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Deutsch am Meer – 5 unterhaltsame Tipps für Ferien in Norddeutschland

Deutsch am Meer

Strand auf Sylt

Mitte Mai – der Frühling ist da! Alles blüht und grünt; oft ist es schon sommerlich warm. Wir verbringen wieder mehr Zeit im Freien – und träumen von unseren Sommerferien.

Sie haben Lust auf „frischen Wind“ in den Ferien? Sie würden aber auch gerne etwas für Ihre Deutschkenntnisse tun? Wie wäre es dann mit einer Reise an die deutsche Nord- oder Ostseeküste?

Deutschlands Norden hat viel zu bieten: Im Westen die Nordseeküste mit der typischen flachen Landschaft mit Deichen und Schafen, dem Wattenmeer und den endlosen Sandstränden der Nordseeinseln wie z.B. Sylt oder Amrum.

Im Osten die idyllische Ostseeküste mit ihrer hügeligen Landschaft und der wild-romantischen Steilküste.

Wenn Sie mehr Trubel mögen, besuchen Sie die alten Hansestädte Lübeck oder Stralsund, oder erkunden Sie den Hamburger Hafen mit seinen grossen Containerschiffen.

Wenn Sie in Deutschland Ferien machen, können Sie ganz einfach etwas für Ihre Deutschkenntnisse tun. Hier sind fünf Tipps:

1. Sprechen Sie! Fragen Sie nach dem Weg, oder nach einem guten Restaurant. „Schnacken“ Sie mit der Verkäuferin in der Bäckerei, oder mit der alten Dame auf der Parkbank.

2. Bauen Sie kleine Lern-Lektionen in Ihren Ferienalltag ein, z.B. jeden Tag nach dem Frühstück eine halbe Stunde Deutsch üben. Lassen Sie deutsches Radio laufen oder schauen Sie abends eine Sendung im deutschen TV. „Baden“ Sie in der deutschen Sprache während Ihrer Ferien.

3. Sport macht Ihnen Spass? Machen Sie einen Kurs während der Ferien. An der Nord- und Ostsee gibt es viele Möglichkeiten für Wassersport, z.B. Surfen, Windsurfen oder Segeln.

4. Sie sind kulturell interessiert? Besuchen Sie Konzerte des Schleswig-Holstein Musikfestivals, die Kunstausstellung NordArt, oder die Kieler Woche – für jeden Geschmack ist etwas dabei.

5. Sie sind ein Naturfreund? Machen Sie eine Wattwanderung an der Nordsee, oder beobachten Sie  Kraniche an der Ostseeküste.

Egal, welche Ihre Priorität ist in den Ferien: Wenn Sie aktiv werden, haben Sie viel Gelegenheit, Deutsch zu sprechen – und lernen ganz nebenbei neue Leute kennen!

Worterklärungen:

  • Zeit verbringen – das, was wir mit unserer Zeit machen
  • im Freien – draussen, nicht im Haus
  • Küste f. – am Meer
  • bieten – offerieren
  • flache Landschaft – keine Berge
  • Deich m. – artifizieller Wall, der vor dem Wasser einer Sturmflut schützen soll
  • Wattenmeer n. – spezielle Küstenlandschaft an der Nordsee
  • Hügel m. – kleiner Berg
  • Steilküste f. – spezielle Küstenlandschaft an der Ostsee
  • Trubel m. – viele Leute, Stadtleben
  • schnacken – norddeutsch mit jmd. sprechen
  • laufen lassen – hier: einschalten
  • Geschmack m. – hier: das, was einem gefällt
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Motivierter Lernen mit Augmented Reality (1)

Die Realität – ist das, was wir vor uns sehen, oder? Natürlich nicht! Nur weil wir etwas nicht sehen oder wissen, heisst das ja nicht, das es nicht existiert.

Genau darauf basiert das Prinzip der „Augmented Reality“ (AR). AR-Apps liefern uns Informationen, die wir normalerweise nicht parat haben, wenn wir ein Buch lesen oder durch eine fremde Stadt gehen.

Auf Reisen können wir mit dem Smartphone und der Google Übersetzer App Schilder in einer fremden Sprache scannen und haben sofort die Übersetzung auf dem Display. Oder wir machen mit dem Wikitude World Browser ein Foto von einer Sehenswürdigkeit und haben sofort alle Infos z.B. zum Schiefen Turm von Pisa oder zur Mona Lisa.

