Archive for category Kommunikation

Französisch als erste Fremdsprache – oder Englisch?

Seit einigen Tagen schreibt die Schweizer Presse wieder viel über den Kanton Thurgau und den Kanton Schwyz. Aber nicht wegen den Apfelbäumen und den Most, für den sie schweizweit bekannt sind oder über Wilhelm Tell.

Es geht um das Thema Schule. Genauer: Frühfranzössich. Am 13. August schrieb der Tages-Anzeiger: „Thurgau bricht als erster Kanton mit dem Frühfranzösisch“.  Zwei Tage später folgt ein ähnlicher Artikel im 24Heures.
Die ersten Kommentare und Folgeartikel handelten davon, ob man in der Deutschschweiz zuerst Englisch an der Primarschule unterrichten soll, was vielfach als nützlicher bewertet wird.
Oder sollen die Kinder ab der 3. Klasse (5. Klasse HarmoS) Französisch lernen, was andererseits als notwendig für den Zusammenhalt der Schweiz angesehen wird?

Tages-Anzeiger

Tages-Anzeiger “Man spricht Deutsch”

Es ist nicht das erste Mal, dass über das Thema berichtet wird. Erst im März 2014 hat Bundesrat Alain Berset gesagt und die NZZ hat darüber berichtet: „Französisch in der Primarschule ist Pflicht.“
Alain Berset hat zu dem Thema gesprochen, weil der Kanton Schaffhausen entschieden hat, nur noch eine Fremdsprache in der Primarschule zu unterrichten und diese Fremdsprache sollte nicht Französisch sein.
Am 22. August 2014 schreibt der Tages Anzeiger: Man spricht Deutsch: Die Deutschschweiz unterschätzt, was das Nein zu Frühfranzösisch in der Romandie auslöst. Staatlicher Sprachzwang wäre dennoch falsch.“

In den Kommentaren zu diesem Artikel kann man viel über den Schwierigkeitsgrad der Sprachen lesen. Ein paar Leute denken, Deutsch sei schwieriger und manche meinen, Französisch sei schwieriger. Eine Meinung, die mich zum Schmunzeln gebracht hat: „Es ist gleich schwierig (oder gleich einfach) Französisch mit schlechter Aussprache und Deutsch mit vielen Fallfehlern zu sprechen.“
Ein anderer Leser schreibt, es sei peinlich, wenn Deutschschweizer und Westschweizer Englisch miteinander sprechen.

Ganz persönlich finde ich: Hauptsache wir sprechen miteinander! Und: wer höflich ist und Stil hat, versucht in der Sprache des Gegenübers zu kommunizieren.

Wann und wie

Beim Sprachenlernen ist das Wann ein wichtiger Faktor, das gebe ich zu. Aber das Wie ist vielleicht noch wichtiger.
Als ich Deutsch in der Schule lernte (als erste Fremdsprache in der 7. Klasse (heute 9. HarmoS) hatten wir keine Brieffreunde und keine Ausstauschwoche. Unsere einzige Chance das Schulfranzösisch zu gebrauchen, war während einer einwöchigen Klassenreise im Neuenburger Jura. Dort waren wir aber als Klasse immer zusammen und hatten keine direkten Kontakt mit der Bevölkerung.
Heute höre ich von Schulklassen die nach Norddeutschland reisen um dort eine Woche die Schule zu besuchen. Im Gegenzug kommt die Schulklasse aus Deutschland zu ihnen in die Westschweiz. Sie wohnen bei den Familien und kümmern sich um einander. Vor und nach der Reise gibt es einen Austausch per Brief und E-Mail und es wird ein Tagebuch geführt.

Meiner Meinung nach macht diese Art eine Sprache zu lernen mehr Sinn, denn die Lernenden erleben die Sprache. Sie lernen die Sprache nicht nur, sie kommunizieren auch in ihr.

Es braucht Mut und Zeit einen Austausch mit einer anderen Klasse zu organisieren.
Ich wäre sehr dafür, dass die Lehrer und Lehrerinnen dabei unterstützt werden. Zum Beispiel könnten die Kantone mehr zusammenarbeiten und Austauschwochen für alle Klassen organisieren. Viele Romands kennen die Schweiz auch gar nicht so gut. Das ist schade. Mit der Sprache lernt man auch die Kultur kennen. Wir leben in einem kleinen Land. Es wichtig, dass wir einander kennen. Finden Sie nicht auch?

