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Grundeinkommen – Geld ohne Arbeit?

Schweizer FrankenAm kommenden Sonntag ist es soweit: die Schweizer stimmen ab über das Grundeinkommen. Wahrscheinlich mit „Nein“ – denn die Skepsis ist gross.

Denn wir fragen uns ängstlich: „Wenn jeder 2500 Franken im Monat vom Staat bekäme, würde keiner mehr arbeiten gehen, oder? Was würde dann aus unserem schönen Land werden?“

Jeder würde nur noch machen, was er will… Die Büros blieben leer. Die Regale bei der Migros auch. Züge würden keine mehr fahren. Das CHUV, die Schulen – geschlossen?!

Jeder würde nur noch machen, was er will… Aber was wollen denn die meisten Menschen? Arbeiten!

Eine Umfrage von DemoSCOPE zeigt, dass nur 2% der befragten 1076 Personen aufhören würden zu arbeiten, wenn sie ein Grundeinkommen bekämen.

Wozu gibt es dann überhaupt die Debatte über ein Grundeinkommen?

Initiator Daniel Häni glaubt, dass die Menschen kreativer und produktiver werden, wenn sie nicht arbeiten müssen, sondern können.

Laut Häni gibt das Grundeinkommen den Menschen die Freiheit, das zu arbeiten, was sie gerne tun. Es fördert ihre Selbstbestimmung und Eigenverantwortung:

54% würden sich weiterbilden

53% nähmen sich mehr Zeit für die Familie

22% würden sich selbständig machen

35% würden nachhaltiger konsumieren

Egal, wie die Abstimmung nächsten Sonntag ausgeht – die Idee eines Grundeinkommens bleibt aktuell, in der Schweiz und in vielen anderen europäischen Ländern, z.B. in den Niederlanden und Finnland.

Was halten Sie von der Idee eines Grundeinkommens? Verrückt? Genial? Absurd? Diskutieren Sie in der nächsten Deutschstunde oder schreiben Sie uns einen Kommentar!

Worterklärungen:

  • würde + Infinitiv = Konj. II
  • bekäme – Konj. II von bekommen
  • blieben – Konj. II von bleiben
  • Umfrage f. – man fragt viele Menschen zu einem bestimmten Thema
  • Selbstbestimmung f. – man kann frei entscheiden, was man tun möchte
  • Eigenverantwortung f. – Was ich mit meinem Leben mache, liegt in meiner Hand. Ich entscheide, und ich trage die Konsequenzen.
  • nähmen – Konj. II von nehmen
  • nachhaltig konsumieren – Produkte kaufen, die z.B. lange halten, die man recyclen kann oder die umweltfreundlich produziert sind.
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Safari durch die Stadt – Ein Plädoyer für das Flanieren

Dank Smartphone brauchen wir heute keine Angst mehr zu haben, uns in einer fremden Stadt oder einem unbekannten Stadtteil zu verlaufen. Mit GPS und Navi wissen wir auf einen Blick, wo wir sind. Wenn wir irgendwo hin wollen, finden wir die Adresse sofort. Das ist gut – aber es ist auch ein bisschen schade.

Denn so geht uns die Spontanität verloren. Wir verpassen die kleinen Abenteuer des Alltags, wenn wir fremdes Terrain betreten. Wir brauchen niemanden mehr nach dem Weg zu fragen. Wir entdecken nicht mehr zufällig den kleinen Plattenladen, die gemütliche Pizzeria, die romantische Bank neben einem Brunnen. Wir gehen nur noch gezielt von A nach B, um keine Zeit zu verlieren auf dem Weg zu unserem Termin.

Nutzen wir doch die schönen warmen Frühlingstage, um unsere täglichen Wege einmal anders zu gehen – oder ganz neue Wege zu betreten. Lernen wir (wieder) das Flanieren!