Auch Kinder sind fasziniert von AR-Apps. Sie lernen z.B. mit einer interaktiven Landkarte etwas über Geografie, Tiere und die Kultur eines Landes (siehe Video unten).

Und auch zum (Sprachen) Lernen bietet AR neue kreative Möglichkeiten:

Die Personen im Übungsbuch (z.B. von Hueber) werden dank AR lebendig. In kurzen Videoclips sehen wir ihnen in ihrem Alltag zu. Wir begleiten sie zum Einkaufen, in die Schule oder zur Arbeit. Anstatt ihre Dialoge nur zu lesen, hören wir sie sprechen!

AR hat viele positive Effekte: Wir sind motivierter beim Lernen. Das, was wir lernen, wird „greifbar“ und wir können es uns besser merken. So erweitert die „erweiterte Realität“ auch unseren Motivations-Horizont.

Doch man kann AR auch kritisch sehen: die Bilder, die wir normalerweise beim Lesen in unserer Imagination „malen“, werden uns jetzt fertig präsentiert. Alle Informationen sind sofort auf dem Handy verfügbar – wir müssen nicht mehr aktiv in einem Lexikon nachschauen oder jemanden fragen. Ja, AR macht uns interaktiv – aber nur noch mit dem Smartphone, nicht mit anderen Menschen.

Trotzdem hat AR viel Potential, mit dem wir effektiver und motivierter z.B. eine Fremdsprache lernen können.

Haben Sie schon Erfahrungen gemacht mit AR? Mit Wikitude oder der Übersetzer App? Finden Sie AR eine tolle Innovation oder sehen Sie es skeptisch? Wir sind gespannt auf Ihren Kommentar! 

Worterklärungen:

  • genau – exakt
  • liefern – geben
  • fremd – man kennt es nicht
  • auf Reisen – unterwegs in einer fremden Stadt, einem fremden Land
  • Schild n. – darauf steht etwas geschrieben
  • Sehenswürdigkeit f. – touristische Attraktion
  • Landkarte f. – darauf kann man alle Strassen, Städte, Flüsse etc. sehen
  • Möglichkeit f. – Option
  • erweitern – grösser machen
  • toll – (ugs.) sehr gut

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Gehirn-gerecht lernen mit der Birkenbihl-Methode

Foto: hellolapomme, flickr cc

Foto: hellolapomme, flickr cc

Vokabeln pauken und Grammatik üben… Wir alle kennen die „klassische“ Methode, um eine Sprache zu lernen. Leider ist sie mühsam, wenig effektiv und nicht sehr motivierend.

Doch es gibt zum Glück auch Alternativen, wie man eine Sprache lernen kann:

Die Birkenbihl-Methode funktioniert nach dem Prinzip, mit dem Kleinkinder ihre Muttersprache lernen. Diese hören erst einmal viele Monate passiv die Sprache, bis sie beginnen, Laute und Wörter zu imitieren.
Nach wenigen Jahren sprechen sie ihre Muttersprache perfekt und akzentfrei – ohne jemals Vokabeln oder Grammatik systematisch gelernt zu haben.

Kann das bei erwachsenen Lerner auch funktionieren? Auf jeden Fall ist es eine unterhaltsame  Methode und so können Sie es testen:

Die Birkenbihl-Methode funktioniert in vier Schritten:

1 De-kodieren. Jeder neue Text wird Wort für Wort übersetzt, „de-kodiert“. Das kann manchmal bizarr oder lustig klingen! Es geht aber nicht darum, eine „perfekte“ Übersetzung zu machen, sondern um die Charakteristika und Struktur der Fremdsprache zu verstehen.

2 Aktives Hören. Sie hören den Text in der Fremdsprache und lesen dabei die de-kodierte Version in Ihrer Muttersprache. Wiederholen Sie diesen Schritt so lange, bis Sie den Text ohne Übersetzung verstehen.

3 Passives Hören. Hören Sie den Text so oft wie möglich leise im Hintergrund, während Sie etwas ganz anderes machen, z.B. Kochen, einen Roman lesen oder einen Actionfilm schauen. Dabei lernt Ihr Unterbewusstsein korrekte Intonation, Grammatik und Wortschatz.

4 Aktivitäten. Je nachdem, was Ihr primäres Ziel ist (Sprechen, Lesen oder Schreiben) üben Sie jetzt die Sprache ganz bewusst. Mehr dazu finden Sie im Video unten.