Fragen an Sie!
–          Wie fühlen Sie sich, wenn die Kinder in manchen deutschschweizer Kantone zuerst Englisch lernen und erst später Französisch?
–          Finden Sie die Karikatur über den Röstigraben lustig? Lachen Sie mit den Deutschschweizern mit? Haben wir den gleichen Humor?
–          Ist es wichtig in welcher Sprache wir kommunizieren? Deutsch, Französisch, Englisch, „Franglais“, „Denglisch“, oder …?
–          Haben Sie Kinder in der Primarschule? Wie ist es für sie mehrere Fremdsprachen zu lernen? Lerne sie gerne Deutsch? Was motiviert
Ihre Kinder Deutsch zu lernen?

Diskutieren Sie mit Ihrem Deutschlehrer/mit Ihrer Deutschlehrerin.
1)      Sammeln Sie Argumente für Ihren Standpunkt
2)      Sammelns Sie Gegenargumente für den gegnerischen Standpunkt
3)      Diskutieren Sie!

 

Wortschatz: Deutsch – Französisch

ähnlich = similaire
nützlich = utile
notwendig = nécessaire
der Zusammenhalt = la cohésion
berichten = informer, communiquer
unterschätzen = sous-estimer
auslösen = déclencher
der Sprachenzwang = l’obligation d’apprendre une langue
höflich = poli/e
die Sprache des Gegenübers = la langue de l’autrui
die Austauschwoche = semaine d’échange
Im Gegenzug = en revenche, en échange

 

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Sprechen Sie Schweizerisch (II) ?

Schon in der Primarschule entscheidet sich, welche Sprachen in der Schweiz gesprochen werden. Doch auch hier gibt es einen Röstigraben: Die Schüler in der Romandie lernen Deutsch als erste Fremdsprache. Sie haben einen einheitlichen Lehrplan, den Plan d’études romand.

Pendant für die Deutschschweizer Kantone sollte ab 2014 der Lehrplan 21 sein – aber er könnte scheitern. In vielen Deutschschweizer Kantonen steht heute Englisch als erste Fremdsprache auf dem Programm. Ab Klasse fünf soll dann Französisch hinzukommen.

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Aber wegen der aktuellen Debatte um den Lehrplan 21 ist es unklar, ob die zweite Fremdsprache in der Primarschule erhalten bleibt – oder ob sie erst in der siebten Klasse beginnt.

Das alarmiert manche Politiker. Sie sehen ein Problem für den nationalen Zusammenhalt, wenn es in den Primarschulen keinen Französischunterricht mehr gibt – denn wie sollen sich dann Romands und Deutschschweizer verständigen, z.B. im Nationalrat? Auf Englisch?

Ein schwieriges Thema. Für ein nationales „Wir“ in der Schweiz ist es wichtig, dass alle Schweizer zumindest eine der grossen Landessprachen Deutsch oder Französisch können. Für die internationalisierte Berufswelt von heute ist es wichtig, Englisch zu können.

Also was ist wichtiger? Nationale Interessen oder Fitness auf dem internationalen Arbeitsmarkt? Beides ist wichtig. Trotzdem müssen in der Schweiz die Landessprachen an erster Stelle stehen.

Denn es ist sowieso schon nicht leicht, über den Röstigraben zu springen. Man kann diesen Graben nicht schliessen, aber man kann wenigstens darauf achten, dass er nicht noch breiter wird.

Was meinen Sie dazu? Diskutieren Sie in der Deutschstunde, oder schreiben Sie uns auch gerne einen Kommentar!

Weiterlesen:

Sprechen Sie Schweizerisch (I) ?

Babylonien in der Primarschule

Worterklärungen

  • entscheiden – Ja oder Nein? Ich muss mich entscheiden.
  • gesprochen werden – Passiv
  • einheitlich – Am ersten August haben alle Menschen in der Schweiz frei. Es ist ein einheitlicher Feiertag.
  • sollte, könnte – Konjunktiv
  • scheitern – es funktioniert nicht
  • erhalten bleiben – Es ist wichtig, dass die alten Schweizer Traditionen erhalten bleiben.
  • Zusammenhalt m. – alle wollen dasselbe, alle haben das gleiche Ziel
  • verständigen – miteinander sprechen und einander verstehen
  • zumindest – mindestens
  • auf etwas achten – genau hinschauen

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Sprechen Sie Schweizerisch (I) ?