Hier sind fünf Tipps, wie Sie beim Flanieren Ihre Stadt neu entdecken können – und dabei auch mehr Zeit für sich selbst gewinnen:

1. Schalten Sie das Smartphone in den Flugmodus. Jetzt! Für mindestens eine Stunde.

2. Setzen sie sich in den Bus (die Metro) und fahren Sie drei (fünf, sieben…) Stationen in die andere Richtung als Sie es normalerweise tun. Erkunden Sie die Gegend: Ist es dort grün oder gibt es viel Beton? Große oder kleine Straßen? Welche Leute wohnen dort (Familien, Studenten…)? Sie können auch ein “Entdecker-Tagebuch” führen und ihre Beobachtungen aus verschiedenen Stadtvierteln notieren.

3. Sprechen Sie Passanten an, um mehr über das Quartier zu erfahren. Fragen Sie nach der nächsten Metrostation, einem guten Café, einem Blumenladen…

4. Setzen Sie sich auf eine Bank (einen Brunnen, eineTreppe) und schauen Sie für zehn (fünfzehn, zwanzig…) Minuten dem Leben auf der Straße zu. Beobachten Sie einfach, oder machen Sie sich Notizen in Ihr Tagebuch.

5. Flanieren Sie doch auch mal auf deutsch, z.B. in Bern oder Basel. Fragen Sie auch hier Passanten nach dem Weg oder einem Tipp für ein Restaurant – und machen Sie sich Ihre Notizen auf deutsch! Das macht das Abenteuer gleich noch etwas „exotischer“, und ganz nebenbei haben Sie etwas für Ihre Sprachkenntnisse getan.

Und wenn Sie Ihr Smartphone doch lieber eingeschaltet lassen: Inzwischen gibt es auch Apps, die Sie beim Flanieren begleiten und kreative Optionen geben für Ihre individuelle Entdeckungstour, z.B. Dérive (Englisch/Französisch) oder Drift (Englisch).

Worterklärungen:

unbekannt – man kennt es nicht

Stadtteil m. – Quartier, Stadtviertel

verlaufen – Ich weiss nicht mehr, wo ich bin. Ich habe mich verlaufen.

Navi n. – ugs. Navigations-App

etwas geht uns verloren – wir verlieren etwas, wir haben es nicht mehr

betreten – gehen

entdecken – etwas finden, was man noch nicht kennt

erkunden – genau anschauen

Tagebuch n. – Journal

Beobachtung f. – das, was ich gesehen habe

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Ist der Freitod wirklich freiwillig?

Foto: Paxson Woelber, flickr CC

Foto: Paxson Woelber, flickr CC

Hätten Sie das gewusst? In der Schweiz sterben jedes Jahr dreimal mehr Menschen durch Suizid als durch Verkehrsunfälle (ca. 1000 Personen p.a.). Trotzdem bleibt Suizid ein Tabuthema. Daran wird auch der Tod des Sterne-Gastronomen Benoît Violier nichts ändern.

Ein Suizid macht uns sprachlos. Der Gedanke daran erschreckt uns. Wir fragen uns wieder und wieder nach dem “Warum” – und finden keine Antwort.

Oft trifft ein Suizid Familie und Freunde völlig unerwartet. Psychische Probleme und Depressionen sind noch immer nicht „salonfähig“. Menschen sprechen lieber nicht darüber, denn sie wollen keine Schwäche zeigen.

Wenn sie es doch tun, hören sie oft Ratschläge wie: „Reiss dich zusammen! Es geht dir doch so gut im Leben! Denk an die armen Textilarbeiter in Bangladesh – die haben echte Probleme!“

Gewiss ist es sinnvoll, seine Perspektive einmal zu relativieren und sich selbst nicht so wichtig zu nehmen. Aber wenn man an einer Depression erkrankt ist, nützen solche Ratschläge meist wenig. Die Depression hat den Menschen im Griff. Es ist schwierig, sich alleine daraus zu befreien.

Im schlimmsten Fall endet eine depressive Phase dann in einem Suizid. Aber was können wir dagegen tun? Wie können wir wirklich helfen? Mit relativ einfachen Mitteln, z.B.:

Brücken sichern mit Netzen oder speziellen Geländern, wie am Pont du Bessières in Lausanne. Alle Armeewaffen aus Privathaushalten entfernen. Und vor allem: generell mehr aufeinander schauen.