Auch wenn die Birkenbihl-Methode besonders effektiv für Anfänger ist, können Sie auch als fortgeschrittener Deutsch-Lerner davon profitieren. Hier sind drei Tipps: 

1 Nutzen Sie Ihre Übungsbücher als Text-Material. De-kodieren Sie manuell die Texte der Lektionen. So gewinnen Sie ein neues, intuitives Verständnis für den Aufbau der deutschen Sprache.

2 Bitten Sie einen Muttersprachler, den sie kennen (Deutschlehrerin, Kollege, Freundin…), die Texte aus dem Übungsbuch laut vorzulesen und aufzuzeichnen. Diese Audiodatei können sie dann jederzeit aktiv oder passiv anhören.

3 Nutzen Sie die Audiodateien für Birkenbihl-Aktivitäten wie z.B. das Chor-Sprechen. Wenn es Ihr Ziel ist, flüssig und akzentfrei zu sprechen, sprechen Sie z.B. beim Chor-Sprechen mit Ihrem Audio-Text mit.

Natürlich ist auch die Birkenbihl-Methode kein Zaubermittel! Auch hier müssen sie aktiv sein und Zeit investieren. Aber durch den grossen Teil, den sie unbewusst lernen, kostet das Lernen weniger Zeit und ist effizienter und entspannter. Sie ist eine Alternative, die sich auszuprobieren lohnt.

Funktioniert es bei Ihnen? Lernen Sie gern mit dieser Methode? Sind Erfolge sichtbar?
Schreiben Sie mir einen Kommentar!

Worterklärungen:

  • pauken – ugs. viel lernen
  • mühsam – schwierig, anstrengend
  • Laut m. – Klang (einer Sprache)
  • Unterbewusstsein n. – wenn wir schlafen und träumen, ist unser Unterbewusstsein aktiv
  • aufzeichnen – mit dem Dictaphon können wir unsere Sprache aufzeichnen.
  • Zaubermittel n. – Asterix trinkt manchmal einen Zaubertrank, damit er magische Kräfte hat.
  • ausprobieren – etwas neues testen
  • es lohnt sich – Die neue Methode hat funktioniert! Es hat sich gelohnt, sie auszuprobieren.

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Lern-Motivation: Besser lernen mit Routine

Foto: Per Gosche, flickr cc

Foto: Per Gosche, flickr cc

Die Motivation ist wie eine launische Diva: Sie ist voller Enthusiasmus, wenn wir mit einem neuen Lern-Thema beginnen.

Aber wenn wir für ein Examen pauken oder für lange Zeit kontinuierlich lernen müssen, sinkt unsere Motivation in den Keller.

Wir denken uns eine Ausrede nach der anderen aus: „Heute kann ich kein Deutsch üben, weil ich Kopfschmerzen habe / die Nachbarn eine Party feiern / ich noch ein Geschenk für Annas Geburtstag kaufen muss…”

Doch mit festen Routinen fällt es Ihnen leichter, regelmässig zu lernen, auch wenn Sie mal keine Lust haben.

Hier sind fünf Tipps für Ihre persönlichen Lern-Routinen:

1 Lernen Sie immer zur gleichen Zeit. Wenn Sie berufstätig sind, lernen Sie vielleicht am liebsten am frühen Morgen. Vielleicht finden Sie es aber auch entspannter, abends zu lernen. Egal, welcher Chronotyp Sie sind – wählen Sie Ihre Lern-Zeit so, wie es für Ihren Biorhythmus optimal ist.

2 Lernen Sie immer am gleichen Ort. Sie finden die internationale Atmosphäre bei Starbucks inspirierend? Oder lernen Sie am effektivsten zu Hause an Ihrem Küchentisch? Finden Sie den Ort, der am besten für Sie funktioniert: das kann ein Café sein, die Bibliothek oder Ihre Wohnung – Hauptsache, Sie fühlen sich dort wohl und können sich gut konzentrieren!

3 Erfinden Sie Rituale für Ihre Lern-Zeit. Am Anfang einer Lern-Lektion können Sie z.B. eine Tasse Kaffee kochen, ein bestimmtes Lied hören, einen Hut aufsetzen… Und wenn die Lern-Zeit vorbei ist: fünf Minuten meditieren, das Fenster öffnen, andere Kleidung anziehen…

4 Machen Sie Pausen. Wenn Sie eine Stunde Deutsch üben, machen Sie nach dreissig Minuten fünf Minuten Pause. Gehen Sie ein paar Schritte hin und her, schauen Sie aus dem Fenster, lesen Sie ein inspirierendes Zitat – und weiter geht’s mit neuer Energie.

