Archive for category Familie

Schöne Wörter

Haben Sie ein Lieblingswort?

Meine Lieblingswörter auf Schweizerdeutsch und Französisch sind

“Chrüsimüsi” und “loufoque”.

Chrüsimüsi tönt genau so wie seine Bedeutung: Durcheinander. Aber es tönt klein, süss  (mit “i” und “ü”) und nicht so bedrohlich und kalt (mit “u” und “ch”) wie seine deutsche Übersetzung.

“Loufoque” tönt für mich überhaupt nicht wie “verrückt” sondern eher wie “leicht”. Etwas aus Watte und Schaum wäre für mich “loufoque”. Trotzdem oder genau deshalb ist es auch mein Lieblingswort. Nicht alles ist so, wie es scheint!

Mein absolutes Lieblingsspiel ist das “Wörterbuch-Spiel”.

Das geht so: man nimmt ein Wörterbuch in einer Sprache, die alle gut oder weniger gut sprechen, das ist egal. Ein Spieler sucht ein Wort aus, das niemand kennt. Alle anderen Spieler müssen nun die Bedeutung des Wortes erklären, so wie sie im Wörterbuch stehen würde.

Nehmen wir das Wort “hantig”. Niemand weiss, was es bedeutet, aber Spieler 1 sagt: “hantig” kommt von Hand und bedeutet, etwas passt in eine Hand. Zum Beispiel ein hantiger Koffer.

Spieler 2 meint: “hantig” kommt aus dem Englischen und man benutzt es für Tiere, die man jagen darft. Die Rehe sind im Herbst hantig, wir dürfen sie dann jagen.

Spieler 3 behauptet: “hantig” ist kein Adjektiv, wie viele meinen, sondern ein Nomen! Der Hantig. Es ist eine Kreatur, die es nur in Finnland gibt. Der Hantig ist sehr gefährlich, weil er sehr wild ist und lange Zähne hat.

Ende der Runde: Der Spieler mit dem Wörterbuch liest die richtige Bedeutung vor: “hantig” ist ein Adjektiv und bedeutet “scharf”, “bitter” oder “zänkisch”, “unwillig”. Es wird in Österreich und Bayern benützt.

Derjenige, der die beste Erklärung gesagt hat oder  der Spieler, der die richtige Bedeutung erraten hat, hat die Runde gewonnen und darf ein neues Wort aussuchen.

Welches sind Ihre Lieblingswörter? Schreiben Sie mir einen Kommentar!

Und welches Spiel mit Wörter spielen Sie gerne?

 

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Le gout de la mémoire

Am Sonntag besuchte ich die Ausstellung und Filmvorführung der Künstlerin, Katerina Samara, in Sion.

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Katerina Samara hat für ihre Masterarbeit an der “Ecole Cantonale d’Art du Valais (ECAV)” den Preis der Stadt Siders gewonnen. 2015/2016 konnte sie dank der Unterstützung der Fondation BEA (für junge Künstler) im “Atelier Tremplin” der “Ferme Asile” in Sion arbeiten.

Der Titel ihres aktuellen Projekts lautet: “le gout de la mémoire”. Die Übersetzung auf Deutsch ist sehr schwierig, denn “mémoire” hat mindestens zwei Bedeutungen. Ich beschreibe deshalb lieber, worum es geht.

Im Kunstzentrum “Ferme Asile” in Sion kann man die Ausstellung sehen. Es gibt Bilder (Familienfotos), Stickereien und Installationen. In ihren Installationen verbindet Katerina Samara – mit farbigen Fäden – den Geschmack an die Erinnerungen und Familiengeschichten.Katerina Samara

Am Sonntag zeigte Katerina zuerst einen Film. Im Film ging es um eine griechische Familie, die aus Istanbul vertrieben wird – und um Essen.
Nach dem Film hat die Künstlerin zusammen mit ihrer Mutter und ihrer Schwester ein griechisches Festessen zubereitet. 40 Personen sassen an einem langen Tisch und probierten viele verschiedenen griechische Speisen.

Mir ist an diesem Tag bewusst geworden, wie stark der Geschmackssinn mit dem Gedächtnis verbunden ist. Man möchte ja oft die Lernenden in Kategorien einteilen: den visuellen Typ, den auditiven Typ, etc. Wenn es diese Kategorien geben würde, wäre ich ein Geruch-/Geschmackstyp. Gerüche und Geschmäcker können mich ganz rasch in andere Zeiten versetzen. Ich erinnere mich in voller Klarheit an Dinge, die lange her sind.
Wäre es also nicht logisch eine Sprache beim Essen zu lernen? Ich meine jetzt nicht: die Wortschatzliste lesen während man ein Sandwich verschlingt!