In unserer Familie, bei unseren Freunden. Aber auch bei unseren Kollegen und Nachbarn. Und bei dem Fremden, den wir zufällig auf der Strasse treffen und das Gefühl haben, es geht ihm nicht gut. Ein freundliches Wort, ein echtes Interesse an meinem Mitmenschen kostet nichts. Es kann aber in einem bestimmten Moment unbezahlbar sein.

Artikel über eine schöne Initiative am Pont du Bessières (en français): http://www.bonnenouvelle.ch/bn2/index.php/k2/categories/item/651-veillee-sur-le-pont-bessieres

Worterklärungen:

  • Freitod m. – Suizid
  • freiwillig – ich mache etwas, weil ich es möchte
  • Verkehrsunfall m. – Wenn man von einem Auto angefahren wird, hat man einen …
  • sprachlos – wir haben keine Worte für etwas
  • erschrecken – es macht Angst
  • unerwartet – man hat es nicht kommen sehen
  • Schwäche f. ≠ Stärke
  • Ratschlag m. – ein Tipp, wie man ein Problem lösen kann
  • sich zusammenreissen – weitermachen und die eigenen Probleme nicht so wichtig nehmen
  • im Griff haben – unter Kontrolle haben
  • Geländer n. – Barriere
  • entfernen – wegnehmen
  • unbezahlbar – sehr wertvoll; man kann es mit Geld nicht bezahlen

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Lern-Motiviert durch die Weihnachtszeit – 5 kreative Tipps

Foto: Adelina Horn, flickr

Foto: Adelina Horn, flickr

Es ist wieder soweit: das Jahr geht zu Ende, Weihnachten steht vor der Tür.

Sind Sie der pragmatische Typ, der am 24. noch schnell die Geschenke kauft? Oder sind Sie ein echter Weihnachts-Fan und schon im August ungeduldig, wann es endlich wieder Lebkuchen zu kaufen gibt?

Vielleicht haben Sie sich über die Feiertage Urlaub genommen und freuen sich auf entspannte Tage „zwischen den Jahren“. Vielleicht arbeiten Sie aber auch gerade in dieser Zeit gerne, weil es im Büro dann ruhiger ist.

So oder so: die Weihnachtszeit ist eine besondere Zeit. Alles scheint etwas langsamer zu laufen, denn alle wissen, dass dieses Jahr fast vorbei ist. Ein idealer Moment, um sich mal wieder Zeit zu nehmen für das ein oder andere persönliche Projekt, das im Alltag meistens zu kurz kommt – z.B. das Deutschlernen!

Hier sind fünf Tipps, wie Sie die langen Abende und die weihnachtliche Stimmung nutzen, um ganz entspannt Ihre Deutschkenntnisse zu verbessern:

1. Besuchen Sie einen Weihnachtsmarkt, z.B. den Zürcher Christkindlimarkt im Hauptbahnhof,  oder den Weihnachtsmarkt im illuminierten „Lenzerheidner Zauberwald“ in Graubünden. Bei einem Glas Glühwein kommen Sie schnell ins Gespräch mit anderen Besuchern – auf Deutsch!

2. Machen Sie Ihr liebstes Hobby doch einfach mal auf Deutsch: im Internet finden Sie z.B. Tutorials für Gitarre, Klavier oder andere Instrumente, Rezepte für das 3-Gang Weihnachtsmenü, oder ein DIY Projekt für ein originelles Weihnachtsgeschenk

3. Hören Sie deutsche Weihnachtslieder (und lesen Sie die Texte dazu)

4. (Ski-)Ferien gehören für Sie zur Weihnachtszeit dazu? Buchen Sie Ihre Reise in die Deutschschweiz oder nach Österreich – und plaudern Sie beim Après Ski mit Ihren Tischnachbarn auf Deutsch!

5. Sie träumen von einer grossen Party zu Silvester? In Berlin, Zürich oder Wien kommen Sie mit ganz viel Schwung ins Neue Jahr!

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Besinnliche Weihnachten und guten Rutsch wünscht das Team von Espace Allemand!