5 Belohnen Sie sich. Motivieren Sie sich für Ihre Lern-Zeit mit etwas, das Sie gerne tun: „Wenn ich heute eine Lektion Deutsch geübt habe, fahre ich eine Runde mit dem Velo / gehe ich bei meinem Lieblings-Italiener essen / schaue ich den neuen Film von Woody Allen …”

Worterklärungen:

  • launisch – Meine Katze ist sehr launisch. Manchmal springt sie mir auf den Schoss und möchte gestreichelt werden – doch im nächsten Moment kratzt sie mich!
  • begeistert – enthusiastisch
  • pauken – ugs. viel lernen
  • in den Keller sinken – ugs. etwas geht nach unten
  • Ausrede f. – man will etwas nicht tun und findet Argumente, warum man es nicht tun kann
  • berufstätig sein – arbeiten
  • Hauptsache f. – es ist am wichtigsten
  • erfinden – sich etwas neues ausdenken

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Virtuell Deutsch lernen – Mit Spass zum Ziel

Deutsch lernt man am besten im Kontakt mit anderen: Das ist effektiv – und macht Spass! Bei den aktuellen eisigen Temperaturen sind wir aber nicht so motiviert, aus dem Haus zu gehen und etwas zu unternehmen, z.B. in Bern oder Zürich. Auch den Wochenendtrip nach Berlin verschieben wir lieber auf den Frühling oder Sommer!

Trotzdem müssen wir nicht auf „lebendiges“ Deutsch verzichten. Im Internet gibt es spannende Alternativen, um aktiv Deutsch zu lernen: trainieren Sie mit Ihrem persönlichen Deutsch-Coach, lösen Sie einen Krimi, oder gehen Sie auf eine virtuelle Reise nach Berlin…  ganz nebenbei können Sie dabei auch neue Leute und andere Deutschlerner kennenlernen!

Hier sind fünf Ideen, wie Sie in der virtuellen Welt aktiv Deutsch lernen können. Alle Angebote sind gratis!

Voki: Wie sieht Ihr perfekter Deutschlehrer aus? Wie Yoda aus “Star Wars”? Oder wie eine blonde Prinzessin? Bei Voki können Sie Ihren ganz persönlichen Avatar kreieren, der Ihnen beim Deutsch lernen hilft.

Der Avatar spricht deutsche Texte, die Sie geschrieben oder ins Mikrofon gesprochen haben. Diese Clips können Sie per Email versenden oder in Blogs und Foren posten. Falls Sie mit Moodle lernen, können sie den Voki-Avatar auch dort nutzen – als persönlichen Deutsch-Trainer.

Goethe Institut: Das Goethe Institut bietet kreative Apps zum Deutschlernen, z.B. das Abenteuerspiel „Das Geheimnis der Himmelsscheibe“ (Niveau A2), oder das Krimi-Spiel „Ein rätselhafter Auftrag“ (Niveau B1), bei dem Sie gezielt Deutsches Wirtschafts- und Berufsvokabular trainieren!

Deutsche Welle: Auch DW hat ein virtuelles Abenteuer im Programm. Helfen Sie dem arroganten Briten Harry aus der Zeitfalle: jeden Tag ist für ihn Mittwoch, der 31. April – in Deutschland. Lernen Sie zusammen mit Harry Deutsch, damit er wieder aus der Zeitfalle herauskommt!

Deutsche Gastfamilie Videos: Lernen Sie den Alltag in Deutschland kennen – mit den Videos einer sympathischen deutschen Gastfamilie. Mit den Videos lernen Sie Vokabeln zu verschiedenen Themen, z.B. Energie sparen, Bio-Ernährung, deutsche Traditionen etc.

Second Life: Sie wollen nicht bis zum Frühling warten? Loggen Sie sich bei Second Life ins virtuelle „newBerlin“ ein und erkunden Sie mit Ihrem Avatar die Stadt – gute Reise!