Eher so: mit einem Tandempartner, der die Fremdsprache spricht, die man lernen möchte, schön essen gehen: Sich Zeit nehmen für das Essen und für die Gespräche.

Gibt es ein Essen (mit der Familie oder mit Freunden?) oder eine Erinnerung an ein Gericht, das Sie nie mehr vergessen werden?

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  • Katerinas Samaras Installationen sind noch bis zum 5. März in der “Ferme Asile” in Sion zu sehen.
  • Der Film, der gezeigt wurde hiess: A Touch of Spice.

 

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Skiferien

Der Schnee da! Die Berge sind weiss, der Himmel blau und die Skisaison ist eröffnet.
Bald stehen die Winterferien vor der Tür, viele Schweizer verbringen diese Zeit mit Snowboard- oder Skifahren. Eine ganze Woche mit diesem Sport zu verbringen ist teuer. Wer kein Chalet in den Bergen besitzt, nahe zu den Skiorten wohnt oder gute Kontakte hat, weicht oft auf etwas billigere Regionen in der Eurozone aus.

Eine gute Wahl ist das bergige Österreich, auch genannt “Sissi’s Kaisertum“.

Auch ich verbrachte schon wunderschöne Skiferien im Tirol und ich kann es jedem nur empfehlen. Es gibt da jedoch zwei, drei Sachen, die zu wissen sind. In Österreich spricht man  Deutsch. So habe ich, ohne nachzudenken, ein Schokoladeneis mit Schlagrahm bestellt. Der Kellner war sehr höflich, verstand aber meinen Wunsch nicht. Ich beschrieb Schlagrahm als Rahm, den man schlägt. Wieder stand im Gesicht des Österreichers ein grosses Fragezeichen. Ich überlegte und bestellte Sahne, die luftig ist. Erleichtert meinte der Kellner: „Aha, die Dame möchte Schlagobers!“.

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Das alles ist Deutsch (man beachte die Artikel!):

Deutschland: die Schlagsahne
Österreich: das Schlagobers
Schweiz: der Schlagrahm

Ausser den allgemein bekannten Wiener Schnitzel und Wienerwürstchen, die in Wien übrigens “Frankfurter” heissen, gibt es andere typisch österreichische Nahrungsmittel und Gerichte, die andere Namen haben als in Deutschland oder in der Schweiz. „Apfelstrudel mit Schlag“ ist ein wunderbarer Nachtisch, den Sie unbedingt probieren sollten oder auch „Topfenpalatschinken“. Und ja, das ist trotz dem „Schinken“ eine süsse Speise. Es handelt sich hierbei nämlich ganz einfach um Crèpes gefüllt mit „Topfen“, was „Quark“ bedeutet.

Noch mehr Dialektwörter und Austriazismen gibt es auf diesem Online-Dialektlexikon:

http://my.austria.at/index.php?option=com_griassdi&view=griassdi&Itemid=276&lang=de

Und jetzt wünsche ich Ihnen noch ganz schöne Ski-Ferien!

Nadine Schefer

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Das Mittelalter im Jahr 2016

Espace Allemand

Jedes Jahr findet in der Nähe von München ein Ritterturnier in Kaltenberg statt. Es ist ein mittelalterliches Festival für Gross und Klein. Im Sommer besuchte ich diesen verzauberten Ort mit meiner Familie. Wir verkleideten uns und waren eine bunte Gruppe aus Prinzessinnen, Hofdamen, Mönchen und Rittern. Das Festival findet auf einem Hügel in einem Wald statt. Es gibt sogar ein richtiges Schloss und eine Arena, wo es am Abend ein Ritterturnier gab. Wir waren früh dort, marschierten durch ein Tor und kamen auf den mittelalterlichen Markt mit vielen kleinen Hütten aus Holz. Es gab viele Stände mit wunderschönem Schmuck, Kleidern, Instrumenten, Bierkrügen, geräuchertem Fleisch und sogar mit richtigen Schwertern. Dazwischen gab es immer wieder Stände mit traditionellem Essen, das sehr lecker schmeckte. Der Markt war sehr gross! Wir sahen viele Künstler, Jongleure und Musiker, die auf verschiedenen Bühnen ihr Talent zeigten. Um neun Uhr begann das Ritterturnier mit einem lauten Knall. Lichter flackerten auf, Musik ertönte und ein Erzähler erzählte allen die Geschichte, die mit echten Pferden, Rittern und vielen anderen Akteuren vorgespielt wurde. Das Highlight für mich waren die Lanzenkämpfe, auch ‘Tjost’ genannt, auf den Pferden. Dabei kam mir das deutsche Sprichwort: „Für jemanden eine Lanze brechen“ in den Sinn, das bedeutet: „sich für jemanden einsetzen.“

Haben Sie schon einmal eine Lanze für jemanden gebrochen?