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Worterklärungen:

  • ungeduldig – Wann ist denn endlich Feierabend? Ich kann es kaum erwarten, aus dem Büro raus zu kommen!
  • Lebkuchen m. – traditionelles Weihnachtsgebäck
  • über die Feiertage – während der Feiertage
  • Urlaub m. – Ferien
  • Stimmung f. – Atmosphäre
  • entspannt – relaxt
  • Tischnachbar m. – jemand, der neben einem sitzt

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Mehr Zeit für mich – 5 Tipps

Zeit für mich

Internet, iPhone & Co. haben unser Leben revolutioniert. Aber haben Sie uns mehr Zeit geschenkt?

Denn spätestens seit es Smartphones gibt, verbringen wir fast jede freie Minute im Internet. Wenn wir nicht online sind, haben wir Angst, etwas zu verpassen.

Wir sind permanent im Stress. Obwohl der Tag nach wie vor “nur” 24 Stunden hat, leben wir so, als hätte er 28. Immer haben wir das Gefühl, nicht produktiv genug zu sein.

Also machen wir den ganzen Tag Multitasking: Beim Essen lesen wir online die Nachrichten. Im Zug checken wir unsere Mails. In der Mittagspause treffen wir uns mit Kollegen, um eine neue Strategie zu besprechen.

Aber während wir so viele Aktivitäten parallel tun, bleibt uns zu wenig Zeit für uns selbst und für andere.

Hier sind fünf Inspirationen, wie Sie im Alltag mehr Zeit für sich gewinnen können:

1. Nehmen Sie sich Zeit für eine kleine Meditation (am Morgen, in der Mittagspause, am Abend…). Und wenn Sie sich jetzt fragen: Meditieren – wie geht denn das? Ganz einfach: Setzen Sie sich entspannt auf ein Kissen oder auf einen Stuhl und schauen Sie das Video unten.

2. Nehmen Sie sich Zeit zum Essen. Auch eine Tasse Tee oder Kaffee bewusst zu trinken ist entspannend und gibt uns neue Energie.

3. Nehmen Sie sich Zeit für Freunde (Ihren Partner, Ihre Kinder…). Lassen Sie Ihr Smartphone in der Tasche, wenn Sie sich mit Freunden treffen. Stellen Sie es auf lautlos. Wenn Sie 100% für Ihre Freunde da sind, erleben Sie die Zeit zusammen viel intensiver.

4. Nehmen Sie sich Zeit für Sport. Joggen, Velo fahren oder Yoga: Wenn Sie Ihrem Körper etwas Gutes tun, bleiben Sie auch geistig fit. Sie haben mehr Energie, mehr Kreativität und arbeiten produktiver.

5. Nehmen Sie sich Zeit für etwas, das Sie gerne tun: Sudokus lösen, Tetris spielen, ein Aquarell malen: Wenn Sie etwas tun, das Ihnen Freude macht, sind Sie im “Flow”. Das ist so effektiv und entspannend wie eine Meditation. Profitieren Sie davon!

Worterklärungen:

  • verbringen – Tom arbeitet in der IT-Abteilung von Nestlé. Er verbringt auf der Arbeit sehr viel Zeit am Computer.
  • verpassen – Elena hat heute morgen den Bus verpasst. Sie kam zwanzig Minuten zu spät zur Arbeit.
  • hätte – Konjunktiv II von haben
  • gewinnen – Letzte Woche habe ich Lotto gespielt. Ich habe zwanzig Franken gewonnen!
  • entspannt – relaxt
  • bewusst – Fokussiert sein auf das, was man aktuell tut.
  • lautlos – Das Telefon klingelt, aber man hört nichts.

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Buch oder Ebook – Wie lesen wir am liebsten?

buch vs. ebook

Foto: Maria Elena, flickr

Ich bin kein Digital Native – dafür bin ich zu alt. Trotzdem habe ich ein Smartphone und möchte auf mein iPad nicht mehr verzichten. Nachrichten lese ich online, Filme leihe ich per Streaming aus, meine Musiksammlung ist digitalisiert. Ich mag unsere schöne neue digitale Welt.