Neulich haben wir Post bekommen. Einen Brief auf Englisch. Nun werden Sie sicher denken: Aha, aus England oder Amerika. Nein.  Er ist von einer Schweizer Firma, die sowohl in der Deutschschweiz  als auch in der Romandie ihre Büros hat.

Breifausschnitt

Nun werden Sie sich vielleicht fragen: Warum schreiben sie auf Englisch? Können sie kein Französisch? Denken sie, wir verstehen kein Deutsch in der Westschweiz? Oder finden sie es unhöflich, auf Deutsch zu schreiben?

Oder folgt diese Firma dem allgemeinen Trend zum Englischen als Geschäftssprache? Dabei ist es nicht selbstverständlich, dass Englisch die dominierende internationale Sprache ist: Vom Ende des 18. bis Anfang des 20. Jahrhunderts sprach man auf dem internationalen Parkett Französisch, die klassische Diplomatensprache.

Inzwischen ist es für die internationale Verständigung essentiell, gut Englisch zu können – die Schweiz aber ist eine Nation. Eine Nation mit drei grossen Sprachen. Das weiss auch diese Firma, ihre Webseite kann man auf Deutsch, Französisch, Italienisch (und Englisch) anklicken.

Der Brief zeigt aber deutlich, dass wir in der Schweiz aufpassen müssen, welche Signale wir setzen. Sind uns die Schweizer Sprachen wichtig? Dann ist es auch wichtig, diese Sprachen für die gegenseitige Verständigung zu nutzen.

Was meinen Sie dazu? Diskutieren Sie in der Deutschstunde – auch Kommentare sind wie immer herzlich willkommen!

Worterklärungen:

  • sowohl…als auch – In der Schweiz spricht man sowohl Deutsch als auch Französisch.
  • unhöflich – Sie treffen Ihren Nachbarn im Treppenhaus und sagen „Guten Tag“. Der Nachbar sagt nichts und geht weiter. Sie denken: Das ist aber unhöflich!
  • folgen –  hier: Einem Trend folgen – das gleiche machen, wie viele andere auch.
  • Geschäftssprache f. – eine Sprache, die man mit Geschäftspartnern, Kunden und Klienten spricht
  • selbstverständlich – man muss nicht darüber diskutieren/natürlich/ganz klar
  • inzwischen – heute, aktuell
  • aufpassen – vorsichtig sein
  • ein Signal setzen – signalisieren
  • gegenseitig – Ich helfe meiner Freundin mit Deutsch, sie hilft mir mit Französisch. Wir helfen uns gegenseitig.
  • Verständigung f. – man versteht sich

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Der perfekte Sprachkurs

Gibt es eine Sprache, die Sie schon immer gern sprechen wollten? Vielleicht Japanisch, Griechisch oder Portugiesisch? Wie schön wäre es, wenn man einfach im App Store die passende Software kaufen könnte und klick – hätte man die neue Sprache drauf und könnte sie sofort perfekt sprechen.P1070542

Ein schöner Traum… Aber die Realität sieht anders aus. Bevor man eine neue Sprache sprechen kann, muss man lernen, lernen und nochmals lernen: Vokabeln, Grammatik, Orthographie, Aussprache. Das klappt am besten in einem Sprachkurs. Doch Sprachkurs ist nicht gleich Sprachkurs: Hier gibt es grosse Unterschiede.

Bei manchen KursP1070543en stehen Grammatik und Orthographie im Vordergrund; andere Kurse legen mehr Wert darauf, dass die Schüler die Sprache schnell im Alltag sprechen können. Aber auch jeder Schüler hat andere Prioritäten. Deshalb am besten vorher genau informieren, was ein Sprachkurs offeriert – damit man nicht nachher enttäuscht ist.

 

Wenn Zeit und Budget es erlauben, kann man einen Sprachkurs mit dem Urlaub verbinden. Denn am effektivsten lernt man eine Sprache dort, wo sie gesprochen wird – und entspannt lernt es sich sowieso am besten. Wenn man ganz flexibel sein will, ist vielleicht ein Online-Sprachkurs das richtige, z.B. von Babbel.

Am Ende sind es aber immer die Menschen, die entscheiden, ob ein Sprachkurs gut oder weniger gut ist: enthusiastische, kreative Lehrer und motivierte Schüler.