Worterklärung:

  • Ritterturnier: Männer, die im Mittelalter gegeneinander kämpfen
  • verkleiden: verschiedene Kleider anziehen, um auszusehen wie jemand anderes
  • geräuchertes Fleich : Fleisch, das über dem Feuer im Rauch gehangen hat
  • Schwerter: sehr lange, grosse Messer für die Ritter zum kämpfen
  • Knall: ein sehr lautes, kurzes Geräusch, wie bei einer Explosion
  • Lanze: ein sehr langer Stock mit einem Metallspitz vorne
  • Für jemanden eine Lanze brechen = rompre une lance pour quelqu’un/ s’engager pour quelqu‘un

Mehr infos: http://www.ritterturnier.de/

 

 

 

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Üben, üben und nochmal üben

Diesen Sommer hat mir meine Tochter gezeigt, was Motivation ist!

Der Auslöser war ein einwöchiger Schwimmkurs. Das Wetter war kalt und regnerisch und sie ging gar nicht gern hin! Jeden Tag fragte sie mich: “Wie viele Tage muss ich noch in die Schwimmschule?” Zweimal ging sie überhaupt nicht ins Wasser.  Sie schaute frierend vom Beckenrand den anderen zu.
Als die Woche vorbei war, wollte sie plötzliche jeden Tag ins Schwimmbad oder an den See. Dort spielte sie nicht mit dem Wasserball oder ging auf die Rutschbahn. Nein! Die meiste Zeit verbrachte sie mit Schwimmen lernen. Allein. Ihre Freundinnen und ihre Cousins liess sie links liegen.
Sie fragte mich nie: “Mami, kannst du mir  zeigen, wie crawlen geht?” oder “Mami, kannst du mich halten?”. Sie wollte nur, dass ich dabei bin. Sonst hat sie mich ignoriert. Hundert und einmal hat sie die gleichen Bewegungen wiederholt. Immer wieder ging sie unter und schluckte Wasser. Der Erfolg kam Ende der 2.Woche. Dann ging es rascher voran.

Woher nahm meine Tochter die Motivation? Was trieb sie an?
Sie kann mir nicht auf die Frage antworten. Für sie ist es natürlich!

Die richtige Frage wäre dann wohl: Warum ist es für uns nicht mehr natürlich? Warum sind für uns die Wörter “üben” mit einem negativen Gefühl verbunden?

Haben Sie ein Theorie? Wissen Sie, warum Sie nicht gerne üben, üben und nochmal das gleiche üben?

Schreiben Sie mir einen Kommentar!

 

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Vaterschaftsurlaub – bald auch in der Schweiz?

In vielen Aspekten ist die Schweiz top im internationalen Vergleich: medizinische Versorgung, Sozialsystem, Bildung. Doch in einem Punkt rangiert sie ganz unten in der Statistik: Wenn ein Schweizer Vater wird, darf er nur einen Tag von der Arbeit frei nehmen – so viel, wie für einen Umzug in ein neues Appartement!

Das ist viel zu wenig, finden viele Schweizer. Denn jeder, der selbst Kinder hat oder Freunde kennt, die Kinder haben, weiss das. Ein kleines Kind braucht besonders in den ersten Wochen und Monaten intensiven Kontakt zu seinen Eltern, damit es eine stabile Beziehung zu ihnen aufbauen kann.

Auch die Väter heute denken anders als die Generationen vor ihnen. Sie wollen für ihre Kinder da sein und aktiv in den Alltag der Kinder involviert sein.

Die meisten OECD-Länder haben auf dieses neue Bedürfnis der Väter reagiert und einen mehr oder weniger langen Vaterschaftsurlaub etabliert – nicht aber die Schweiz (siehe Grafik).

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Eine Volksinitiative will das jetzt ändern. 140 Organisationen, u.a. Travail.Suisse und Pro Familia stehen hinter dem Verein „Vaterschaftsurlaub jetzt!“, der die Volksinitiative lanciert hat. Ziel der Initiative ist es, 20 Tage bezahlten Vaterschaftsurlaub in der Schweiz zu etablieren – eine längst überfällige Reform, die die Schweiz zu einem familienfreundlicheren Land machen wird.