Aber in einem Punkt bin ich hoffnungslos altmodisch: Ich liebe Bücher. Ich liebe den Geruch von Papier. Das leise Rascheln, wenn man die Seiten umblättert.

Ebooks haben es bei mir nicht leicht. Meistens lese ich nur wenige Seiten, und dann verstauben die Ebooks im digitalen Bücherregal.

Was haben Bücher, was Ebooks nicht haben? 

Auf dem Papier können meine Augen entspannen. Das lange Lesen auf dem Bildschirm finde ich ermüdend. Ebooks sind nicht so schön gestaltet wie die Printversion. Sie kosten oft fast das gleiche wie ein “richtiges” Buch aus Papier. Aber ein Buch kann man verleihen, verschenken oder wieder verkaufen – mit einem Ebook funktioniert das nicht.

Ebooks haben natürlich auch positive Seiten:

Eine ganze Bibliothek passt in einen kleinen Ebook-Reader oder in eine App. Das ist interessant für Leseratten, die sehr viel lesen und für Menschen, die viel unterwegs sind. Man muss nur aufpassen, dass die Batterie nicht gerade dann leer ist, wenn man am Strand liegt und der Krimi ins Finale geht…

Wie auch bei Musik und Film gibt es heute immer mehr Streamingdienste für Ebooks, z.B. Skoobe, Readyfy und amazon. Das Angebot ist aber noch limitiert und die Autoren verdienen nur wenig Geld damit.

In den USA greifen ca. 25 % der Leser zum Ebook, in der Schweiz sind es nur 8 %. Das wird sich in Zukunft wahrscheinlich ändern. Doch im Moment sind Buchhandlungen noch sehr beliebt: Payot hat gerade in Genf eine neue Filiale eröffnet – auf 1800 qm!

Sind Sie ein Bücherwurm? Oder ein Lesemuffel? Wie lesen Sie? Digital oder auf Papier? Glauben Sie, dass wir in Zukunft anders lesen als heute (nur noch digital, Bücher-Streaming…)? Diskutieren Sie in der Deutschstunde oder schreiben Sie uns auch gerne einen Kommentar!

 

Worterklärungen:

  • verzichten – etwas nicht haben wollen / etwas nicht haben können
  • per = via
  • Sammlung f. – Kollektion
  • hoffnungslos – Es ist hoffnungslos. Es wird sich nicht ändern.
  • altmodisch – nostalgisch
  • Geruch m. – Was ist das für ein Geruch? Hast du Kaffee gekocht?? Kann ich eine Tasse haben?
  • Rascheln n. – Der Herbst ist da. Die Blätter fallen von den Bäumen. Kinder springen durch die bunten Blätterhaufen – das raschelt so schön!
  • verstauben – Wenn man nicht putzt, verstauben die Dinge in der Wohnung.
  • entspannen – relaxen
  • Bildschirm m. – Ein Computer hat eine Tastatur, eine Maus und einen Bildschirm.
  • gestalten – designen
  • unterwegs – nicht zu Hause
  • Bücherwurm m. – Jemand, der viel liest.
  • Lesemuffel m. – Jemand, der gar nicht gerne liest.

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“Zehn Leinwände unter den Sternen” (Redewendungen II)

…”zehn Leinwände unter den Sternen”? Was bedeutet denn das? Haben Sie das schon auf Französisch übersetzt? Sie werden es sofort verstehen, wenn Sie das Programm von Lausanne Estivale kennen… Auf Deutsch klingt diese Übersetzung schrecklich. Es ist oft der Fall, dass man Redewendungen nicht übersetzten kann. Manchmal klingen sie lustig, manchmal komplett absurd. Aber manchmal passen wörtliche Übersetzungen von Redewendungen aber wie die Faust auf’s Auge (venir comme le poing sur l’oeil  = venir comme un cheveu sur la soupe).

Die Open-Air-Projektionen im Park von Mon-Repos sind meine persönlichen Lieblingsprogrammpunkte von Lausanne Estivale. Die Filme beginnen im August um 21.30 Uhr. Es ist nicht nötig sich besonders zu stylen, denn in der Nacht sind alle Katzen grau (la nuit tous le chats sont gris).