Worterklärungen:

  • unternehmen – machen
  • verschieben – ich mache es später
  • verzichten – etwas nicht haben können
  • spannend – Der Roman, den ich gerade lese, ist so spannend – ich bin erst um zwei Uhr morgens schlafen gegangen!
  • Krimi m. – Kriminalroman / -film
  • nebenbei – Wenn ich Auto fahre, höre ich nebenbei Radio.
  • Zeitfalle f. – gefangen in einer Zeitperiode

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Die Kaizen-Methode – 5 Tipps, wie Sie Ihre (Lern-)Ziele für 2016 erfolgreich realisieren

Foto: Aaron Alexander, flickr

Foto: Aaron Alexander, flickr

Wie meistens zum Neuen Jahr haben wir auch für 2016 gute Vorsätze gemacht, z.B.:

– mehr Deutsch üben

– öfter Joggen gehen

– mehr Obst und Gemüse essen

Klingt gut, oder? Aber: Erinnern Sie sich noch an Ihre Vorsätze für 2015? Oh ja, ich erinnere mich noch genau an meine. Spätestens im März waren die guten Vorsätze aber leider schon passé…

Damit Sie nicht für 2017 wieder die gleiche Liste schreiben: Probieren Sie es doch mal mit Kaizen (japanisch 改善 Kai = Veränderung; Zen = zum Besseren).

Kleine, simple Schritte statt grosser radikaler Veränderungen. Das macht weniger Angst und führt zu mehr Erfolg.

Hier sind fünf Tipps, wie Sie mit der Kaizen-Methode wirklich erreichen können, was Sie sich vorgenommen haben:

1 Stellen Sie sich einfache Fragen Was ist der erste Schritt, um … zu tun? Wo könnte ich jeden Tag fünf Minuten Deutsch üben? usw. Das wichtigste ist, dass Sie sich in Gedanken auf die Reise machen – der erste Schritt auf dem Weg zum Ziel.

2 Nehmen Sie sich die Zeit Wenn Sie sich die Zeit für z.B. eine Deutschlektion nicht nehmen, wird keine Zeit dafür übrig bleiben. Denn Sie kennen das ja: Wir haben immer viel (zu viel) zu tun. Reservieren Sie also bewusst fünf Minuten vor dem Frühstück (nach dem Mittagessen…) exklusiv für Ihre Deutschlektion. Machen Sie in diesen fünf Minuten nichts anderes!

3 Bleiben Sie positiv Auf einer langen Reise kann es manchmal passieren, dass wir müde werden. Wir verlieren das Ziel aus den Augen. Wir denken: Ich habe ja noch gar nichts erreicht mit diesen kleinen Schritten… Blicken Sie von Zeit zu Zeit zurück statt nach vorn. Dann werden Sie sehen, wie weit Sie schon gekommen sind. Mit frischer Motivation geht es dann weiter!

4 Belohnen Sie sich Setzen Sie sich kleine Etappenziele und gönnen Sie sich etwas, wenn Sie sie erreicht haben. Wenn ich eine Woche lang jeden Tag fünf Minuten Deutschvokabeln geübt habe, gönne ich mir einen Cappucchino in dem netten kleinen Café an der Ecke.

5 Bleiben Sie dran Auch dieses Mal kann es wieder passieren. Die Motivation ist plötzlich weg und Sie haben die fünf Minuten Deutschlektion seit einer Woche nicht mehr gemacht. Wenn Sie auf Ihrem Weg das Ziel aus den Augen verlieren – resignieren Sie nicht! Stellen Sie sich vor, Ihr Weg führt gerade durch ein Tal, und hinter dem nächsten Berg können Sie Ihr Ziel wieder sehen. Gehen Sie weiter – machen Sie einen neuen ersten Schritt.

Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt. Laotse

Worterklärungen:

  • erfolgreich – Er ist in seinem Beruf sehr erfolgreich. Letztes Jahr bekam er einen hohen Bonus gezahlt.
  • Vorsatz m. – Ziel
  • Veränderung f. – es bleibt nicht gleich; ich mache es anders
  • erreichen – Mein Ziel ist es, den Lausanne Marathon zu laufen. Wenn ich jeden Tag fünf Kilometer jogge, werde ich mein Ziel erreichen.
  • sich etwas vornehmen – Ich habe mir vorgenommen, den Lausanne Marathon zu laufen. Wenn ich jeden Tag fünf Kilometer jogge, …
  • übrig bleiben – Ich habe für sieben Personen gekocht. Es kamen aber nur fünf Personen. Es ist viel Essen übrig geblieben.
  • sich belohnen – Ich habe etwas gut gemacht. Dafür belohne ich mich mit einem Besuch im Kino.
  • sich etwas gönnen = sich belohnen
  • dranbleiben – ugs. weitermachen

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Lern-Motiviert durch die Weihnachtszeit – 5 kreative Tipps

Foto: Adelina Horn, flickr

Foto: Adelina Horn, flickr

Es ist wieder soweit: das Jahr geht zu Ende, Weihnachten steht vor der Tür.

