc) ja und bei welchen nein?
  • Was sind Ihre Kriterien, was das Herkunftsland betrifft?
  • Kaufen Sie ein Produkt eher, wenn ein Schweizer Kreuz darauf abgebildet ist: Zum Beispiel bei Calanda Bier (gehört zu Heineken, wird in der Schweiz gebraut) oder bei einem Kokosnuss-Keks von Kambly aus dem Emmental?

Diskutieren Sie mit Ihrem Deutschlehrer oder mit Ihrer Deutschlehrerin!
Stellen Sie ihm oder ihr Fragen zu diesem Thema!

 

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Wahlen und Abstimmungen in Amerika und in der Schweiz

Trump, Trump und nochmal Trump. Clinton, Clinton und wieder Clinton. Man hört und liest fast nur noch von ihnen.

Ich fühle mich, als hätte ich eine „Trumpvergiftung“ , „Clintonitis“ oder beides zusammen.
Die Zeitungen sind „vertrumpt“, im Fernsehen sieht man Frau Clintons Gesicht überall.

Die Artikel über H. Clinton und D. Trump sind oft nicht sehr informativ. Man kann es schon an der Schlagzeile erkennen:

Zugegeben es geht uns auch etwas an, wenn in Amerika die wichtigsten Wahlen des Landes stattfinden. Doch sollten unsere Journalisten nicht vergessen, dass es auch hier wichtige Informationen gibt, die man verbreiten soll!

Wir hatten inzwischen einen Abstimmungssonntag. Joseph Gordon-Levitt sagte am Zürich Film Festival „Es ist wirklich super toll, dass ihr in der Schweiz abstimmen könnt!“ (https://www.bluewin.ch/de/entertainment/tv/zff/artikel-2016/zurich-film-festival-snowden-interview-gordon-levitt.html)

Das finden wir wahrscheinlich alle. Aber warum gehen dann nur so wenige wirklich abstimmen?
Im Kanton Glarus waren es 33% die für oder gegen das neue Nachrichtendienstgesetz abgestimmt haben.
Der Kanton Schaffhausen liegt wie immer mit 61.7% an der einsamen Spitze. Das muss daran liegen, dass das Nicht-Abstimmen mit einer Busse von 6.- sfr bestraft wird.
Aber für knapp 40% der Stimmbevölkerung ist auch das kein Grund an die Urne zu gehen.

Zurzeit ist der Kanton Schaffhausen der einzige Kanton mit einer solchen Busse.

Was meinen Sie? Würden mehr Leute abstimmen, wenn es eine schweizweite Busse gäbe? Sollte die Busse höher sein?

Wie sonst könnte man die Leute motivieren?

Diskutieren Sie mit! Hier im Blog oder mit Ihrem Deutschlehrer oder Ihrer Deutschlehrerin!

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“Ich hätte gern ein Glace.”

…. sagt ein Schweizer am Strand. Und ein Deutscher, möchte er auch “ein Glace”? Wir lösen das Rätsel weiter unten.

Eis by Fotalia

Kennen Sie schon das Variantenwörterbuch des Deutschen?
Die Österreicher sprechen ein anderes Hochdeutsch als die Deutschen. Wer schon einmal das Land besucht hat, hat es sicher gehört! In der Schweiz sprechen und schreiben wir Schweizer-Hochdeutsch. Sogar in der NZZ findet man viele Helvetismen. Helvetismen sind Wörter, die zwar Hochdeutsch sind, aber nur in der Schweiz verwendet werden. Sie stehen im Duden – ein Zeichen, dass sie offiziell zur Deutschen Sprache gehören.

Es gibt ein Wörterbuch, das die Varianten von regional unterschiedlichen Wörter im Deutschen Sprachraum auflistet. Jedes Wort kommt in diesem Buch mehrmals vor.

Viele Wörter sind 3x in diesem Buch. Einmal in der Deutschen Version, einmal der Helvetismus und auch in der Version, wie es die Österreicher sagen (Austriazismus). Hier ein Beispiel.
Der schmale Weg neben der Strasse, worauf die Fussgänger gehen, nennte man:

  • Bürgersteig (Deutsch)
  • Gehsteig (Österreich und Süddeutschland)
  • Trottoir (Schweiz)

Weil jede Bedeutung 3x drin steht ist das Variantenwörterbuch des Deutschen auch ziemlich dick.