Und wenn es regnet, dann ist das doch nicht die Welt (ce n’est pas la mer à boire)! Der Film wird dann einfach im Kino “Zinéma” gezeigt.
Aber Achtung: Vorsicht ist die Mutter der Porzelankiste (prudence est la mère de la sûreté), besser zu früh kommen als zu spät um einen guten Platz zu bekommen. Und noch ein Tipp: nehmen Sie eine kleine Iso-Matte mit. Denn vorsorgen ist besser als heilen (mieux vaut prévenir que guérir). Eine Antibiotikakur wegen einer Blasenentzündung (cystite) ist nicht so toll.

Obwohl bekanntlich Geld nicht stinkt (l’argent n’a pas d’odeur), freue ich mich, dass die Vorführungen gratis sind. So bleibt noch etwas übrig um ein Eis zu kaufen oder ein Getränk.

Der Film vom 29.8. heisst “Feuer und Flamme” und ist auf Schweizerdeutsch. Das ist eine gute Gelegenheit für alle Schweizerdeutsch-Lerner und -Liebhaber unsere Dialekte zu hören, sich dabei gut zu unterhalten und noch etwas über die Giesserei-Kunst aus St. Gallen zu erfahren. Man muss das Eisen schmieden, solange es heiss ist (il faut battre le fer tant qu’il est chaud): Nehmen Sie also jetzt gleich Ihre Agenda und schreiben Sie den Termin hinein!

Waren Sie noch nie an einer Vorführung von “dix toiles sous les étoiles” im Park Mon-Repos? Sind Sie noch nicht sicher, ob es Ihnen gefallen wird? Dann würde ich zum Schluss noch sagen: probieren geht über studieren (expérience passe sience)!

Waren Sie dieses Jahr schon im Open-Air-Kino? Was haben Sie gesehen? Wie hat Ihnen der Film und die Erfahrung, draussen zu sein, gefallen?

 

 

 

 

 

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Objectif Gare – Kunst am Lausanner Bahnhof

Lausanne ist bekannt für ambitionierte architektonische Projekte: das Quartier Flon, das Rolex Learning Center der EPFL – und der Pôle muséal auf dem früheren Terrain der SBB neben dem  Lausanner Bahnhof.

Drei der wichtigsten Lausanner Museen sollen dort ab 2018 eine neue Heimat finden: das Musée Cantonal des Beaux-Arts (mcb-a), das Mudac und das Elysée. Fotografie, Design und Bildende Kunst direkt nebeneinander – das klingt spannend.

Natürlich gibt es verschiedene Meinungen zur geplanten Transformation des SBB-Geländes. Der Entwurf des Estudio Barozzi Veiga aus Barcelona für das neue mcb-a mit dem riesigen minimalistischen Kubus gefällt sicher nicht jedem – aber er ist in jedem Fall sehenswert.

2018… Das ist noch lange hin! Zum Glück müssen wir aber nicht so lange warten: Vom 5. bis 14. Juni präsentiert der Pôle muséal ein Kunstevent, bei dem für jeden etwas dabei ist – selbst wenn man sich nicht so sehr für Kunst interessiert.

Denn Objectif Gare bietet neben Ausstellungen und Performances auch Konzerte, Afterworkpartys und Filmabende. Dazu gibt es leckeres Essen von regional bis indisch.

Hier sind fünf Gründe, warum wir Objectif Gare nicht verpassen sollten:

1. Die Hallen des früheren Lokomotivendepots mit ihrer zickzackförmigen Dachkonstruktion sind sehenswert – nicht nur für SBB-Nostalgiker.

2. Paléo, Montreux Jazz, Electrosanne…: Jeden Abend von 18 bis 21 Uhr gibt es Musik im Stil eines der vielen Festivals der Region.

3. Sie würden gerne selbst etwas Künstlerisches machen, aber finden im Alltag keine Zeit? Melden Sie sich für einen der Workshops an z.B. für Portraitzeichnen (inscriptions at objectifgare.ch).

