Griechenland – Land der Ikonen (2)

Wenn man an griechische Kunst denkt, denkt man zuerst an antike Tempel und Statuen. Diese Statuen zeigen Personen aus der griechischen Götterwelt oder Athleten, z.B. Zeus, Minotaurus, oder der Diskuswerfer des Myron. Aber es gibt noch eine andere Seite der griechischen Kunst: die Ikonenmalerei.

Die Ikonen sind nicht einfach nur schöne Bilder. Die orthodoxen Christen glauben, dass Ikonen besondere Bilder sind. Wenn man eine Ikone betrachtet, gibt es eine spirituelle  Verbindung zwischen dem Betrachter und dem Heiligen auf der Ikone. In jeder orthodoxen Kirche gibt es eine Ikonostase. Das ist eine Wand, an der viele Ikonen hängen. Häufige Motive der Ikonen sind Jesus, Maria, Engel und Propheten.

Die Ikonenmalerei ist nicht einfach nur Malerei. Sie ist ein religiöses Handwerk. Deshalb spricht man auch von “Hagiographie”, “Ikonenschreiben”. Die meisten Ikonen sind Kopien von einem traditionellen Motiv. Es gibt feste Regeln, um eine Ikone zu malen:

– das Motiv ist zweidimensional

– der Hintergrund ist golden

– die Ikone muss mit dem Namen des Heiligen beschriftet sein

Katholische Kirchen sind voller Heiligenstatuen. Das ist in den orthodoxen Kirchen anders. Dort gibt es keine Statuen von Heiligen; es gibt nur Ikonen. Das liegt daran, dass es im antiken Griechenland viele Statuen von Göttern gab. Als Griechenland christlich wurde, wollte man die Tradition der Statuen beenden – und erfand die Ikonen!

Sie sind neugierig auf griechisch-orthodoxe Kirchen und Ikonen, haben aber keine Zeit (oder kein Geld) für eine Reise nach Griechenland? Dann schauen Sie doch einfach in der griechisch-orthodoxen Kirche in der Avenue Florimont in Lausanne vorbei.

Wenn Sie die Ikonenmalerei selbst ausprobieren möchten: im Atelier St. Luc nahe Place Chauderon gibt es regelmäßig Kurse in Ikonenmalerei.

Inspiration für die nächste Deutschstunde: 

Schauen Sie das Video über russische Ikonenmalerei. 

1. Welche Bedeutung haben Ikonen für die Studentinnen?

2. Ist die Ikonenmalerei in Russland ein Beruf mit Zukunft? Warum?

Worterklärungen:

  • Gott, Götter m. – Im Monotheismus gibt es einen Gott; im Polytheismus gibt es viele Götter.
  • besonders – speziell
  • betrachten – ansehen, anschauen
  • Verbindung f. – Mutter und Kind haben eine sehr enge …
  • Betrachter m. – Wenn ich ein Bild anschaue, bin ich ein …
  • häufig – oft
  • Handwerk n. – Berufe im Handwerk: Bäcker, Uhrmacher, Elektroinstallateur…
  • fest ≠ locker
  • beschriftet – In der Schweiz sind die Verpackungen im Supermarkt in mindestens drei Sprachen beschriftet: Deutsch, Französisch und Italienisch.
  • geben, gab, gegeben – In der Deutschen Sprache gibt es regelmäßige und unregelmäßige Verben.
  • erfinden, erfand, erfunden – Die Schweiz ist berühmt für ihre Erfindungen und Innovationen, z.B. das Schweizermesser oder die Schokolade.
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