Archive for category International

Skiferien

Der Schnee da! Die Berge sind weiss, der Himmel blau und die Skisaison ist eröffnet.
Bald stehen die Winterferien vor der Tür, viele Schweizer verbringen diese Zeit mit Snowboard- oder Skifahren. Eine ganze Woche mit diesem Sport zu verbringen ist teuer. Wer kein Chalet in den Bergen besitzt, nahe zu den Skiorten wohnt oder gute Kontakte hat, weicht oft auf etwas billigere Regionen in der Eurozone aus.

Eine gute Wahl ist das bergige Österreich, auch genannt “Sissi’s Kaisertum“.

Auch ich verbrachte schon wunderschöne Skiferien im Tirol und ich kann es jedem nur empfehlen. Es gibt da jedoch zwei, drei Sachen, die zu wissen sind. In Österreich spricht man  Deutsch. So habe ich, ohne nachzudenken, ein Schokoladeneis mit Schlagrahm bestellt. Der Kellner war sehr höflich, verstand aber meinen Wunsch nicht. Ich beschrieb Schlagrahm als Rahm, den man schlägt. Wieder stand im Gesicht des Österreichers ein grosses Fragezeichen. Ich überlegte und bestellte Sahne, die luftig ist. Erleichtert meinte der Kellner: „Aha, die Dame möchte Schlagobers!“.

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Das alles ist Deutsch (man beachte die Artikel!):

Deutschland: die Schlagsahne
Österreich: das Schlagobers
Schweiz: der Schlagrahm

Ausser den allgemein bekannten Wiener Schnitzel und Wienerwürstchen, die in Wien übrigens “Frankfurter” heissen, gibt es andere typisch österreichische Nahrungsmittel und Gerichte, die andere Namen haben als in Deutschland oder in der Schweiz. „Apfelstrudel mit Schlag“ ist ein wunderbarer Nachtisch, den Sie unbedingt probieren sollten oder auch „Topfenpalatschinken“. Und ja, das ist trotz dem „Schinken“ eine süsse Speise. Es handelt sich hierbei nämlich ganz einfach um Crèpes gefüllt mit „Topfen“, was „Quark“ bedeutet.

Noch mehr Dialektwörter und Austriazismen gibt es auf diesem Online-Dialektlexikon:

http://my.austria.at/index.php?option=com_griassdi&view=griassdi&Itemid=276&lang=de

Und jetzt wünsche ich Ihnen noch ganz schöne Ski-Ferien!

Nadine Schefer

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Swissness – wann ist ein Produkt ein Schweizer Produkt?

Ab dem 1.1.2017 gilt ein neues Gesetz:

Ein Produkt darf nur  “Schweizer Produkt” genannt werden, wenn  mindestens aus 80% der Zutaten aus der Schweiz kommen (Lebensmittel) oder mindestens 60% der Produktionskosten in der Schweiz entstanden sind (Uhren).

Ausnahmen: Schokolade und Kaffee.

Schweizer Schokolade

Schweizer Schokolade

Ja, es wäre schon schwierig unser National-Dessert, die Schoggi, aus 80% heimischen Zutaten zuzubereiten. Wir müssten dazu ein Land auf einem südlichen Kontinenten erobern und ihn “Schweiz” nennen. Das geht natürlich nicht – auch sprachlich eine schwierige Sache.  Aber auf unsere “Schweizer Schokolade” kann die Industrie auch nicht verzichten ( und ich auch nicht!). Zum Glück ist man flexibel im Parlament: man kann eine Sonderregelung machen.
Aber warum hat man eine Ausnahme beim Kaffee gemacht? Ich wusste nicht, dass die Schweiz für Ihren Kaffee international bekannt ist? Die Antwort habe ich rasche gefunden: alle Naturprodukte, die nicht in der Schweiz wachsen können, gehören auch zur Ausnahme. Also könnte man auch eine “Schweizer” Ananas kaufen? Wenn Sie sich für die Details zu diesem neuen Gesetz interessieren: Die Antwort finden Sie hier.