4. Wie wäre es nächsten Sonntag mit einem Brunch im Pôle muséal? Danach gibt es ein Jazzkonzert von Studenten der HEMU.

5. Alle Veranstaltungen sind kostenlos!

Und wenn Sie jetzt trotzdem sagen „Das ist nichts für mich!“: Die Ausstellung ist an verschiedenen Orten auch im öffentlichen Raum Lausannes präsent – Sie werden um Objectif Gare einfach nicht herumkommen! 🙂

Worterklärungen:

  • Heimat f. – dort ist man zuhause
  • spannend – aufregend, nicht monoton
  • verschieden – nicht gleich
  • Gelände n. – Terrain
  • Entwurf m. – Konzeption
  • sehenswert – Die Ausstellung im Musée d’Art Brut ist echt sehenswert. Du solltest sie dir unbedingt anschauen.
  • das ist noch lange hin = das dauert noch lange
  • verpassen – Heute morgen habe ich den Bus verpasst. Ich kam eine Viertelstunde zu spät ins Büro. Das Meeting hatte schon begonnen. Mein Chef war ziemlich sauer!
  • Veranstaltung f. – Event
  • um etwas herumkommen – etwas vermeiden

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Braucht die Schweiz eine neue Landeshymne?

Gibt es schon bald einen neuen „Schweizerpsalm“? Im Internet können Sie noch bis zum 15. Mai Ihren Favoriten aus sechs Optionen wählen. Nein, das ist kein Aprilscherz!

Die Nationalhymne sei nicht mehr zeitgemäss, sagt die „Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft (SGG)“. Dabei ist der „Schweizerpsalm“ von 1841 erst seit 1981 definitiv die offizielle Hymne der Schweiz.

Die Schweizer konnten sich lange nicht entscheiden, ob sie den „Psalm“ wirklich als Nationalhymne wollen. Vielleicht wird auch deswegen nach einer Alternative gesucht.

Die Landeshymne ist Teil unserer nationalen Identität. Sie ist auch Teil der Tradition, Kultur und Geschichte des Landes. Der „Schweizerpsalm“ wurde in einer Zeit komponiert, als nationale Einheit ein Wunschtraum vieler Bürger war.

Einheit ist auch heute nicht selbstverständlich, denn wir leben in einer multikulturellen, pluralistischen Gesellschaft. Der Zeitgeist unserer Nation hat sich verändert. Aber müssen wir deshalb unsere Geschichte umschreiben? Sollen wir unsere Traditionen, unsere Kultur über Bord werfen?

Der „Schweizerpsalm“ ist religiös und poetisch. Seine Themen sind die Schönheit der Schweizer Natur, die Suche nach Gott und der Wunsch nach Freiheit und Einheit der Schweizer Nation. Man könnte auch sagen: Diese Themen sind zeitlos.

Gut, die Sprache des „Schweizerpsalms“ ist altmodisch. Trotzdem spricht sie auch zu den Menschen von heute. Roger Federer z.B. ist immer wieder berührt, wenn die Landeshymne gespielt wird, siehe Video.

Was meinen Sie? Ist es Zeit für eine neue Nationalhymne für die Schweiz? Oder finden Sie den „Schweizerpsalm“ gut, wie er ist? Diskutieren Sie in der Deutschstunde oder schreiben Sie uns auch gerne einen Kommentar.

Worterklärungen:

  • Aprilscherz m. – eine falsche Nachricht zum 1. April
  • sei – Konjunktiv von sein
  • zeitgemäss – in die heutige Zeit passend
  • wurden…gesungen – Passiv Präteritum von singen
  • Wunschtraum m. – Ich wünsche mir, dass die Schweiz 2018 Fussballweltmeister wird. Ich träume davon!
  • Bürger m. – Ein Schweizer Staatsbürger ist jemand, der die Schweizer Nationalität hat.
  • selbstverständlich – man muss nicht darüber diskutieren
  • Zeitgeist m. – so, wie man aktuell lebt und die Welt sieht
  • über Bord werfen – nicht mehr haben wollen
  • zeitlos- immer aktuell
  • altmodisch – nicht mehr in Mode

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Das war 2014 – ein (etwas anderer) Jahresrückblick

FeuerwerkHaben Sie sich auch schon gute Vorsätze überlegt für das Neue Jahr? Moment mal… es sind ja genau die gleichen wie letztes Silvester!