Noch ein Tipp zum Schluss: Wie wäre es mit einem Sprach-„Tandem“, um neben dem Sprachkurs Konversation zu üben. Ihre Muttersprache ist z.B. Spanisch und Sie möchten Deutsch lernen. Dann suchen Sie sich einen Tandem-Partner mit deutscher Muttersprache, der Spanisch lernen möchte – und los geht’s! Tandem-Partner findet man z.B. über die Uni Lausanne.

Was ist für Sie der perfekte Sprachkurs (Intensivkurs in den Ferien, viel Konversation, Exkursionen…)? Diskutieren Sie in der Deutschstunde oder schreiben Sie uns einen Kommentar.

Worterklärungen:

  • drauf haben – (ugs.) etwas können
  • Aussprache f. – Im Französischen spricht man die Worte anders aus, als man sie schreibt.
  • es klappt – (ugs.) es funktioniert
  • Vordergrund m. ≠ Hintergrund, hier: Priorität
  • Wert auf etwas legen – es ist wichtig
  • enttäuscht – Ich habe erwartet, dass das Hotel einen Pool hat. Es hat aber keinen. Ich bin enttäuscht.
  • erlauben ≠ verbieten. In den Zügen der SBB ist das Rauchen nicht erlaubt.
  • verbinden = kombinieren
  • entscheiden – Ja oder Nein? Ich muss mich entscheiden.

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Zwischen Tür und Angel (Redewendungen II)

Die Arbeit im Büro kann manchmal ganz schön monoton sein. Gut, dass man auch mal vom Schreibtisch aufstehen kann, um sich einen Kaffee oder Tee zu holen – und um beim Smalltalk zwischen Tür und Angel auf andere Gedanken zu kommen.

A: „Hast du die neue Kollegin schon kennengelernt? Sie hat ganz schön was auf dem Kasten: zwei Diplome, fünf Jahre Forschung in Südamerika, und jetzt die rechte Hand vom Chef – und das mit nur 32 Jahren!“

B: „Eine echte Bilderbuchkarriere.. Aber „Hallo“ sagen kann sie nicht. Der Erfolg ist ihr wohl zu Kopf gestiegen!“

A: „Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Ich habe gehört, sie hat sehr hart gearbeitet für ihre Karriere. Leider hat sie ihre Sozialkompetenzen nur im Schneckentempo entwickelt.“

B: „Apropos Schneckentempo: Ich habe noch einiges zu erledigen. Meine Arbeit stapelt sich bis an die Decke. Sehen wir uns in der Mittagspause?“

Worterklärungen: 

  • zwischen Tür und Angel – im Vorbeigehen
  • etwas auf dem Kasten haben – klug sein, viele Kompetenzen haben
  • rechte Hand sein – wichtiger Assistent
  • Bilderbuchkarriere f. – eine Karriere par excellence
  • zu Kopf steigen – man denkt, man ist besser als die anderen
  • kein Meister vom Himmel – für den Erfolg muss man hart arbeiten
  • Schneckentempo n. – sehr sehr langsam
  • erledigen – machen
  • stapeln – viele Dinge übereinander legen

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Lernen to Talk – Sprechen ist alles

Es braucht Zeit, um eine neue Sprache zu lernen. Man braucht Geduld und viel Motivation. Manchmal hat man das Gefühl, überhaupt nicht voran zu kommen. Man sagt (oder denkt) Sätze wie:

“Warum gibt es keine Software, um die Sprache einfach in meinem Gehirn zu installieren?”

“Mir fehlt wohl das Sprachen-Gen.”

“Ich glaub’, das lerne ich nie…”

Dann traut man sich endlich mal, die Fremdsprache im Alltag zu sprechen – und das Gegenüber versteht nicht, was man sagen will. Dabei hatte man so lange geübt!

Kommt Ihnen irgendwas davon bekannt vor? Genau. Ein kleiner Trost (oder ein grosser): Sie sind nicht allein. Und dank Internet, Handy & Co. gibt es heute ganz viele Helferlein, um das Sprachenlernen ein bisschen einfacher – und lustiger – zu machen.

Denn ein ganz wichtiger Punkt dabei ist die Motivation. Welche Gründe Sie auch haben, eine Fremdsprache zu lernen (Beruf, Schule, Studium, Auslandsaufenthalt…) – ohne Spass an der Sache ist es sehr viel schwieriger, dabei Erfolg zu haben.