Ich bin froh, dass ich nicht im Parlament sitze und die Gesetze aushandeln muss. Und ich bin froh, dass ich alle 4 Jahren wählen kann, wer das an meiner Stelle tun muss! Deshalb ist es wichtig, sich für solche Themen zu interessieren. Dieses Thema sieht anfangs einfach aus, wird aber rasch kompliziert, wenn man verschiedene Aspekte berücksichtigen muss: Wirtschaft, Industrie, Frankenstärke, Import, Export, etc.

Aber fangen wir bei Ihnen an:

  • Achten Sie auf die Herkunft der Produkte, die sie kaufen? Bei welchen Produkte-Kategorien (Früchte/Gemüse, Fleisch, Fertigprodukte, Reinigungsmittel, Kleider, Schmuck, etc) ja und bei welchen nein?
  • Was sind Ihre Kriterien, was das Herkunftsland betrifft?
  • Kaufen Sie ein Produkt eher, wenn ein Schweizer Kreuz darauf abgebildet ist: Zum Beispiel bei Calanda Bier (gehört zu Heineken, wird in der Schweiz gebraut) oder bei einem Kokosnuss-Keks von Kambly aus dem Emmental?

Diskutieren Sie mit Ihrem Deutschlehrer oder mit Ihrer Deutschlehrerin!
Stellen Sie ihm oder ihr Fragen zu diesem Thema!

 

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Wahlen und Abstimmungen in Amerika und in der Schweiz

Trump, Trump und nochmal Trump. Clinton, Clinton und wieder Clinton. Man hört und liest fast nur noch von ihnen.

Ich fühle mich, als hätte ich eine „Trumpvergiftung“ , „Clintonitis“ oder beides zusammen.
Die Zeitungen sind „vertrumpt“, im Fernsehen sieht man Frau Clintons Gesicht überall.

Die Artikel über H. Clinton und D. Trump sind oft nicht sehr informativ. Man kann es schon an der Schlagzeile erkennen:

Zugegeben es geht uns auch etwas an, wenn in Amerika die wichtigsten Wahlen des Landes stattfinden. Doch sollten unsere Journalisten nicht vergessen, dass es auch hier wichtige Informationen gibt, die man verbreiten soll!

Wir hatten inzwischen einen Abstimmungssonntag. Joseph Gordon-Levitt sagte am Zürich Film Festival „Es ist wirklich super toll, dass ihr in der Schweiz abstimmen könnt!“ (https://www.bluewin.ch/de/entertainment/tv/zff/artikel-2016/zurich-film-festival-snowden-interview-gordon-levitt.html)

Das finden wir wahrscheinlich alle. Aber warum gehen dann nur so wenige wirklich abstimmen?
Im Kanton Glarus waren es 33% die für oder gegen das neue Nachrichtendienstgesetz abgestimmt haben.
Der Kanton Schaffhausen liegt wie immer mit 61.7% an der einsamen Spitze. Das muss daran liegen, dass das Nicht-Abstimmen mit einer Busse von 6.- sfr bestraft wird.
Aber für knapp 40% der Stimmbevölkerung ist auch das kein Grund an die Urne zu gehen.

Zurzeit ist der Kanton Schaffhausen der einzige Kanton mit einer solchen Busse.

Was meinen Sie? Würden mehr Leute abstimmen, wenn es eine schweizweite Busse gäbe? Sollte die Busse höher sein?

Wie sonst könnte man die Leute motivieren?

Diskutieren Sie mit! Hier im Blog oder mit Ihrem Deutschlehrer oder Ihrer Deutschlehrerin!

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Schöne neue Plastik-Welt

Eine Welt ohne Kunststoff? Das können wir uns heute kaum noch vorstellen. Autos, Handys, Verpackungen, Kleidung, Schuhe… – die meisten Dinge unseres Alltags enthalten Kunststoff.