Das Variantenwörterbuch ist für mich ein Zeichen der Toleranz. Regionale Varietäten sind nicht nur erlaubt, oft sind sie auch erwünscht und wichtig. Und sie sind es Wert, dass man sie sammelt und in ein Wörterbuch schreibt.

Also, was sagt der Deutsche am Strand, wenn er Lust auf etwas Eiskaltes hat?
“Ich bekomme ein Eis!” Merken Sie es? Nicht nur das Wort für die kalte Erfrischung ist anderes.

 

 

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“Zehn Leinwände unter den Sternen” (Redewendungen II)

…”zehn Leinwände unter den Sternen”? Was bedeutet denn das? Haben Sie das schon auf Französisch übersetzt? Sie werden es sofort verstehen, wenn Sie das Programm von Lausanne Estivale kennen… Auf Deutsch klingt diese Übersetzung schrecklich. Es ist oft der Fall, dass man Redewendungen nicht übersetzten kann. Manchmal klingen sie lustig, manchmal komplett absurd. Aber manchmal passen wörtliche Übersetzungen von Redewendungen aber wie die Faust auf’s Auge (venir comme le poing sur l’oeil  = venir comme un cheveu sur la soupe).

Die Open-Air-Projektionen im Park von Mon-Repos sind meine persönlichen Lieblingsprogrammpunkte von Lausanne Estivale. Die Filme beginnen im August um 21.30 Uhr. Es ist nicht nötig sich besonders zu stylen, denn in der Nacht sind alle Katzen grau (la nuit tous le chats sont gris).

Und wenn es regnet, dann ist das doch nicht die Welt (ce n’est pas la mer à boire)! Der Film wird dann einfach im Kino “Zinéma” gezeigt.
Aber Achtung: Vorsicht ist die Mutter der Porzelankiste (prudence est la mère de la sûreté), besser zu früh kommen als zu spät um einen guten Platz zu bekommen. Und noch ein Tipp: nehmen Sie eine kleine Iso-Matte mit. Denn vorsorgen ist besser als heilen (mieux vaut prévenir que guérir). Eine Antibiotikakur wegen einer Blasenentzündung (cystite) ist nicht so toll.

Obwohl bekanntlich Geld nicht stinkt (l’argent n’a pas d’odeur), freue ich mich, dass die Vorführungen gratis sind. So bleibt noch etwas übrig um ein Eis zu kaufen oder ein Getränk.

Der Film vom 29.8. heisst “Feuer und Flamme” und ist auf Schweizerdeutsch. Das ist eine gute Gelegenheit für alle Schweizerdeutsch-Lerner und -Liebhaber unsere Dialekte zu hören, sich dabei gut zu unterhalten und noch etwas über die Giesserei-Kunst aus St. Gallen zu erfahren. Man muss das Eisen schmieden, solange es heiss ist (il faut battre le fer tant qu’il est chaud): Nehmen Sie also jetzt gleich Ihre Agenda und schreiben Sie den Termin hinein!

Waren Sie noch nie an einer Vorführung von “dix toiles sous les étoiles” im Park Mon-Repos? Sind Sie noch nicht sicher, ob es Ihnen gefallen wird? Dann würde ich zum Schluss noch sagen: probieren geht über studieren (expérience passe sience)!

Waren Sie dieses Jahr schon im Open-Air-Kino? Was haben Sie gesehen? Wie hat Ihnen der Film und die Erfahrung, draussen zu sein, gefallen?

 

 

 

 

 

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Französisch als erste Fremdsprache – oder Englisch?

Seit einigen Tagen schreibt die Schweizer Presse wieder viel über den Kanton Thurgau und den Kanton Schwyz. Aber nicht wegen den Apfelbäumen und den Most, für den sie schweizweit bekannt sind oder über Wilhelm Tell.

Es geht um das Thema Schule. Genauer: Frühfranzössich. Am 13. August schrieb der Tages-Anzeiger: „Thurgau bricht als erster Kanton mit dem Frühfranzösisch“.  Zwei Tage später folgt ein ähnlicher Artikel im 24Heures.
Die ersten Kommentare und Folgeartikel handelten davon, ob man in der Deutschschweiz zuerst Englisch an der Primarschule unterrichten soll, was vielfach als nützlicher bewertet wird.
Oder sollen die Kinder ab der 3. Klasse (5. Klasse HarmoS) Französisch lernen, was andererseits als notwendig für den Zusammenhalt der Schweiz angesehen wird?