Umfragen zeigen, dass sich über 80% der Schweizer einen Vaterschaftsurlaub wünschen. Viele Männer wären sogar bereit, auf ihr Salär während dieser Zeit zu verzichten – weil ihr Wunsch so gross ist, die ersten Lebenswochen ihres Kindes intensiv mitzuerleben (siehe Interviews im Video unten).

Wir wünschen allen Schweizer Vätern, dass dieser Wunsch bald Realität wird!

Worterklärungen:

  • Vaterschaftsurlaub m. – wenn ein Mann Vater wird, kann er in vielen Ländern, z.B. in Deutschland oder Frankreich, speziellen Urlaub nehmen. Ein grosser Teil seines Salärs wird in dieser Zeit weiter gezahlt.
  • Vergleich m. – Ich vergleiche zwei Packungen Pasta in der Migros: eine ist kleiner und teurer, die andere ist grösser und kostet weniger. Ich kaufe die grössere Packung.
  • Bildung f. – Schule, Universität
  • Beziehung f. –  Relation
  • Alltag m. – das, was wir jeden Tag tun
  • Bedürfnis n. – Wir brauchen etwas. Wir haben ein Bedürfnis nach etwas.
  • längst überfällig – alle warten darauf, dass es endlich gemacht wird
  • familienfreundlich – Das Hotel war sehr familienfreundlich: Es gab ein Animationsprogramm für die Kinder und extra grosse Zimmer mit Kinderbetten.
  • Umfrage f. – man fragt viele Leute nach ihrer Meinung
  • verzichten – etwas nicht haben (wollen)

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Freies Lernen – Mit Motivation zum Ziel

Foto: Jeff Turner, flickr

Foto: Jeff Turner, flickr

Bildung steht heute an erster Stelle. Damit unsere Kinder genug lernen, müssen sie in die Schule gehen – oder?

Manche Eltern sehen das anders. Einige unterrichten ihre Kinder zu Hause. In der Schweiz sind aktuell etwa 500 Kinder „Homeschooler“.

Die „Unschooler“ oder Freilerner gehen noch einen Schritt weiter. Diese Kinder gehen nicht zur Schule, sie bekommen aber auch von den Eltern keinen Unterricht.

Freilerner lernen, was sie wollen, wann sie wollen und wie sie wollen.

Das kann unmöglich funktionieren, denken Sie jetzt vielleicht. Ohne Zwang, ohne Struktur lernen Kinder – gar nichts! Sie werden nur spielen und tun, was ihnen Spass macht…

Aber Freilerner argumentieren so: Kinder wollen von Natur aus lernen. Sie haben Freude daran und sind motiviert. Sie lernen beim Spielen. So lernen alle Kinder das Laufen und Sprechen ganz von allein.

Wenn man den Kindern also die Freiheit lässt, lernen sie mit der gleichen spielerischen Freude auch alle möglichen anderen Dinge.

Weil Freilerner das Lernen selbst organisieren, lernen sie dabei auch Struktur, Disziplin und Zeitmanagement.

Vielleicht erinnern Sie sich an die Zeit, in der Sie als Kind total in Ihr Spiel versunken waren und alles um Sie herum vergessen haben. Gibt es ein schöneres Gefühl?

Wir können die Zeit nicht zurückdrehen. Aber wir können dieses Gefühl reaktivieren – auch beim Deutschlernen!

Fragen Sie sich immer wieder von neuem:

Warum möchte ich Deutsch lernen? Was ist meine Motivation?

Üben Sie Deutsch so, wie es Ihnen am meisten Spass macht. Es gibt viele Möglichkeiten:

– Hören Sie öfter deutschsprachige Musik und singen Sie mit.

– Schauen Sie einen deutschsprachigen Film (mit Untertiteln auf Deutsch, z.B. auf arte, ARD oder SRF).

– Lesen Sie die Online-Nachrichten auf Deutsch, z.B. auf tagesanzeiger.ch oder zeit.de

Weitere Inspirationen zum kreativen Lernen finden Sie in unserer Kategorie Lernstrategien.