Sind Sie der pragmatische Typ, der am 24. noch schnell die Geschenke kauft? Oder sind Sie ein echter Weihnachts-Fan und schon im August ungeduldig, wann es endlich wieder Lebkuchen zu kaufen gibt?

Vielleicht haben Sie sich über die Feiertage Urlaub genommen und freuen sich auf entspannte Tage „zwischen den Jahren“. Vielleicht arbeiten Sie aber auch gerade in dieser Zeit gerne, weil es im Büro dann ruhiger ist.

So oder so: die Weihnachtszeit ist eine besondere Zeit. Alles scheint etwas langsamer zu laufen, denn alle wissen, dass dieses Jahr fast vorbei ist. Ein idealer Moment, um sich mal wieder Zeit zu nehmen für das ein oder andere persönliche Projekt, das im Alltag meistens zu kurz kommt – z.B. das Deutschlernen!

Hier sind fünf Tipps, wie Sie die langen Abende und die weihnachtliche Stimmung nutzen, um ganz entspannt Ihre Deutschkenntnisse zu verbessern:

1. Besuchen Sie einen Weihnachtsmarkt, z.B. den Zürcher Christkindlimarkt im Hauptbahnhof,  oder den Weihnachtsmarkt im illuminierten „Lenzerheidner Zauberwald“ in Graubünden. Bei einem Glas Glühwein kommen Sie schnell ins Gespräch mit anderen Besuchern – auf Deutsch!

2. Machen Sie Ihr liebstes Hobby doch einfach mal auf Deutsch: im Internet finden Sie z.B. Tutorials für Gitarre, Klavier oder andere Instrumente, Rezepte für das 3-Gang Weihnachtsmenü, oder ein DIY Projekt für ein originelles Weihnachtsgeschenk

3. Hören Sie deutsche Weihnachtslieder (und lesen Sie die Texte dazu)

4. (Ski-)Ferien gehören für Sie zur Weihnachtszeit dazu? Buchen Sie Ihre Reise in die Deutschschweiz oder nach Österreich – und plaudern Sie beim Après Ski mit Ihren Tischnachbarn auf Deutsch!

5. Sie träumen von einer grossen Party zu Silvester? In Berlin, Zürich oder Wien kommen Sie mit ganz viel Schwung ins Neue Jahr!

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Besinnliche Weihnachten und guten Rutsch wünscht das Team von Espace Allemand!

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Worterklärungen:

  • ungeduldig – Wann ist denn endlich Feierabend? Ich kann es kaum erwarten, aus dem Büro raus zu kommen!
  • Lebkuchen m. – traditionelles Weihnachtsgebäck
  • über die Feiertage – während der Feiertage
  • Urlaub m. – Ferien
  • Stimmung f. – Atmosphäre
  • entspannt – relaxt
  • Tischnachbar m. – jemand, der neben einem sitzt

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Freies Lernen – Mit Motivation zum Ziel

Foto: Jeff Turner, flickr

Foto: Jeff Turner, flickr

Bildung steht heute an erster Stelle. Damit unsere Kinder genug lernen, müssen sie in die Schule gehen – oder?

Manche Eltern sehen das anders. Einige unterrichten ihre Kinder zu Hause. In der Schweiz sind aktuell etwa 500 Kinder „Homeschooler“.

Die „Unschooler“ oder Freilerner gehen noch einen Schritt weiter. Diese Kinder gehen nicht zur Schule, sie bekommen aber auch von den Eltern keinen Unterricht.

Freilerner lernen, was sie wollen, wann sie wollen und wie sie wollen.

Das kann unmöglich funktionieren, denken Sie jetzt vielleicht. Ohne Zwang, ohne Struktur lernen Kinder – gar nichts! Sie werden nur spielen und tun, was ihnen Spass macht…

Aber Freilerner argumentieren so: Kinder wollen von Natur aus lernen. Sie haben Freude daran und sind motiviert. Sie lernen beim Spielen. So lernen alle Kinder das Laufen und Sprechen ganz von allein.