Kunststoff hat viele positive Eigenschaften: günstig, leicht, wasserdicht, robust. Kein anderes Material ist so vielseitig. Auch seine Energiebilanz ist besser als die von z.B. Holz, Glas oder Papier, wie eine österreichische Studie von 2010 zeigt.

Aber wir kennen auch seine negativen Aspekte: Kunststoff wird aus Erdöl hergestellt und ist extrem langlebig. Bis zu 600 Jahre (!) verändert er sich nicht.

Man kann viele Kunststoffe (PET, PE, PVC…) recyceln. Das ist aber kompliziert und teuer. Alternativ werden sie zusammen mit anderem Müll sie in Müllverbrennungsanlagen in Wärme und Strom verwandelt.

Leider landet ein grosser Teil des weltweiten Plastikmülls weder im Recycling oder in der Müllverbrennungsanlage, sondern in der Landschaft – oder im Meer. Jedes Jahr gelangen bis zu 13 Millionen Tonnen Kunststoff in die Ozeane, so eine Studie der Zeitschrift Science.

Aktivisten wie der Niederländer Boyan Slat experimentieren mit diversen Methoden, das Plastik wieder aus dem Meer herauszuholen (siehe Video). Textilfirmen wie adidas und G-Star präsentieren Kollektionen, die aus recyceltem Meeresplastik produziert sind.

Recycling ist gut – aber noch besser ist es natürlich, gar nicht so viel Plastikmüll zu produzieren. Und das können Sie konkret dafür tun:

1. Beim Einkaufen eine Stofftasche mitnehmen und im Supermarkt, aber auch bei Globus, Manor & Co. konsequent „Nein“ sagen zur Gratis-Plastiktüte.

2. Obst, Gemüse, Käse lose kaufen (z.B. auf dem Wochenmarkt Mittwochs und Samstags im Zentrum von Lausanne) und eine eigene Verpackung mitbringen: Glas, Tupperbox…

3. Nachfüllpackungen kaufen z.B. von Kosmetika, Shampoo, Waschmittel, Flüssigseife.

4. Leitungswasser trinken statt Wasser in Plastikflaschen zu kaufen

5. Kleidung aus Naturmaterialien (Baumwolle, Wolle, Seide…) kaufen

Worterklärungen:

  • Kunststoff m. – Plastik, Nylon, Polyester etc.
  • vorstellen – Vorstellung = Imagination
  • enthalten – es ist darin
  • Eigenschaft f. – Charakteristik
  • günstig – nicht teuer
  • vielseitig – es hat viele Facetten
  • Erdöl n. – fossile Energiequelle
  • Müll m. – Das, was kaputt ist, oder das, was wir nicht mehr brauchen.
  • Müllverbrennungsanlage – Unser Müll wird dorthin transportiert und verbrannt. Daraus kann man Energie gewinnen.
  • verwandeln – transformieren
  • gelangen – in etwas hineinkommen
  • lose – ohne Verpackung

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Biogas aus Mais

Mais ist populär. Seit einigen Jahren gibt es auch in Deutschland immer mehr Felder mit dem südamerikanischen Getreide. Wenn man im Sommer auf dem Land unterwegs ist, sieht man oft fast nichts mehr von der Landschaft, weil der Mais so hoch ist.

Man fragt sich: Essen die Deutschen plötzlich so gerne Mais?

Nein. Der Mais wird zu „Öko-Strom“.

Für die Landwirte ist es lukrativ, eine Biogasanlage zu haben und sie mit Mais zu „füttern“, denn  der Anbau wird subventioniert.

Für den Anbau von Kartoffeln, Gemüse oder Getreide gibt es keine Subventionen. Deshalb entscheiden sich viele Landwirte für die Produktion von Biogas. So wird es bald immer weniger regionale Produkte in Deutschland zu kaufen geben.

