Archive for category Hier und Jetzt

Salut Salon – Klassik für alle mit Witz und Humor

Das Quartett “Salut Salon” aus Hamburg spielt klassische Musik mit vollem Körpereinsatz. Im Interview sagt die Cellistin: “Körperlose Musik wurde zwar erfunden, dafür kommt aber niemand ins Konzert”. Das stimmt. Die Leute gehen ins Konzert nicht nur um etwas zu hören sondern auch um etwas zu sehen. Die vier Musikerinnen spielen leidenschaftlich und mit Charme.

Das Projekt “Salut Salon” wurde vor 30 Jahren gegründet. Angelika Bachmann und Iris Siegfried waren zusammen im Schulorchester. Bei einem Lachanfall entstand ihre Freundschaft. Zuerst spielten sie zu zweit auf einer Familienfeier. Danach traten sie bald regelmäßig auf. Eine Pianistin und eine Cellistin kamen dazu und so wurden sie zu einem Quartett. 2002 kam der Durchbruch: in Hamburg spielten sie eine ganze Konzertreihe in ausverkauften Hallen. Heute gibt das Ensemble über 120 Konzerte pro Jahr.

Hier ein kurzes Interview mit den vier Ladies, Lachanfall inklusive.

Lassen Sie sich davon überzeugen und besuchen Sie das Konzert am 9. November in Beausobre in Lausanne! Hier finden Sie Informationen, wo Sie Tickets bekommen. http://www.beausobre.ch/?r=site/spectacle&id=507

 

 

Advertisements

, , , , , , , , , , , , ,

Leave a comment

Wahlen und Abstimmungen in Amerika und in der Schweiz

Trump, Trump und nochmal Trump. Clinton, Clinton und wieder Clinton. Man hört und liest fast nur noch von ihnen.

Ich fühle mich, als hätte ich eine „Trumpvergiftung“ , „Clintonitis“ oder beides zusammen.
Die Zeitungen sind „vertrumpt“, im Fernsehen sieht man Frau Clintons Gesicht überall.

Die Artikel über H. Clinton und D. Trump sind oft nicht sehr informativ. Man kann es schon an der Schlagzeile erkennen:

Zugegeben es geht uns auch etwas an, wenn in Amerika die wichtigsten Wahlen des Landes stattfinden. Doch sollten unsere Journalisten nicht vergessen, dass es auch hier wichtige Informationen gibt, die man verbreiten soll!

Wir hatten inzwischen einen Abstimmungssonntag. Joseph Gordon-Levitt sagte am Zürich Film Festival „Es ist wirklich super toll, dass ihr in der Schweiz abstimmen könnt!“ (https://www.bluewin.ch/de/entertainment/tv/zff/artikel-2016/zurich-film-festival-snowden-interview-gordon-levitt.html)

Das finden wir wahrscheinlich alle. Aber warum gehen dann nur so wenige wirklich abstimmen?
Im Kanton Glarus waren es 33% die für oder gegen das neue Nachrichtendienstgesetz abgestimmt haben.
Der Kanton Schaffhausen liegt wie immer mit 61.7% an der einsamen Spitze. Das muss daran liegen, dass das Nicht-Abstimmen mit einer Busse von 6.- sfr bestraft wird.
Aber für knapp 40% der Stimmbevölkerung ist auch das kein Grund an die Urne zu gehen.

Zurzeit ist der Kanton Schaffhausen der einzige Kanton mit einer solchen Busse.

Was meinen Sie? Würden mehr Leute abstimmen, wenn es eine schweizweite Busse gäbe? Sollte die Busse höher sein?

Wie sonst könnte man die Leute motivieren?

Diskutieren Sie mit! Hier im Blog oder mit Ihrem Deutschlehrer oder Ihrer Deutschlehrerin!

, , , , , , , , , , , ,

Leave a comment

“Ich hätte gern ein Glace.”

…. sagt ein Schweizer am Strand. Und ein Deutscher, möchte er auch “ein Glace”? Wir lösen das Rätsel weiter unten.

Eis by Fotalia

Kennen Sie schon das Variantenwörterbuch des Deutschen?
Die Österreicher sprechen ein anderes Hochdeutsch als die Deutschen. Wer schon einmal das Land besucht hat, hat es sicher gehört! In der Schweiz sprechen und schreiben wir Schweizer-Hochdeutsch. Sogar in der NZZ findet man viele Helvetismen. Helvetismen sind Wörter, die zwar Hochdeutsch sind, aber nur in der Schweiz verwendet werden. Sie stehen im Duden – ein Zeichen, dass sie offiziell zur Deutschen Sprache gehören.