Mickey Mangan ist Amerikaner und hatte das Ziel, in einem Jahr Deutsch zu lernen. Er ging nach Deutschland und besuchte einige Wochen einen Sprachkurs. Danach reiste er im Land herum, wohnte mal hier, mal dort – und sprach die ganze Zeit viel mit Deutschen, die er spontan auf der Strasse traf. Fehler hin, Fehler her.

Er hat die Konversationen mit einer Digitalkamera gefilmt und die ziemlich witzigen Ergebnisse ins Netz gestellt: Viel Spass mit der “Lernen to Talk Show”!

Worterklärungen:

  • Gehirn n. – das, was man im Kopf hat
  • sich trauen – Mut haben, etwas zu tun
  • Gegenüber n. – hier: die Person, mit der man spricht
  • Auslandsaufenthalt m. – man verbringt einige Zeit im Ausland
  • ..hin, …her – ob so oder so: es ist egal

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Babylonien in der Primarschule

Die Deutschschweiz debattiert: über den Lehrplan 21. Damit soll der Unterricht in den Primarschulen in allen 21 deutschschweizer Kantonen einheitlich werden. Heute gibt es nämlich immer noch grosse Unterschiede in den Kantonen.

Das macht es den Kindern schwer, wenn die Familie in einen anderen Kanton umzieht. Dann müssen die Kinder viel Stoff nacharbeiten und bekommen manchmal Probleme in der Schule.

Deshalb hat die Konferenz der Erziehungsdirektoren (EDK) einstimmig beschlossen, dass der neue Lehrplan in allen 21 Kantonen zum Schuljahr 2014/2015 in Kraft tritt.

Ein Aspekt des Lehrplans 21 betrifft die zwei Fremdsprachen, die in den meisten Kantonen in der Primarschule obligatorisch sind: eine der Schweizer Landessprachen und Englisch.

Schweiz_Babylonien

Denn auch hier gibt es Unterschiede: Die Kantone können entscheiden, welche der beiden Fremdsprachen zuerst unterrichtet wird und ab wann die Schüler die Sprachen lernen. Das soll spätestens in der dritten (erste Fremdsprache) und in der fünften Klasse (zweite Fremdsprache) passieren.

Viele Kantone beginnen mit der zweiten Fremdsprache Englisch aber erst in der siebten Klasse. Im Tessin sind die obligatorischen Fremdsprachen Französisch und Deutsch – Englisch gibt es nur als Wahlfach.

Aber ist das wirklich ein Grund zur Sorge? Müssen die Kinder von heute wirklich so früh so viele Sprachen lernen? Die Deutschschweizer Kinder sind ja sowieso schon ganz früh zweisprachig, da Hochdeutsch für die meisten eine Fremdsprache ist.

Zu meiner Schulzeit begann ich mit Englisch in der 5. Klasse, danach lernte ich viele Jahre Latein. Mit Französisch fing ich erst kurz vor meinem 30. Geburtstag an – und konnte es trotzdem nach wenigen Jahren fliessend. Ich glaube, dass man eine Sprache lernt, weil man Freude daran hat, sie zu lernen – und nicht, weil sie in der Schule obligatorisch ist.

Was meinen Sie dazu? Diskutieren Sie in der nächsten Deutschstunde, oder schreiben Sie uns einen Kommentar – wir freuen uns! 

Worterklärungen: 

  • Lehrplan m. – der Lehrplan diktiert, welche Inhalte die Kinder wann in der Schule lernen sollen
  • Unterricht m., unterrichten – Deutschunterricht = Deutschstunde. In der Deutschstunde unterrichtet die Lehrerin Deutsch.
  • einheitlich – alles ist gleich
  • Unterschied m., unterschiedlich – alles ist verschieden
  • Stoff m. – hier: das, was man im Unterricht gelernt hat, die Materie
  • beschliessen – Ich habe beschlossen, mehr Sport zu treiben. Ab morgen fahre ich nur noch mit dem Fahrrad zur Arbeit. = sich entscheiden
  • in Kraft treten – Am 1. Januar 2013 trat die neue Abfalltaxe in Lausanne in Kraft. Seitdem kostet jeder 35 L-Müllsack 2 Franken.
  • entscheiden – Im Tessin ist Englisch ein Wahlfach. Die Schüler können entscheiden, ob sie Englisch lernen wollen oder nicht.
  • beginnen, begann, hat begonnen = anfangen

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