Alternativ kann man Biogas auch aus organischen Abfällen produzieren. Schweizer Biogasanlagen z.B. funktionieren nur mit Abfällen.

Mais ist in vielen Ländern Afrikas und Südamerikas ein Grundnahrungsmittel. Die Menschen dort verfüttern Mais nicht einmal an Tiere – er ist viel zu wertvoll! Für sie ist es unvorstellbar, dass jemand Mais anbaut, um daraus Energie zu gewinnen.

Strom aus regenerativen Ressourcen ist eine gute Sache. Aber darf man dafür Lebensmittel anbauen? Was meinen Sie? Diskutieren Sie in der nächsten Deutschstunde oder schreiben Sie uns auch gerne einen Kommentar.

Worterklärungen:

  • Feld n. – Dort bauen die Landwirte Weizen, Kartoffeln, … und Mais an.
  • Getreide n. – Weizen, Dinkel, Roggen, Hafer… Man braucht Getreide, um daraus Brot, Müsli, Pasta zu machen.
  • unterwegs – Man kann zu Fuss unterwegs sein, oder mit dem Fahrrad, dem Auto, dem Zug…
  • füttern – Den Tieren etwas zu essen geben.
  • Anbau m. – In den Lavaux wird viel Wein angebaut. Das Klima ist ideal dafür.
  • Landwirt m. – Bauer
  • Lebensmittel n. – Das, was wir essen.
  • Biogasanlage f. – Eine technische Anlage, die Biogas produziert.
  • Grundnahrungsmittel n. – Das, was wir jeden Tag essen: Brot, Milch, Öl…
  • unvorstellbar – Man kann es sich nicht vorstellen. Es ist unmöglich.
  • Abfall m. – Das, was wir wegwerfen.

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Erster Mai, alle haben frei…

MaiglöckchenDer erste Mai ist Tag der Arbeit – und in vielen Ländern auf der ganzen Welt ein Feiertag – ausser im Kanton Waadt! Wir haben also frei, um die Arbeit zu feiern? Das klingt erstmal etwas paradox.

Doch es wird nicht nur gefeiert. Am ersten Mai finden traditionell Demonstrationen statt, für die Rechte der Arbeiter.

Aber der erste Mai hatte früher in Amerika noch eine andere Bedeutung. In New York war er bis Anfang des 20. Jahrhunderts traditionell der „Umzugstag“.

Die Holländer waren am 1. Mai 1623 zum ersten Mal nach Amerika gesegelt. In Erinnerung an diese Reise zogen zuerst die Holländer und irgendwann jeder in Manhattan am 1. Mai um. Der Tag war stressig, aber auch schön. Die Erwachsenen mussten nicht zur Arbeit, die Kinder hatten schulfrei.

Stellen Sie sich das vor: Jeder in Lausanne würde am 1. Mai umziehen. Die Stadt wäre ein Chaos!

Aber vielleicht wäre es auch lustig. Alle wären unterwegs. Die Strassen wären voller Autos und Transporter. In jedem Haus würden mehrere Sofas die Treppe rauf oder runter getragen.

Vielleicht würde man in den Foyers der Häuser spontan kleine Cafés improvisieren, mit den Sofas und Sesseln vom Umzug. Kaffee und Kuchen sind doch eine schöne Art, seine neuen Nachbarn kennenzulernen!

Aber egal, ob Sie heute demonstrieren oder umziehen, einen freien Tag haben oder arbeiten: Der Mai ist da, das Wetter ist schön  – geniessen Sie es!