Es gibt ein Wörterbuch, das die Varianten von regional unterschiedlichen Wörter im Deutschen Sprachraum auflistet. Jedes Wort kommt in diesem Buch mehrmals vor.

Viele Wörter sind 3x in diesem Buch. Einmal in der Deutschen Version, einmal der Helvetismus und auch in der Version, wie es die Österreicher sagen (Austriazismus). Hier ein Beispiel.
Der schmale Weg neben der Strasse, worauf die Fussgänger gehen, nennte man:

  • Bürgersteig (Deutsch)
  • Gehsteig (Österreich und Süddeutschland)
  • Trottoir (Schweiz)

Weil jede Bedeutung 3x drin steht ist das Variantenwörterbuch des Deutschen auch ziemlich dick.

Das Variantenwörterbuch ist für mich ein Zeichen der Toleranz. Regionale Varietäten sind nicht nur erlaubt, oft sind sie auch erwünscht und wichtig. Und sie sind es Wert, dass man sie sammelt und in ein Wörterbuch schreibt.

Also, was sagt der Deutsche am Strand, wenn er Lust auf etwas Eiskaltes hat?
“Ich bekomme ein Eis!” Merken Sie es? Nicht nur das Wort für die kalte Erfrischung ist anderes.

 

 

Leave a comment

Grundeinkommen – Geld ohne Arbeit?

Schweizer FrankenAm kommenden Sonntag ist es soweit: die Schweizer stimmen ab über das Grundeinkommen. Wahrscheinlich mit „Nein“ – denn die Skepsis ist gross.

Denn wir fragen uns ängstlich: „Wenn jeder 2500 Franken im Monat vom Staat bekäme, würde keiner mehr arbeiten gehen, oder? Was würde dann aus unserem schönen Land werden?“

Jeder würde nur noch machen, was er will… Die Büros blieben leer. Die Regale bei der Migros auch. Züge würden keine mehr fahren. Das CHUV, die Schulen – geschlossen?!

Jeder würde nur noch machen, was er will… Aber was wollen denn die meisten Menschen? Arbeiten!

Eine Umfrage von DemoSCOPE zeigt, dass nur 2% der befragten 1076 Personen aufhören würden zu arbeiten, wenn sie ein Grundeinkommen bekämen.

Wozu gibt es dann überhaupt die Debatte über ein Grundeinkommen?

Initiator Daniel Häni glaubt, dass die Menschen kreativer und produktiver werden, wenn sie nicht arbeiten müssen, sondern können.

Laut Häni gibt das Grundeinkommen den Menschen die Freiheit, das zu arbeiten, was sie gerne tun. Es fördert ihre Selbstbestimmung und Eigenverantwortung:

54% würden sich weiterbilden

53% nähmen sich mehr Zeit für die Familie

22% würden sich selbständig machen

35% würden nachhaltiger konsumieren

Egal, wie die Abstimmung nächsten Sonntag ausgeht – die Idee eines Grundeinkommens bleibt aktuell, in der Schweiz und in vielen anderen europäischen Ländern, z.B. in den Niederlanden und Finnland.

Was halten Sie von der Idee eines Grundeinkommens? Verrückt? Genial? Absurd? Diskutieren Sie in der nächsten Deutschstunde oder schreiben Sie uns einen Kommentar!

Worterklärungen:

  • würde + Infinitiv = Konj. II
  • bekäme – Konj. II von bekommen
  • blieben – Konj. II von bleiben
  • Umfrage f. – man fragt viele Menschen zu einem bestimmten Thema
  • Selbstbestimmung f. – man kann frei entscheiden, was man tun möchte
  • Eigenverantwortung f. – Was ich mit meinem Leben mache, liegt in meiner Hand. Ich entscheide, und ich trage die Konsequenzen.
  • nähmen – Konj. II von nehmen
  • nachhaltig konsumieren – Produkte kaufen, die z.B. lange halten, die man recyclen kann oder die umweltfreundlich produziert sind.

, , , , , , , , ,

Leave a comment

Safari durch die Stadt – Ein Plädoyer für das Flanieren

Dank Smartphone brauchen wir heute keine Angst mehr zu haben, uns in einer fremden Stadt oder einem unbekannten Stadtteil zu verlaufen. Mit GPS und Navi wissen wir auf einen Blick, wo wir sind. Wenn wir irgendwo hin wollen, finden wir die Adresse sofort. Das ist gut – aber es ist auch ein bisschen schade.

Denn so geht uns die Spontanität verloren. Wir verpassen die kleinen Abenteuer des Alltags, wenn wir fremdes Terrain betreten. Wir brauchen niemanden mehr nach dem Weg zu fragen. Wir entdecken nicht mehr zufällig den kleinen Plattenladen, die gemütliche Pizzeria, die romantische Bank neben einem Brunnen. Wir gehen nur noch gezielt von A nach B, um keine Zeit zu verlieren auf dem Weg zu unserem Termin.