Wenn man den Kindern also die Freiheit lässt, lernen sie mit der gleichen spielerischen Freude auch alle möglichen anderen Dinge.

Weil Freilerner das Lernen selbst organisieren, lernen sie dabei auch Struktur, Disziplin und Zeitmanagement.

Vielleicht erinnern Sie sich an die Zeit, in der Sie als Kind total in Ihr Spiel versunken waren und alles um Sie herum vergessen haben. Gibt es ein schöneres Gefühl?

Wir können die Zeit nicht zurückdrehen. Aber wir können dieses Gefühl reaktivieren – auch beim Deutschlernen!

Fragen Sie sich immer wieder von neuem:

Warum möchte ich Deutsch lernen? Was ist meine Motivation?

Üben Sie Deutsch so, wie es Ihnen am meisten Spass macht. Es gibt viele Möglichkeiten:

– Hören Sie öfter deutschsprachige Musik und singen Sie mit.

– Schauen Sie einen deutschsprachigen Film (mit Untertiteln auf Deutsch, z.B. auf arte, ARD oder SRF).

– Lesen Sie die Online-Nachrichten auf Deutsch, z.B. auf tagesanzeiger.ch oder zeit.de

Weitere Inspirationen zum kreativen Lernen finden Sie in unserer Kategorie Lernstrategien.

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Im Video sehen Sie ein Porträt eines der bekanntesten Freilerner, André Stern:

Worterklärungen:

  • Bildung f. – das, was wir lernen
  • unterrichten – Der Deutschlehrer unterrichtet die Kinder in …
  • Zwang m. – Man muss etwas tun. Es ist obligatorisch.
  • von Natur aus – es ist angeboren, man kommt so auf die Welt
  • Mühe f. – Die Arbeit ist hart. Sie macht viel Mühe.
  • Tätigkeit f. – das, was ich gerade mache
  • versinken – hier: sich komplett auf eine Tätigkeit konzentrieren

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Lern-Motivation – 5 Ideen für Ihr eigenes Deutschbuch

Foto: Ramiro Ramirez, flickr

Foto: Ramiro Ramirez, flickr

Sie lernen seit drei (zwei, fünf…) Jahren Deutsch. Zuerst war Ihre Motivation hoch. Das Deutschlernen hat Ihnen Spass gemacht. Doch im Moment sind Sie nicht sehr motiviert: Die Luft ist raus.

Eine spannende Lektüre oder humorvolle Deutschaufgaben könnten Sie wieder neu fürs Deutschlernen begeistern. Aber in Ihren Materialien können Sie gerade nichts Inspirierendes finden.

Dann werden Sie doch einfach selbst kreativ: Schreiben Sie Ihr eigenes Deutschbuch!

Jetzt denken Sie vielleicht: „Ein Deutschbuch schreiben? Aber dafür ist mein Deutsch nicht gut genug…“

Lassen Sie sich von diesen Gedanken nicht irritieren! Es geht nicht darum, ein Buch in perfektem Deutsch zu schreiben. Es geht darum, dass Sie Freude daran haben, die deutsche Sprache frei und kreativ zu gebrauchen.

Fangen Sie klein an. Sie müssen keine Enzyklopädie schreiben. Es ist total ok, wenn Ihr „Buch“ nur drei, fünf, oder auch zehn Seiten hat.

Wenn Sie mögen, zeigen Sie Ihre Texte Ihrer Deutschlehrerin. Sie wird elementare Fehler korrigieren und Ihnen neue Inspirationen geben für literarische Projekte. Aber vor allem wird sie es toll finden, dass Sie so kreativ sind – und das motiviert noch mehr!

Hier sind fünf Ideen für Ihr persönliches Deutschbuch:

1. Deutsche Grammatik: Die trennbaren Verben sind für Sie eine „harte Nuss“? Mit den Reflexivpronomen tun Sie sich schwer? Erklären Sie die Grammatikthemen, die Ihnen am schwersten fallen, für andere Deutschlerner – danach sind Sie ein Experte für das Thema!

2. Übungsaufgaben: Die Aufgaben in Ihrem Übungsbuch sind langweilig? Schreiben Sie eigene Aufgaben: witzig, fantasievoll, spannend – so, wie es Ihnen am besten gefällt.

3. Roman: Sie lieben historische Romane, amerikanische Spionagethriller, oder…? Dann beginnen Sie heute Ihre eigene Kurzgeschichte!