Worterklärungen:

  • feiern – An meinem Geburtstag feiere ich ein grosses Fest.
  • stattfinden – Die Deutschstunde findet heute nicht statt. Die Lehrerin ist krank.
  • Recht n. – Die Schweizer haben viele politische Rechte, z.B. das Wahlrecht oder das Recht, eine Volksinitiative zu lancieren.
  • Bedeutung f. – Ich verstehe das Wort nicht. Was ist seine Bedeutung?
  • Umzug m . – Wir haben eine grössere Wohnung gefunden. Wir ziehen um.
  • segeln – Auf dem Genfersee gibt viele Segelboote.
  • Erinnerung f. – Ich erinnere mich noch gut an meinen ersten Schultag. Das Wetter war schön und alle Kinder waren fröhlich.
  • irgendwann – eines Tages
  • würde, wäre – Konjunktiv II von werden, sein.
  • rauf oder runter – nach oben oder nach unten
  • Sessel m. – In einem Sessel kann man komfortabel sitzen und z.B. lesen.
  • geniessen – sich freuen an etwas: einem guten Essen, einem spannenden Buch…

 

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Im Land der Weihnachtssterne

Teneriffa_2Lausanne ist bekannt für sein mildes Klima – aber bei aktuellen Temperaturen von 3 Grad wünscht man sich gerne an einen Ort, der das ganze Jahr über frühlingshaft warm ist. So ein Ort ist Teneriffa.

Die grösste der kanarischen Inseln hat alles, was das Herz begehrt: Meer und Berge, Strände und Wanderwege, verschlafene Dörfer und quirlige Städte. Man kann hier einen ruhigen Urlaub verbringen und Land und Leute auf sich wirken lassen. Wenn man mehr Trubel will, mischt man sich einfach unter das bunte Touristenvolk in den grossen Ferienzentren im Süden.

Teneriffa_1Ob Wellenreiten oder Windsurfen, Mountainbike oder Rennrad fahren, Wale beobachten oder Kamelreiten, ob gemütliche Wanderung oder alpine Bergtour, kultureller Stadtbummel oder Spanischkurs an der Uni… Es gibt fast nichts, das man auf Teneriffa nicht machen könnte.

Bougainvillea und Hibiskus, Zitrone und Avocado, Drachenbaum und Weihnachtsstern mit seinen leuchtend roten Blättern: Was wir nur als Topfpflanzen kennen, wächst in Teneriffas Gärten einfach so – und viel, viel grösser als bei uns.

Teneriffa_4Eine Reise nach Teneriffa ist wie eine kleine Weltreise: Im üppigen Grün des Nordens kommt man sich vor wie in Indien, der trockene Süden erinnert an die Wüsten Nordafrikas, und in der bizarren Landschaft rund um den schlummernden Vulkan Teide fühlt man sich auf den Mond versetzt.

Klingt gut? Es wird noch besser: Man muss nicht um die halbe Welt reisen, um den Winter hinter sich zu lassen. Die Kanaren sind nur viereinhalb Flugstunden von der Schweiz entfernt. Und das Beste ist: Ab Januar 2014 gibt es endlich auch Direktflüge von Genf nach Teneriffa Süd. Also nichts wie hin, oder?

Worterklärungen:

  • frühlingshaft – wie im Frühling
  • quirlig – lebendig, aktiv
  • auf sich wirken lassen – zuschauen und darüber nachdenken
  • Trubel m. – die Lausanner Innenstadt an einem Samstag = Mega-Trubel
  • Stadtbummel m. – durch eine Stadt spazieren
  • Topfpflanze f. – eine Pflanze im Blumentopf, im Zimmer oder auf dem Balkon
  • üppig – es gibt sehr viel davon
  • schlummern = schlafen
  • versetzen – Herr X arbeitet seit drei Jahren bei Nestlé in Vevey. Dann wird er von seinem Chef zu Nestlé nach Paris versetzt.
  • nichts wie hin – (ugs.) lass uns schnell dort hingehen

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Lernen to Talk – Sprechen ist alles

Es braucht Zeit, um eine neue Sprache zu lernen. Man braucht Geduld und viel Motivation. Manchmal hat man das Gefühl, überhaupt nicht voran zu kommen. Man sagt (oder denkt) Sätze wie:

“Warum gibt es keine Software, um die Sprache einfach in meinem Gehirn zu installieren?”