Nutzen wir doch die schönen warmen Frühlingstage, um unsere täglichen Wege einmal anders zu gehen – oder ganz neue Wege zu betreten. Lernen wir (wieder) das Flanieren!

Hier sind fünf Tipps, wie Sie beim Flanieren Ihre Stadt neu entdecken können – und dabei auch mehr Zeit für sich selbst gewinnen:

1. Schalten Sie das Smartphone in den Flugmodus. Jetzt! Für mindestens eine Stunde.

2. Setzen sie sich in den Bus (die Metro) und fahren Sie drei (fünf, sieben…) Stationen in die andere Richtung als Sie es normalerweise tun. Erkunden Sie die Gegend: Ist es dort grün oder gibt es viel Beton? Große oder kleine Straßen? Welche Leute wohnen dort (Familien, Studenten…)? Sie können auch ein “Entdecker-Tagebuch” führen und ihre Beobachtungen aus verschiedenen Stadtvierteln notieren.

3. Sprechen Sie Passanten an, um mehr über das Quartier zu erfahren. Fragen Sie nach der nächsten Metrostation, einem guten Café, einem Blumenladen…

4. Setzen Sie sich auf eine Bank (einen Brunnen, eineTreppe) und schauen Sie für zehn (fünfzehn, zwanzig…) Minuten dem Leben auf der Straße zu. Beobachten Sie einfach, oder machen Sie sich Notizen in Ihr Tagebuch.

5. Flanieren Sie doch auch mal auf deutsch, z.B. in Bern oder Basel. Fragen Sie auch hier Passanten nach dem Weg oder einem Tipp für ein Restaurant – und machen Sie sich Ihre Notizen auf deutsch! Das macht das Abenteuer gleich noch etwas „exotischer“, und ganz nebenbei haben Sie etwas für Ihre Sprachkenntnisse getan.

Und wenn Sie Ihr Smartphone doch lieber eingeschaltet lassen: Inzwischen gibt es auch Apps, die Sie beim Flanieren begleiten und kreative Optionen geben für Ihre individuelle Entdeckungstour, z.B. Dérive (Englisch/Französisch) oder Drift (Englisch).

Worterklärungen:

unbekannt – man kennt es nicht

Stadtteil m. – Quartier, Stadtviertel

verlaufen – Ich weiss nicht mehr, wo ich bin. Ich habe mich verlaufen.

Navi n. – ugs. Navigations-App

etwas geht uns verloren – wir verlieren etwas, wir haben es nicht mehr

betreten – gehen

entdecken – etwas finden, was man noch nicht kennt

erkunden – genau anschauen

Tagebuch n. – Journal

Beobachtung f. – das, was ich gesehen habe

, , , , , , , ,

Leave a comment

Ist der Freitod wirklich freiwillig?

Foto: Paxson Woelber, flickr CC

Foto: Paxson Woelber, flickr CC

Hätten Sie das gewusst? In der Schweiz sterben jedes Jahr dreimal mehr Menschen durch Suizid als durch Verkehrsunfälle (ca. 1000 Personen p.a.). Trotzdem bleibt Suizid ein Tabuthema. Daran wird auch der Tod des Sterne-Gastronomen Benoît Violier nichts ändern.

Ein Suizid macht uns sprachlos. Der Gedanke daran erschreckt uns. Wir fragen uns wieder und wieder nach dem “Warum” – und finden keine Antwort.

Oft trifft ein Suizid Familie und Freunde völlig unerwartet. Psychische Probleme und Depressionen sind noch immer nicht „salonfähig“. Menschen sprechen lieber nicht darüber, denn sie wollen keine Schwäche zeigen.

Wenn sie es doch tun, hören sie oft Ratschläge wie: „Reiss dich zusammen! Es geht dir doch so gut im Leben! Denk an die armen Textilarbeiter in Bangladesh – die haben echte Probleme!“

Gewiss ist es sinnvoll, seine Perspektive einmal zu relativieren und sich selbst nicht so wichtig zu nehmen. Aber wenn man an einer Depression erkrankt ist, nützen solche Ratschläge meist wenig. Die Depression hat den Menschen im Griff. Es ist schwierig, sich alleine daraus zu befreien.

Im schlimmsten Fall endet eine depressive Phase dann in einem Suizid. Aber was können wir dagegen tun? Wie können wir wirklich helfen? Mit relativ einfachen Mitteln, z.B.:

Brücken sichern mit Netzen oder speziellen Geländern, wie am Pont du Bessières in Lausanne. Alle Armeewaffen aus Privathaushalten entfernen. Und vor allem: generell mehr aufeinander schauen.

