Babylonien in der Primarschule

Die Deutschschweiz debattiert: über den Lehrplan 21. Damit soll der Unterricht in den Primarschulen in allen 21 deutschschweizer Kantonen einheitlich werden. Heute gibt es nämlich immer noch grosse Unterschiede in den Kantonen.

Das macht es den Kindern schwer, wenn die Familie in einen anderen Kanton umzieht. Dann müssen die Kinder viel Stoff nacharbeiten und bekommen manchmal Probleme in der Schule.

Deshalb hat die Konferenz der Erziehungsdirektoren (EDK) einstimmig beschlossen, dass der neue Lehrplan in allen 21 Kantonen zum Schuljahr 2014/2015 in Kraft tritt.

Ein Aspekt des Lehrplans 21 betrifft die zwei Fremdsprachen, die in den meisten Kantonen in der Primarschule obligatorisch sind: eine der Schweizer Landessprachen und Englisch.

Schweiz_Babylonien

Denn auch hier gibt es Unterschiede: Die Kantone können entscheiden, welche der beiden Fremdsprachen zuerst unterrichtet wird und ab wann die Schüler die Sprachen lernen. Das soll spätestens in der dritten (erste Fremdsprache) und in der fünften Klasse (zweite Fremdsprache) passieren.

Viele Kantone beginnen mit der zweiten Fremdsprache Englisch aber erst in der siebten Klasse. Im Tessin sind die obligatorischen Fremdsprachen Französisch und Deutsch – Englisch gibt es nur als Wahlfach.

Aber ist das wirklich ein Grund zur Sorge? Müssen die Kinder von heute wirklich so früh so viele Sprachen lernen? Die Deutschschweizer Kinder sind ja sowieso schon ganz früh zweisprachig, da Hochdeutsch für die meisten eine Fremdsprache ist.

Zu meiner Schulzeit begann ich mit Englisch in der 5. Klasse, danach lernte ich viele Jahre Latein. Mit Französisch fing ich erst kurz vor meinem 30. Geburtstag an – und konnte es trotzdem nach wenigen Jahren fliessend. Ich glaube, dass man eine Sprache lernt, weil man Freude daran hat, sie zu lernen – und nicht, weil sie in der Schule obligatorisch ist.

Was meinen Sie dazu? Diskutieren Sie in der nächsten Deutschstunde, oder schreiben Sie uns einen Kommentar – wir freuen uns! 

Worterklärungen: 

  • Lehrplan m. – der Lehrplan diktiert, welche Inhalte die Kinder wann in der Schule lernen sollen
  • Unterricht m., unterrichten – Deutschunterricht = Deutschstunde. In der Deutschstunde unterrichtet die Lehrerin Deutsch.
  • einheitlich – alles ist gleich
  • Unterschied m., unterschiedlich – alles ist verschieden
  • Stoff m. – hier: das, was man im Unterricht gelernt hat, die Materie
  • beschliessen – Ich habe beschlossen, mehr Sport zu treiben. Ab morgen fahre ich nur noch mit dem Fahrrad zur Arbeit. = sich entscheiden
  • in Kraft treten – Am 1. Januar 2013 trat die neue Abfalltaxe in Lausanne in Kraft. Seitdem kostet jeder 35 L-Müllsack 2 Franken.
  • entscheiden – Im Tessin ist Englisch ein Wahlfach. Die Schüler können entscheiden, ob sie Englisch lernen wollen oder nicht.
  • beginnen, begann, hat begonnen = anfangen
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  1. Sprechen Sie Schweizerisch (II) ? | Espace Allemand

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