Einer meiner Vorsätze für nächstes Jahr ist es, Spanisch zu lernen. Besuche ich dafür einen Kurs in einer Sprachschule? Oder ist ein Online-Sprachkurs für mich das richtige? Optimal wäre es natürlich, die Sprache dort zu lernen, wo sie gesprochen wird.

Genau das tun viele Migranten, die in die Schweiz zum Arbeiten kommen. Doch Anfang Februar beschloss die Schweiz ein Limit bei der Zuwanderung. Es ist nun nicht mehr so einfach, als EU-Europäer in der Schweiz zu leben und zu arbeiten.

Dabei setzt die Deutschschweiz auf internationalen Wettbewerb: das Frühfranzösisch ist in einigen Kantonen schon abgeschafft. Stattdessen steht Englisch in der Primarschule auf dem Lehrplan. Einige finden das gut, andere finden es nicht gut. Aber solange Romands und Deutschschweizer miteinander diskutieren, ist alles im grünen Bereich – selbst wenn sie es auf Englisch tun!

Der Zeitgeist von heute ist schnell, vernetzt, immer erreichbar. Smartphone und Tablet waren gestern. Die Zukunft heisst Smart Watch, sagen Firmen wie Apple. Wir fragen uns: Brauchen wir das wirklich? Die Schweizer Uhrenindustrie bleibt gelassen. Denn „echte“ Uhren sind zeitlos.

Die Hälfte der börsenkotierten Schweizer Firmen sind Familienunternehmen. Sie sind essentiell für die Wirtschaft des Landes. Ihre grösste Herausforderung ist es, gute Nachfolger zu finden für ihre Direktionsetagen. Die geplante Frauenquote von 30% wird ihre Suche nicht leichter machen…

Habe ich Freude an meiner Arbeit? Oder will ich im Neuen Jahr eine andere Stelle suchen? Welche Ziele habe ich, welche Prioritäten? Was erwarte ich vom Leben? Viele Fragen, viele Optionen. Aber wir haben die Wahl: Ein glückliches, erfülltes Leben ist vor allem eine persönliche Entscheidung. Wenn ich will, dann kann ich auch. Zum Beispiel zufrieden sein mit dem, was ich bin und was ich habe.

Was waren Ihre persönlichen Highlights 2014? Was hat Sie inspiriert, was hat Sie bewegt? Diskutieren Sie in der nächsten Deutschstunde oder schreiben Sie uns. Wir freuen uns auf Ihren Kommentar!

Worterklärungen:

  • Jahresrückblick m. – Retrospektive
  • Vorsatz m. – Nächstes Jahr will ich mehr Sport treiben und Spanisch lernen.
  • beschliessen, beschloss – Das Parlament beschliesst ein neues Gesetz.
  • auf etwas setzen – Beim Roulette setze ich auf Rot. Ich glaube, dass Rot gewinnt.
  • internationaler Wettbewerb – Firmen auf der ganzen Welt konkurrieren miteinander.
  • abschaffen – eliminieren
  • Lehrplan m. – das, was die Kinder in der Schule lernen sollen
  • vernetzt – Durch das Internet sind wir global vernetzt.
  • erreichbar sein – Auf meinem Handy kann man mich immer überall anrufen.
  • gelassen – nicht gestresst
  • Hälfte f. – 50 %
  • Herausforderung f. – Ich will eine neue Sprache lernen. Das ist eine grosse Herausforderung.
  • Nachfolger m. – Jemand, der den Job macht, wenn ich ihn nicht mehr mache.
  • erfüllt – Mein Leben ist voller Dinge, Aktivitäten und Menschen, die mich glücklich machen. Mein Leben ist erfüllt.
  • zufrieden – Ich bin zufrieden mit dem, was ich habe. Ich will nichts anderes.

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