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Im Video sehen Sie ein Porträt eines der bekanntesten Freilerner, André Stern:

Worterklärungen:

  • Bildung f. – das, was wir lernen
  • unterrichten – Der Deutschlehrer unterrichtet die Kinder in …
  • Zwang m. – Man muss etwas tun. Es ist obligatorisch.
  • von Natur aus – es ist angeboren, man kommt so auf die Welt
  • Mühe f. – Die Arbeit ist hart. Sie macht viel Mühe.
  • Tätigkeit f. – das, was ich gerade mache
  • versinken – hier: sich komplett auf eine Tätigkeit konzentrieren

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Wie will ich leben?

Matterhorn bei Sonnenaufgang

Matterhorn bei Sonnenaufgang

In vielen Firmen gibt es einmal im Jahr ein Mitarbeitergespräch oder eine Evaluation. Wir sprechen mit unserem Chef über Ziele, die wir schon erreicht haben und über neue Ziele, die wir uns setzen. Was ist gut gelaufen, was kann man verbessern? Was sind meine Stärken, was sind meine Potentiale?

Die regelmässige Evaluation ist sinnvoll für unseren Job. Und privat? Es ist auch gut, wenn wir unser Leben von Zeit zu Zeit “evaluieren”. Damit wir unsere aktuelle Position kennen, unsere Ziele, unsere Stärken und Defizite, unsere Wünsche.

Was ist mir wichtig? Was motiviert mich? Welche Ziele möchte ich erreichen? Wovon träume ich?

Vielleicht bleiben die Antworten auf diese Fragen ein Leben lang gleich. Vielleicht haben wir immer wieder neue Antworten: weil wir älter werden, oder weil wir jemandem begegnen, der uns inspiriert, anders zu denken.

Wie sieht also heute unsere Vorstellung vom Leben aus: Ein eigenes Haus, eine Familie mit Kindern. Karriere machen als Angestellter in einer Firma. Selbst eine Firma gründen und der eigene Chef sein.

Oder: Einige Zeit in der Entwicklungshilfe arbeiten. Mit der transsibirischen Eisenbahn durch Russland fahren. Surfen lernen an der Australischen Goldküste. Das Matterhorn besteigen.

Vielleicht haben wir auch ganz andere Ziele und Wünsche: mehr Zeit für Familie, Freunde und die Dinge, die wir gerne tun. Gesundheit, für uns oder für Menschen, die uns nahe sind.

Was ist Ihnen wichtig im Leben? Welche Ziele haben Sie heute? Welche hatten Sie vor 10 (5, 15…) Jahren? Haben Sie sie erreicht? Sind Ihnen heute noch die gleichen Dinge wichtig? Diskutieren Sie in der Deutschstunde, oder schreiben Sie uns auch gerne einen Kommentar.

Worterklärungen:

Mitarbeitergespräch n. – Evaluation
erreichen – Ich bin am Ziel. Ich habe es erreicht.
verbessern – besser machen
regelmässig – jeden Tag, jeden Monat, jedes Jahr…
sinnvoll – es ist gut
Wunsch m. – das, was wir wollen
begegnen – treffen, kennenlernen
Vorstellung f. – Imagination
Entwicklungshilfe f. – Rotes Kreuz, Ärzte ohne Grenzen etc.

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In guter Tradition – Familienunternehmen

Sie sind sympathisch, und sie sind erfolgreich: Familienunternehmen. In der Schweiz ist jedes zweite Unternehmen, das an der Börse kotiert ist, ein Familienunternehmen.

Was ist das besondere an ihnen? Der Unternehmensberater PricewaterhoseCoopers (PwC) zeigt in einer Studie Stärken, Schwächen und Herausforderungen von Familienunternehmen.

Diese funktionieren anders als „normale“ Unternehmen, denn hinter ihnen steht eine Familie. Deshalb agieren Familienunternehmen nachhaltiger als andere Firmen und orientieren sich an langfristigen Zielen. Sie denken nicht nur an den Profit von heute, sondern auch an die nächsten Generationen.

Sie können schneller Entscheidungen treffen und sind flexibler bei Innovationen. Familienunternehmen sind weniger anonym als grosse Konzerne. Sie fühlen sich ganz anders für ihre Mitarbeiter verantwortlich. Wenn es wirtschaftlich mal nicht so gut läuft, ist es ihre Priorität, die Mitarbeiter im Unternehmen zu halten.

Aber auch Familienunternehmen haben ihre Schwächen: Oft ist es schwierig, einen Nachfolger zu finden, wenn die Kinder das Unternehmen nicht weiterführen wollen. Es ist auch nicht leicht, gute Mitarbeiter zu finden. Denn viele qualifizierte Absolventen möchten lieber in grossen Konzernen arbeiten als in kleinen Familienunternehmen.