In unserer Familie, bei unseren Freunden. Aber auch bei unseren Kollegen und Nachbarn. Und bei dem Fremden, den wir zufällig auf der Strasse treffen und das Gefühl haben, es geht ihm nicht gut. Ein freundliches Wort, ein echtes Interesse an meinem Mitmenschen kostet nichts. Es kann aber in einem bestimmten Moment unbezahlbar sein.

Artikel über eine schöne Initiative am Pont du Bessières (en français): http://www.bonnenouvelle.ch/bn2/index.php/k2/categories/item/651-veillee-sur-le-pont-bessieres

Worterklärungen:

  • Freitod m. – Suizid
  • freiwillig – ich mache etwas, weil ich es möchte
  • Verkehrsunfall m. – Wenn man von einem Auto angefahren wird, hat man einen …
  • sprachlos – wir haben keine Worte für etwas
  • erschrecken – es macht Angst
  • unerwartet – man hat es nicht kommen sehen
  • Schwäche f. ≠ Stärke
  • Ratschlag m. – ein Tipp, wie man ein Problem lösen kann
  • sich zusammenreissen – weitermachen und die eigenen Probleme nicht so wichtig nehmen
  • im Griff haben – unter Kontrolle haben
  • Geländer n. – Barriere
  • entfernen – wegnehmen
  • unbezahlbar – sehr wertvoll; man kann es mit Geld nicht bezahlen

, , , , , , ,

Leave a comment

Lern-Motiviert durch die Weihnachtszeit – 5 kreative Tipps

Foto: Adelina Horn, flickr

Foto: Adelina Horn, flickr

Es ist wieder soweit: das Jahr geht zu Ende, Weihnachten steht vor der Tür.

Sind Sie der pragmatische Typ, der am 24. noch schnell die Geschenke kauft? Oder sind Sie ein echter Weihnachts-Fan und schon im August ungeduldig, wann es endlich wieder Lebkuchen zu kaufen gibt?

Vielleicht haben Sie sich über die Feiertage Urlaub genommen und freuen sich auf entspannte Tage „zwischen den Jahren“. Vielleicht arbeiten Sie aber auch gerade in dieser Zeit gerne, weil es im Büro dann ruhiger ist.

So oder so: die Weihnachtszeit ist eine besondere Zeit. Alles scheint etwas langsamer zu laufen, denn alle wissen, dass dieses Jahr fast vorbei ist. Ein idealer Moment, um sich mal wieder Zeit zu nehmen für das ein oder andere persönliche Projekt, das im Alltag meistens zu kurz kommt – z.B. das Deutschlernen!

Hier sind fünf Tipps, wie Sie die langen Abende und die weihnachtliche Stimmung nutzen, um ganz entspannt Ihre Deutschkenntnisse zu verbessern:

1. Besuchen Sie einen Weihnachtsmarkt, z.B. den Zürcher Christkindlimarkt im Hauptbahnhof,  oder den Weihnachtsmarkt im illuminierten „Lenzerheidner Zauberwald“ in Graubünden. Bei einem Glas Glühwein kommen Sie schnell ins Gespräch mit anderen Besuchern – auf Deutsch!

2. Machen Sie Ihr liebstes Hobby doch einfach mal auf Deutsch: im Internet finden Sie z.B. Tutorials für Gitarre, Klavier oder andere Instrumente, Rezepte für das 3-Gang Weihnachtsmenü, oder ein DIY Projekt für ein originelles Weihnachtsgeschenk

3. Hören Sie deutsche Weihnachtslieder (und lesen Sie die Texte dazu)

4. (Ski-)Ferien gehören für Sie zur Weihnachtszeit dazu? Buchen Sie Ihre Reise in die Deutschschweiz oder nach Österreich – und plaudern Sie beim Après Ski mit Ihren Tischnachbarn auf Deutsch!

5. Sie träumen von einer grossen Party zu Silvester? In Berlin, Zürich oder Wien kommen Sie mit ganz viel Schwung ins Neue Jahr!

 ***

Besinnliche Weihnachten und guten Rutsch wünscht das Team von Espace Allemand!

***

Worterklärungen:

  • ungeduldig – Wann ist denn endlich Feierabend? Ich kann es kaum erwarten, aus dem Büro raus zu kommen!
  • Lebkuchen m. – traditionelles Weihnachtsgebäck
  • über die Feiertage – während der Feiertage
  • Urlaub m. – Ferien
  • Stimmung f. – Atmosphäre
  • entspannt – relaxt
  • Tischnachbar m. – jemand, der neben einem sitzt

, , , , , , , , ,

Leave a comment