“Mir fehlt wohl das Sprachen-Gen.”

“Ich glaub’, das lerne ich nie…”

Dann traut man sich endlich mal, die Fremdsprache im Alltag zu sprechen – und das Gegenüber versteht nicht, was man sagen will. Dabei hatte man so lange geübt!

Kommt Ihnen irgendwas davon bekannt vor? Genau. Ein kleiner Trost (oder ein grosser): Sie sind nicht allein. Und dank Internet, Handy & Co. gibt es heute ganz viele Helferlein, um das Sprachenlernen ein bisschen einfacher – und lustiger – zu machen.

Denn ein ganz wichtiger Punkt dabei ist die Motivation. Welche Gründe Sie auch haben, eine Fremdsprache zu lernen (Beruf, Schule, Studium, Auslandsaufenthalt…) – ohne Spass an der Sache ist es sehr viel schwieriger, dabei Erfolg zu haben.

Mickey Mangan ist Amerikaner und hatte das Ziel, in einem Jahr Deutsch zu lernen. Er ging nach Deutschland und besuchte einige Wochen einen Sprachkurs. Danach reiste er im Land herum, wohnte mal hier, mal dort – und sprach die ganze Zeit viel mit Deutschen, die er spontan auf der Strasse traf. Fehler hin, Fehler her.

Er hat die Konversationen mit einer Digitalkamera gefilmt und die ziemlich witzigen Ergebnisse ins Netz gestellt: Viel Spass mit der “Lernen to Talk Show”!

Worterklärungen:

  • Gehirn n. – das, was man im Kopf hat
  • sich trauen – Mut haben, etwas zu tun
  • Gegenüber n. – hier: die Person, mit der man spricht
  • Auslandsaufenthalt m. – man verbringt einige Zeit im Ausland
  • ..hin, …her – ob so oder so: es ist egal

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Die Muttersprache – Ein Stück Heimat

Sie gibt uns ein Gefühl der Vertrautheit, sie ist ein Stück Heimat in der Fremde, sie ist Teil unserer Identität – die Muttersprache. Der Begriff “Muttersprache” sagt schon vieles: Wir kennen diese Sprache von klein auf; unsere Mutter hat uns in dieser Sprache Schlaflieder gesungen; die ersten Worte, die wir sprachen, waren in dieser Sprache.

Die Schweiz ist schon immer ein multikulturelles Land. Man spricht hier viele Sprachen: Schweizerdeutsch mit Hunderten verschiedenen Dialekten, Französisch, Italienisch, Rätoromanisch – plus die Sprachen der Einwanderer: (Hoch-)Deutsch, Englisch, Portugiesisch, Spanisch, Serbisch, Türkisch, Griechisch…

Grafik: wikipedia, Marco Zanoli

Grafik: wikipedia, Marco Zanoli

Viele Kinder in der Schweiz wachsen deshalb von Anfang an zweisprachig auf. Oft haben sie Eltern aus verschiedenen Kulturen, Mutter und Vater sprechen zwei Sprachen mit ihnen. Sie haben also eine Muttersprache und eine “Vatersprache”. Aber auch die Deutschschweizer Kinder wachsen zweisprachig auf: Zu Hause sprechen sie Mundart, aber in der Schule im Unterricht müssen sie Hochdeutsch sprechen.

Es ist essentiell für die eigene Identität, dass die Muttersprache akzeptiert und geschätzt wird. Darum ist es wichtig, die Muttersprache von Kindern zu fördern, im Kindergarten und in der Schule. Denn wenn sie ihre Muttersprache beherrschen und gerne sprechen, fällt es ihnen auch leichter, eine zweite und noch mehr Sprachen zu lernen.