Auch wenn Profit nicht an erster Stelle steht, müssen auch Familienunternehmen an das Geld denken. Für sie ist es oft nicht leicht, Kredite zu bekommen. Eine weitere Herausforderung ist es, auf dem globalisierten Markt mit seinen Dumping-Preisen konkurrenzfähig zu bleiben.

Trotz dieser Herausforderungen blicken die meisten Familienunternehmen optimistisch in die Zukunft.

Inspiration für die nächste Deutschstunde: Schauen Sie das Video. Was ist die grösste Herausforderung von Langenscheidt im Moment? Was sagt Chef Andreas Langenscheidt über die Nachfolge in seinem Unternehmen? 

Worterklärungen:

  • Familienunternehmen n. – Eine Firma, die einer Familie gehört.
  • erfolgreich – Wenn man erfolgreich ist im Job, macht man Karriere und verdient gut.
  • Herausforderung f. – Ich will eine neue Sprache lernen. Das ist eine grosse Herausforderung.
  • nachhaltig – Nicht nur an heute denken, sondern auch an die Zukunft.
  • langfristig – in zehn, zwanzig oder fünfzig Jahren
  • Entscheidung f. – Kaufe ich das rote oder das blaue T-Shirt? Ich muss mich entscheiden.
  • Konzern m. – grosse internationale Firma
  • Mitarbeiter m. – Kollege, Angestellter in einer Firma
  • verantwortlich – Eltern sind für ihre Kinder verantwortlich.
  • Nachfolger m. – Jemand, der den Job macht, wenn ich ihn nicht mehr mache.
  • Absolvent m . – frisch von der Uni, mit dem Diplom in der Tasche
  • konkurrenzfähig – man kann mit den Konkurrenten mithalten

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Ein Tag mit Freunden

Foto: Jess Pac, flickr creative commons

Foto: Jess Pac, flickr creative commons

Gestern haben wir dieTaufe eines kleinen Jungen gefeiert. Der Kleine ist das dritte Kind unserer Freunde und hat noch zwei ältere Schwestern. Alle sind sehr stolz auf ihn. Es war ein schönes Fest.

Nach der Kirche fuhren wir aus der Stadt hinaus, um in einem Lokal an einem Sportplatz zu feiern. Auf der Feier waren viele Familien mit Kindern; eine Familie brachte gleich sechs ihrer acht Kinder mit! Obwohl sich nicht alle kannten, hatten die Gäste einen guten Draht zueinander. Die Stimmung war fröhlich.

Nach dem Essen spielten die Männer mit den grösseren Kindern Fussball; die Frauen passten auf die Kleineren auf und quatschten. Am Schluss liefen alle gemeinsam eine Runde um den Sportplatz herum.

Als ich wieder zu Hause war, dachte ich noch lange an die Feier und fragte mich: Warum machen wir so etwas nicht öfter?

Auch ohne offiziellen Anlass könnte man viel öfter miteinander etwas unternehmen: ein Picknick unten am See in Vidy; eine Fahrradtour durch die Lavaux; eine Wanderung durch die Dörfer oberhalb von Lausanne; oder einen Ausflug mit dem Schiff nach Frankreich.

Haben wir Sie inspiriert? Was haben Sie mit Ihren Freunden unternommen? Was war das Besondere an diesem Tag? Erzählen Sie in der Deutschstunde  – oder schreiben Sie uns einen Kommentar!

 

Worterklärungen:

  • Taufe f. – In der Kirche tauft der Priester ein Kind (oder einen Erwachsenen) mit Wasser.
  • stolz – Wenn die Kinder klein sind, sind Eltern immer stolz auf ihre Kinder. Später sind die Eltern stolz, wenn die Kinder etwas gut machen, z.B. in der Schule.
  • Lokal n. – Restaurant, Bar
  • Feier f. – Fest
  • Gast, Gäste m. – Menschen, die zu einem Fest eingeladen sind
  • mitbringen, brachte mit – Ich lade dich zu meinem Geburtstag ein. Du kannst auch einen Freund mitbringen.
  • einen guten Draht haben – sich gut verstehen
  • Stimmung f. – Atmosphäre
  • quatschen – (ugs.) reden
  • Schluss m. – Ende
  • offizieller Anlass – Hochzeit, Taufe, Geburtstag, Jubiläum…
  • unternehmen, unternommen – etwas machen
  • Dorf, Dörfer n. – kleiner Ort
  • Ausflug f.- Exkursion
  • besonders – speziell

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