Tages-Anzeiger

Tages-Anzeiger “Man spricht Deutsch”

Es ist nicht das erste Mal, dass über das Thema berichtet wird. Erst im März 2014 hat Bundesrat Alain Berset gesagt und die NZZ hat darüber berichtet: „Französisch in der Primarschule ist Pflicht.“
Alain Berset hat zu dem Thema gesprochen, weil der Kanton Schaffhausen entschieden hat, nur noch eine Fremdsprache in der Primarschule zu unterrichten und diese Fremdsprache sollte nicht Französisch sein.
Am 22. August 2014 schreibt der Tages Anzeiger: Man spricht Deutsch: Die Deutschschweiz unterschätzt, was das Nein zu Frühfranzösisch in der Romandie auslöst. Staatlicher Sprachzwang wäre dennoch falsch.“

In den Kommentaren zu diesem Artikel kann man viel über den Schwierigkeitsgrad der Sprachen lesen. Ein paar Leute denken, Deutsch sei schwieriger und manche meinen, Französisch sei schwieriger. Eine Meinung, die mich zum Schmunzeln gebracht hat: „Es ist gleich schwierig (oder gleich einfach) Französisch mit schlechter Aussprache und Deutsch mit vielen Fallfehlern zu sprechen.“
Ein anderer Leser schreibt, es sei peinlich, wenn Deutschschweizer und Westschweizer Englisch miteinander sprechen.

Ganz persönlich finde ich: Hauptsache wir sprechen miteinander! Und: wer höflich ist und Stil hat, versucht in der Sprache des Gegenübers zu kommunizieren.

Wann und wie

Beim Sprachenlernen ist das Wann ein wichtiger Faktor, das gebe ich zu. Aber das Wie ist vielleicht noch wichtiger.
Als ich Deutsch in der Schule lernte (als erste Fremdsprache in der 7. Klasse (heute 9. HarmoS) hatten wir keine Brieffreunde und keine Ausstauschwoche. Unsere einzige Chance das Schulfranzösisch zu gebrauchen, war während einer einwöchigen Klassenreise im Neuenburger Jura. Dort waren wir aber als Klasse immer zusammen und hatten keine direkten Kontakt mit der Bevölkerung.
Heute höre ich von Schulklassen die nach Norddeutschland reisen um dort eine Woche die Schule zu besuchen. Im Gegenzug kommt die Schulklasse aus Deutschland zu ihnen in die Westschweiz. Sie wohnen bei den Familien und kümmern sich um einander. Vor und nach der Reise gibt es einen Austausch per Brief und E-Mail und es wird ein Tagebuch geführt.

Meiner Meinung nach macht diese Art eine Sprache zu lernen mehr Sinn, denn die Lernenden erleben die Sprache. Sie lernen die Sprache nicht nur, sie kommunizieren auch in ihr.

Es braucht Mut und Zeit einen Austausch mit einer anderen Klasse zu organisieren.
Ich wäre sehr dafür, dass die Lehrer und Lehrerinnen dabei unterstützt werden. Zum Beispiel könnten die Kantone mehr zusammenarbeiten und Austauschwochen für alle Klassen organisieren. Viele Romands kennen die Schweiz auch gar nicht so gut. Das ist schade. Mit der Sprache lernt man auch die Kultur kennen. Wir leben in einem kleinen Land. Es wichtig, dass wir einander kennen. Finden Sie nicht auch?

Fragen an Sie!
–          Wie fühlen Sie sich, wenn die Kinder in manchen deutschschweizer Kantone zuerst Englisch lernen und erst später Französisch?
–          Finden Sie die Karikatur über den Röstigraben lustig? Lachen Sie mit den Deutschschweizern mit? Haben wir den gleichen Humor?
–          Ist es wichtig in welcher Sprache wir kommunizieren? Deutsch, Französisch, Englisch, „Franglais“, „Denglisch“, oder …?
–          Haben Sie Kinder in der Primarschule? Wie ist es für sie mehrere Fremdsprachen zu lernen? Lerne sie gerne Deutsch? Was motiviert
Ihre Kinder Deutsch zu lernen?

Diskutieren Sie mit Ihrem Deutschlehrer/mit Ihrer Deutschlehrerin.
1)      Sammeln Sie Argumente für Ihren Standpunkt
2)      Sammelns Sie Gegenargumente für den gegnerischen Standpunkt
3)      Diskutieren Sie!