Später lernen wir meistens weitere Fremdsprachen, am Gymnasium, im Studium oder für den Beruf. Aber selbst wenn wir eine Fremdsprache gut beherrschen, weil wir lange Zeit im Ausland gelebt haben oder immer noch dort leben: Unsere Muttersprache bleibt immer unsere erste Sprache, die Sprache des Gefühls, die Sprache des kleinen Kindes in uns.

Links zum Thema:

“Muttersprache hoch im Kurs” – Deutsche Welle, 21.02.2012

“Muttersprache braucht Wertschätzung” – NZZ, 21.02.2012

Inspiration für die nächste Deutschstunde:

1. Was ist Ihre Muttersprache? Welche Beziehung haben Sie zu ihr (gerne mögen, ambivalent, selten sprechen…)? 

2. Welche Sprachen sprechen / lernen Sie? Wie geht es Ihnen, wenn Sie (im Ausland) diese Sprachen sprechen?

Diskutieren Sie in der Stunde. Wir freuen uns auch sehr über Kommentare!

Worterklärungen:

  • Vertrautheit f. – wir kennen etwas sehr gut, wir fühlen uns wohl damit
  • Heimat f. – hier bin ich zu Hause
  • die Fremde f. – hier: Ausland, fremdes Land
  • von klein auf – seit der frühen Kindheit
  • Schlaflied n. – ein Lied zum Einschlafen für kleine Kinder
  • Mundart f. – Dialekt
  • schätzen, geschätzt – hier: etwas gut finden
  • geschätzt wird – Passiv
  • fördern – Lea kann gut tanzen. Ihre Eltern fördern dieses Talent: Lea geht in eine Tanzschule.
  • beherrschen – hier: eine Sprache perfekt sprechen
  • weitere – noch mehr

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Wenn Essen im Müll landet…(II)

Ein grosser Teil der Lebensmittel, die im Müll landen, kommen aus dem Detailhandel. Supermärkte werfen komplette Packungen weg, auch wenn nur ein Teil davon kaputt oder verdorben ist: Obst, Gemüse, Getränke, Waschmittel.

Viele Menschen, besonders jüngere Leute, finden das absurd. Aus Protest gegen diese Verschwendung ist eine Bewegung entstanden, die aus den USA nach Europa kam: “Mülltaucher” gehen in den Müllcontainern der Supermärkte “gratis einkaufen”.

Dieses “Containern” ist nur dann legal, wenn die Container auf der Strasse stehen. Stehen sie auf dem Areal des Supermarktes, ist es nicht erlaubt, dort Müll herauszuholen. Manche Supermärkte schliessen auch ihre Container ab, damit  dort niemand “einkauft”.

Die “Mülltaucher” sagen, dass sie sich natürlich Lebensmittel im Supermarkt kaufen könnten. Sie suchen nur aus Protest gegen das System in den Containern nach Essen. Trotzdem bleibt es eine Methode für Grossstadt-Guerrilleros – denn nicht jeder findet es toll, nachts im Müll zu wühlen.

Alternativ zum Wegwerfen versuchen Supermärkte wie Migros oder Coop, die Produkte, die sie nicht mehr verkaufen können, an soziale Projekte zu spenden, wie z.B. die “Schweizer Tafel”. Dort können Menschen mit wenig Geld sehr günstig einkaufen – ganz legal.

  • verdorben – hier: Lebensmittel, die man nicht mehr essen kann
  • Getränk n. – etwas zum Trinken
  • Verschwendung f. – Ich habe mehr eingekauft, als ich essen kann. Wenn das Essen dann verdorben ist, werfe ich es weg. Was für eine Verschwendung!
  • Bewegung f. – hier: soziale Bewegung, Initiative
  • Taucher m. – Im Genfersee kann man bis 310 m tief tauchen.
  • erlaubt – man darf etwas tun
  • spenden – schenken
  • günstig – nicht teuer

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