4. Poesie: Dichten auf Deutsch ist gar nicht schwer!  Hier lesen Sie, wie Sie spontan ein wunderschönes “Elfchen” schreiben.

5. Reisebericht: Was war Ihr eindrucksvollstes Reiseerlebnis? Das Wochenende in Paris? Die Expedition in die marokkanische Sahara? Ein Jahr Working Holiday in Westaustralien? Erleben Sie die schönen Momente noch einmal, wenn Sie darüber schreiben – auf Deutsch!

Worterklärungen:

  • die Luft ist raus – Redewendung: etwas ist nicht mehr so gut wie früher
  • spannend – Der schwedische Krimi, den ich gerade lese, ist so spannend: Ich habe letzte Nacht bis zwei Uhr gelesen!
  • sich begeistern – eine Passion für etwas haben
  • gebrauchen – nutzen, benutzen
  • klein anfangen – sich ein realistisches Ziel setzen
  • eine harte Nuss – etwas ist sehr schwierig
  • sich schwertun mit etwas – man hat Probleme damit
  • witzig – zum Lachen

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Lernen im Schlaf

Foto: Timothy Krause, flickr

Foto: Timothy Krause, flickr

„Wenn ich doch einfach im Schlaf lernen könnte!“ 

So utopisch, wie das klingt, ist es nicht. Aber auch nicht so leicht, wie Sie jetzt vielleicht denken!

Im Internet finden Sie mp3-Audiokurse, mit denen Sie angeblich eine neue Fremdsprache lernen können, während Sie schlafen.

Sie hören nachts im Schlaf eine Lektion und am nächsten Tag sprechen Sie die Sprache fliessend. Klingt gut – aber funktioniert garantiert nicht!

Denn wenn wir etwas lernen wollen, müssen wir es bewusst tun, wenn wir wach sind. Wir müssen unser Gehirn aktiv mit Wissen füttern – und das ist manchmal anstrengend.

De facto lernt unser Gehirn aber erst dann, wenn wir schlafen. Während sich unser Bewusstsein und unser Körper ausruhen, arbeitet unser Gehirn auf Hochtouren.

Im Schlaf verarbeiten wir das, was am Tag passiert ist, aber auch das, was wir gelernt haben. Dabei filtert das Gehirn die vielen Informationen: Relevantes Wissen wandert vom Hippocampus in das Langzeitgedächtnis. Wenn wir z.B. Vokabeln geübt haben, haben wir erst nach dem Schlafen die neuen Wörter „intus“.

Damit das gut funktioniert, ist es essentiell, dass wir genug schlafen. Unser Gehirn braucht Schlaf, um optimal zu arbeiten und auch, um effektiv zu lernen.

Aber wieviel Schlaf ist genug? Das ist bei jedem Menschen individuell: einer braucht acht Stunden, ein anderer nur sieben. Finden Sie heraus, wieviel Schlaf optimal für Sie ist – und versuchen Sie, sich diese Zeit auch zu nehmen.

Sie haben morgen ein Goethe-Examen und wollen heute Abend noch einmal richtig pauken? Das kann funktionieren! Wichtig: Gehen Sie direkt nach dem Lernen schlafen. Wenn Sie danach noch einen Actionfilm schauen, „lernen“ Sie im Schlaf nur Szenen aus dem Film!

Worterklärungen:

  • leicht = hier: einfach
  • angeblich – Jemand sagt, dass es so ist. Aber ist das wirklich wahr?
  • Wissen n. – das, was wir gelernt haben
  • füttern – “Ich muss nach Hause! Meine Katze hat Hunger – ich muss sie füttern!”
  • anstrengend – es macht müde
  • es stimmt – es ist wahr, es ist korrekt
  • Bewusstsein n. – connaissance
  • sich ausruhen – eine Pause machen
  • wandern – „Was machst du am Wochenende?“ – „Ich gehe mit meinem Bruder wandern in den Walliser Alpen.“
  • Langzeitgedächtnis n. – dort sind die Informationen gespeichert, die wir uns eine lange Zeit (unser ganzes Leben lang) merken
  • etwas intus haben – etwas integriert haben
  • pauken – ugs. intensiv lernen

Quellen: Zeit Online http://www.zeit.de/2002/48/Lernen-Schlaf

http://www.zeit.de/studium/uni-leben/2012-11/Manfred-Spitzer-Lernmythen

Literaturtipp: John Medina: Brain Rules

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