 

Wortschatz: Deutsch – Französisch

ähnlich = similaire
nützlich = utile
notwendig = nécessaire
der Zusammenhalt = la cohésion
berichten = informer, communiquer
unterschätzen = sous-estimer
auslösen = déclencher
der Sprachenzwang = l’obligation d’apprendre une langue
höflich = poli/e
die Sprache des Gegenübers = la langue de l’autrui
die Austauschwoche = semaine d’échange
Im Gegenzug = en revenche, en échange

 

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Made in Switzerland (II) – (Nicht) auf den Hund gekommen

Stewi, Rex und Robidog – nein, das sind keine Comicfiguren. Aber etwas hat der Comic mit ihnen gemein: Er wurde auch von einem Schweizer erfunden, und zwar 1827 von Rodolphe Töpffer. Sogar Goethe soll diese ersten Comics gelesen haben (ob er darüber gelacht hat, ist eine andere Frage…).

Aber zurück zu Stewi (nicht zu verwechseln mit Stevia, dem kalorienfreien Zuckerersatz). Stewi ist eine sehr nützliche Spinnenart, die aus vielen Gärten weltweit nicht mehr wegzudenken ist. Warum? Na, weil sie locker zwei Waschmaschinenladungen Wäsche zum Trocknen bringt!

Und wer war nochmal Rex? Der Kommissar aus dem deutschen Fernsehen? Nein. Rex (oder eine billige schwedische Kopie) ist heute in fast jeder Küchenschublade zuhause. Er kann ganz schön aufdringlich sein: Obst und Gemüse rückt er nicht nur auf die Pelle, sondern zieht Ihnen diese sehr effizient ab! Und genau dafür lieben wir ihn.

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Roboter + Hund = Robidog? Nein, das sind doch die grünen Kästen mit kleinen Plastiksäcken darin, die man in jeder Grünanlage in der Schweiz und heute auch in vielen anderen Ländern findet. Und wenn Herrchen und Frauchen gut erzogen sind und die Robidogs benutzen, bleibt die Anlage schön grün und wird nicht braun vor lauter Würstchen…

Beim Gassi gehen mit seinem Hund kam Georges de Mestral auf die Idee für eine simple, aber grosse Erfindung: im Fell des Hundes hingen Kletten fest – und ein paar Jahre später eroberte der Klettverschluss die Welt (und das Weltall). Klettverschlüsse wurden anfangs nämlich von Astronauten verwendet, um herumfliegende Gegenstände an den Wänden der Raumstation zu befestigen.

Was Erfindungen betrifft, sind die Schweizer also gar nicht auf den Hund gekommen – auch wenn Hunde bei der ein oder anderen Erfindung eine Rolle spielten. Da bleibt nur zu sagen: Wow!

Stewi Wäschespinne – Erfinder: Walter Steiner

“Rex” Sparschäler – Erfinder: Alfred Neweczerzal

Robidog – Erfinder: Joseph Rosenast

Welche anderen schweizer Erfindungen kennen Sie noch? Erzählen Sie in der Deutschstunde oder schreiben Sie uns auch gerne einen Kommentar.

Worterklärungen:

  • auf den Hund gekommen – (Redewendung) arm sein
  • erfinden, erfunden – das, was es noch nicht gibt, muss erfunden werden
  • mit jmd. / etwas gemein haben – gleiche Interessen, Haarfarbe, Charakterzüge…
  • Zuckerersatz m. – schmeckt süss, ist aber kein Zucker
  • Spinnenart f. – es gibt weltweit ca. 40 000 Spinnenarten
  • Waschmaschinenladung f. – das, was in eine Waschmaschine hineinpasst
  • Küchenschublade f. – darin liegt meistens das Besteck
  • aufdringlich – jemand kommt sehr nahe, ruft oft an, will immer was = das nervt!
  • auf die Pelle rücken – (Redewendung, ugs.) aufdringlich sein
  • Pelle f. – Haut, Schale
  • Grünanlage f. – (kleiner) Park
  • Herrchen und Frauchen – (ugs.) Hundebesitzer
  • vor lauter – (Redewendung) Vor lauter Bäumen sieht man den Wald nicht mehr.
  • Gassi gehen – (ugs.) Spaziergang mit dem Hund
  • Klettverschluss m. – velcro®
  • Gegenstand m. – Ding, Sache

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